Werder-Frauen verspielen Führung

Kalte Dusche in der Nachspielzeit

Werder-Frauen sind Mönchengladbach klar überlegen, schaffen aber trotzdem nur ein 2:2.
18.08.2019, 17:09
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Kalte Dusche in der Nachspielzeit
Von Mathias Sonnenberg
Kalte Dusche in der Nachspielzeit

Giovanna Hoffmann war ein Aktivposten bei Werders 2:2 gegen Mönchengladbach. Doch ihr Führungstreffer in der 64. Minute reichte nicht zum Sieg.

Oliver Baumgart/Hansepixx

Rein tabellarisch ist noch gar nichts Schlimmes passiert. Die Werder-Frauen liegen in der zweiten Liga auf Platz drei hinter den Reserve-Teams von Potsdam und dem FC Bayern. Das würde für den angepeilten Aufstieg reichen, aber daran verschwendete bei den Grün-Weißen niemand einen Gedanken, als Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer eine Partie abpfiff, die Werder hätte gewinnen müssen. Doch gegen den Mitabsteiger Borussia Mönchengladbach langte es nur zu einem 2:2 (0:0), obwohl die Mannschaft von Alexander Kluge zweimal in Führung lag. „Das Ergebnis spiegelt die Partie in keinerlei Hinsicht wider“, fand Kluge, der ein wenig genervt bilanzierte: „Damit können wir uns nicht zufrieden geben.“

Das ist aus Trainer-Sicht verständlich, denn seine Mannschaft machte über weite Strecken gar kein so schlechtes Spiel. Und als sich in der 87. Minute der Klang des Nebelhorns aus den Lautsprechern über Platz 11 verteilte, dachten die Werderaner: So, das war's, die Punkte sind im Sack. Sophie Walter hatte aus 20 Metern getroffen, der Jubel war entsprechend groß. Doch es sollte nicht der letzte Jubel an diesem Tag bleiben, denn die Gäste, mit einem 0:4 gegen Bielefeld in die Saison gestartet, setzten noch einen drauf. In der ersten Minute der Nachspielzeit kam der Ball fünf Meter vor dem Tor zu Chantal Baghuis, die keine Mühe hatte, zum 2:2 zu treffen.

Draußen an der Linie konnte Alex Kluge das Unglück kaum fassen. „Dass wir mit dem zweiten Schuss von Gladbach in der Nachspielzeit den Ausgleich hinnehmen müssen, ist für uns unfassbar bitter“, fand er, man habe ansonsten doch wenig zugelassen. Aber der Trainer wollte den Ausgleich jetzt nicht nur in der Kategorie Pech abheften, sondern sparte nicht mit Kritik an seinen Spielerinnen. „Uns hat in der Offensive die letzte Gier und Effektivität gefehlt. Das müssen wir schnellstmöglich verbessern“, mahnte Kluge. Leicht zu ahnen, was der Trainer in dieser Woche im Training in den Fokus rücken wird.

Denn eigentlich hätte Werder schon vor der Pause für klare Verhältnisse sorgen müssen. Wie Selina Cerci, die in der 19. Minute nach Zuspiel von Katharina Schiechtl aus elf Metern freistehend nur die Torlatte traf. Oder Schiechtl selbst, die erst an Torhüterin Cladia Hoffmann scheitert (25.), eine Minute später dann am Torpfosten. „Wir haben in der ersten Hälfte mehrere hochkarätige Chancen nicht verwertet“, analysierte Trainer Kluge korrekt. Aber sein Team schaffte es in der zweiten Halbzeit zweimal nicht, eine Führung über die Zeit zu retten. Giovanna Hoffmanns Tor zum 1:0 (64.) egalisierte Sandra Starmanns in der 76. Minute. Und der Rest ist bekannt.

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