Bremer Fußball-Schnack

Jeddeloh II will mit Meister-Torwart Reck aus dem Keller

Vertrag läuft bis Saisonende. Schwachhausen muss weitere Abgänge verkraften, FCO verzichtet auf Transfers. BSV-Keeper Dilek verletzt sich schwer.
28.12.2019, 15:42
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Mit einem Bremer Meister-Torwart will der Regionalligist SSV Jeddeloh II den Abstieg verhindern. Oliver Reck, von 1985 bis 1998 bei Werder Bremen unter Vertrag, wurde am Sonnabend in Jeddeloh II als neuer Trainer vorgestellt. Der Klub heißt wirklich so, Jeddeloh II ist der Name des Ortes, Jeddeloh I liegt nur ein paar Kilometer entfernt. Zur Winterpause liegt der neue Reck-Klub mit 16 Punkten auf dem viertletzten Tabellenrang – ein Platz, auf dem es in die Relegation gehen würde. Recks erste Aufgabe wird es sein, diesen Platz zu sichern und, wenn möglich, noch Platz 14 zu erreichen, auf dem derzeit die Reserve von St. Pauli liegt (hat schon sechs Punkte Vorsprung). Nach dem Karriere-Ende 2003 auf Schalke war der 54-Jährige Trainer beim MSV Duisburg, Fortuna Düsseldorf und zuletzt bis 2018 bei Kickers Offenbach. Recks Vertrag läuft zunächst bis zum Saisonende. „Wir freuen uns, dass wir mit Oliver Reck einen sehr erfahrenen Trainer gefunden haben, der unserem jungen Team weiterhelfen wird“, sagt Jeddelohs sportlicher Leiter Frank Claaßen. Und Reck meinte: „Ich bin mir sicher, dass wir aus dem Tabellenkeller rauskommen werden, wenn wir alle an einem Strang ziehen.“ Das erste Pflichtspiel bestreitet der Regionalligist am 16. Februar ausgerechnet bei Abstiegs-Konkurrent Altona 93.


In Carsten Abbes, dem Rückkehrer aus den USA, steht immerhin ein Zugang des TuS Schwachhausen in der Winterpause fest. Weitere sollen folgen, aber noch ist nicht alles in trockenen Tüchern. Dafür besteht bei den Abgängen bereits Klarheit: Nach Faria Simao (Profi in Zenica /Bosnien) werden auch Muhammed Kaya (SV Hemelingen), Jendrik Löschner (Union 60) und Yassin Bekjar (unbekannt) den Bremen-Liga-Zweiten verlassen. „Jendrik ist menschlich ein großer Verlust, und Muhammed war durch seine Torquote wertvoll“, sagt Benjamin Eta. Tatsächlich kann der Schwachhauser Trainer aber ganz gut leben mit den Abgängen: „Nachdem wir in der Hinrunde schon Gespräche geführt haben, stand ihr Wechsel bereits im Raum.“

Beim FC Oberneuland geht es dagegen „extrem langweilig“ zu. Das sagt jedenfalls dessen Trainer Kristian Arambasic, und irgendwie hat er ja auch recht: In der Winterpause plant der Bremen-Liga-Spitzenreiter und Hallen-Sieger weder Zu- noch Abgänge. Zum Auftakt der Rückrunden-Vorbereitung am 20. Januar sollen aber ein paar Langzeitverletzte wieder dabei sein. Dann startet auch ein Testspielprogramm, das in dieser Winterpause allerdings vergleichsweise bescheiden ausfällt: Der FCO tritt gegen die Regionalligisten Drochtersen/Assel (24.1.) sowie HSC Hannover (1.2.) an und testet gegen die U19 des JFV Nordwest (8.2.) und den TSV Ottersberg (15.2). Die Partie gegen den Hamburger SV II musste dagegen aufgrund eines Nachholspiels des Gegners abgesagt werden. „Weniger Spiele als sonst, dafür mehr Training“, sagt Arambasic. Er wolle „andere Schwerpunkte“ setzen in der Vorbereitung: „Nach drei Jahren sind wir ja nun eingespielt.“

Nachdem sich Reza Rastegar im September aus privaten Gründen vom Traineramt bei TuRa Bremen zurückgezogen hatte, war Tobias Durlach vom Co-Trainer zum Interimscoach befördert worden. Nun verständigte er sich mit dem Verein auf eine Zusammenarbeit bis zum Saisonende – mindestens. Denn es läuft doch recht gut mit Durlach und seinem Team: Nach einem Start mit drei Niederlagen in Folge führte der Trainer die Gröpelinger auf den fünften Rang der Landesliga. Nun bleiben neben Tobias Durlach auch Co-Trainer Robin Hartwig und Betreuer Manfred Bertram bleiben im Amt.

Der Hallen-Cup in der ÖVB-Arena fordert nicht selten den ein oder anderen Verletzten. Diesmal erwischte es Burak Dilek, Torhüter des Bremer SV. Er zog sich im Halbfinale gegen den FC Oberneuland einen Bruch des rechten Knöchels zu und wird in der kommenden Woche operiert. „Wie lange er ausfällt, kommt auf den Heilungsprozess an“, sagt Maik Stolzenberger aus dem BSV-Trainerteam. Da der Keeper aber sicher nicht nur ein paar Wochen fehlen wird, ist der BSV derzeit auf der Suche nach einem Ersatz. „Turan und ich würden nur ungern ohne einen zweiten Torwart in die Rückrunde starten“, so Stolzenberger. Er werde nun gemeinsam mit seinem Kollegen Turan Büyükata den Markt sondieren. Eine nicht ganz ernst gemeinte Alternative sieht der auch als Torwarttrainer aktive BSV-Coach allerdings auch: „Die Zeit wird zeigen, ob wir die Möglichkeit auf einen Zugang haben – sonst gehe ich nochmal ins Tor.“

Jetzt aber schnell: Nur noch bis zum 3. Januar 2020 läuft die Bewerbungsfrist für eine Sepp-Herberger-Urkunde. Sie wird verliehen am 9. März des kommenden Jahres, und zwar für herausragende Aktivitäten aus dem Behindertenfußball, der Resozialisierung von Strafgefangenen sowie in der Kooperation zwischen Schulen und Vereinen. Zudem gibt es einen Kategorie „Fußball Digital“. Über ein Online-Formular (www.sepp-herberger.de/urkunden) werden die Praxis-Beispiele aus 2019 eingereicht. Teilnehmen können eigentlich alle, die den organisierten Fußball ausmachen. Dotiert ist der Preis mit insgesamt 45 000 Euro.„Oft im Stillen und mitunter unbemerkt von einer breiten Öffentlichkeit wird Großartiges geleistet. Mit den Sepp- Herberger-Urkunden zeichnen wir leuchtende Beispiele für die integrative Kraft des Fußballs aus “, sagt Dirk Janotta, Vorstandsvorsitzender der Sepp-Herberger-Stiftung.

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