Basketball Jubel in Braunschweig - Schiri-Schelte in Berlin

Frankfurt/Main. Jubel in Braunschweig, Schockstarre im Artland und erneute Schiedsrichter-Schelte in Berlin: Die Hauptrunde in der Basketball Bundesliga ist mit einem turbulenten Abschluss- Spieltag zu Ende gegangen.
02.05.2010, 11:50
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Frankfurt/Main. Jubel in Braunschweig, Schockstarre im Artland und erneute Schiedsrichter-Schelte in Berlin: Die Hauptrunde in der Basketball Bundesliga ist mit einem turbulenten Abschluss- Spieltag zu Ende gegangen.

Als letztes Team sicherten sich die New Yorker Phantoms Braunschweig das Ticket für die Playoffs, in denen die Niedersachsen im Nord-Duell auf Titelverteidiger und Spitzenreiter EWE Baskets Oldenburg treffen.

Der achtmalige Champion ALBA Berlin sicherte sich mit einem mühsamen 74:67 gegen die EnBW Ludwigsburg Platz zwei und spielt in der ersten Playoff-Runde gegen den Tabellensechsten Deutsche Bank Skyliners Frankfurt. Zudem kommt es im Viertelfinale zu den Duellen BG Göttingen (3.) gegen Eisbären Bremerhaven (6.) und Telekom Baskets Bonn (4.) gegen Brose Baskets Bamberg (5.). Die Serien werden nach dem Modus «best-of-three» ausgetragen.

Überlagert wurde der Hauptrunden-Showdown von neuerlicher Schiedsrichter-Kritik aus Berlin. Nach dem verkündeten Rückzug aus allen Bundesliga-Gremien wegen einer vermeintlich anhaltenden Benachteiligung gab es erneut Aufregung. Im Mittelpunkt: Nationalspieler Steffen Hamann. Der als starker Verteidiger bekannte Franke flog nach einer Körperberührung nach hinten, die Schiedsrichter sahen aber kein Offensiv-Foul, sondern entschieden auf «Schwalbe».

«So ein Foul gibt man einem 15-jährigen Jugendspieler, aber nicht dem besten Spieler der deutschen Nationalmannschaft», schimpfte ALBA-Coach Luka Pavicevic. Der Serbe verteidigte den Kurs seines Clubs und bezeichnete die Kritik, die Berliner seien schlechte Verlierer, als «Buruburu» (Blabla). Die BBL-Führung hatte den Rückzug der Berliner bedauert, den Vorwurf der Benachteiligung aber vehement zurückgewiesen. «Das ist entweder mangelnde Wahrheitsliebe oder einfach Ignoranz. Wir haben in dieser Saison 223 Spiele beobachten lassen und ausgewertet. Das sind 73 Prozent», sagte BBL- Geschäftsführer Jan Pommer.

ALBA täte nun gut daran, sich wieder auf seine eigene sportliche Leistung zu konzentrieren, denn von seiner Topform ist der Hauptstadtclub derzeit weit entfernt. Die Serie gegen die Skyliners, die vor fünf Wochen noch in Berlin gewannen, dürfte alles andere als ein Selbstläufer werden.

Zumal die Frankfurter unter ihrem neuen Trainer Gordon Herbert drei von vier Spielen gewannen und auch gegen Braunschweig überzeugten. Die Gäste konnten nach dem 62:71 dennoch jubeln, weil sie wegen der parallelen 80:82-Pleite der Artland Dragons in Bremerhaven Platz acht verteidigten.

«Wir hätten es gerne aus eigener Kraft geschafft, sind aber trotzdem glücklich, in den Playoffs zu sein», sagte Braunschweigs Trainer Sebastian Machowski. Artland-Coach Thorsten Leibenath, der mit seinem Team zum zweiten Mal in Serie in letzter Sekunde die Playoff-Teilnahme verpasste, war tief enttäuscht. «Die Partie haben wir in Halbzeit eins verloren. Mehr möchte ich zu diesem Spiel nicht sagen.»

Einen Vorgeschmack auf die K.o.-Runde boten Bonn und Oldenburg. In einer Neuauflage des Vorjahresfinales setzte sich der Vizemeister aus dem Rheinland dank 25 Punkten von Ex-NBA-Profi Ronald Dupree nach Verlängerung mit 84:80 durch. Im Halbfinale könnten beide Teams erneut aufeinandertreffen. (dpa)

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