Sixdays 2016

Kandidaten nehmen für Jedermann-Rennen einiges in Kauf

Das Jedermann-Rennen bei den Sixdays spricht dem Namen nach grundsätzlich jeden Mann und jede Frau an. Ein paar besondere Eigenschaften muss mann dennoch mitbringen.
16.01.2016, 11:20
Lesedauer: 2 Min
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Kandidaten nehmen für Jedermann-Rennen einiges in Kauf
Von Jörg Niemeyer
Kandidaten nehmen für Jedermann-Rennen einiges in Kauf

Hans-Peter Jakst (links) und Bernd Rennies rahmen die Jedermann-Fahrer ein, die sich für Montag qualifiziert haben (von links): Kim Johanna Kohlmeyer, Thomas Rode, Dörthe Stelter, Daniel Lassahn, Linda Scholübbers und Thorald Fiefeck.

Christina Kuhaupt

Das Jedermann-Rennen spricht dem Namen nach grundsätzlich jeden Mann und jede Frau an. Ein paar besondere Eigenschaften muss mann dennoch mitbringen.

Sind eure Räder okay?“, fragt Bernd Rennies ein letztes Mal in die Runde. „Ich hab ’ne zu kleine Übersetzung“, sagt Kim Johanna Kohlmeyer. „Dann musst du einfach schneller treten“, entgegnet Rennies. Schon hallt ein Lachen durch den Innenraum der ansonsten leeren ÖVB-Arena. Es geht entspannt zu vor der Qualifikation für das Jedermann-Rennen bei den Sixdays. Erstaunlich entspannt angesichts der für den Laien Furcht einflößenden 52 Grad Kurvenneigung der Bahn und angesichts der Tatsache, dass einige der hier versammelten Jedermänner und -frauen noch nie auf einer Bahn gefahren sind.

„Die Mädels haben ein bisschen Angst“, sagt Rennies. Wohl deshalb seien dem Aufruf, sich für Bremen zu bewerben, fast 90 Prozent Männer und nur zehn Prozent Frauen gefolgt. Die Frauen, die an der Qualifikation teilnehmen, sind ganz bestimmt keine Angsthasen. Linda Scholübbers und Dörthe Stelter vom RC Bremen feiern doppelte Premiere: auf einem Bahnrad und fahrend auf einer Bahn. Die Gelegenheit, sich auszuprobieren, wollten sie sich nicht nehmen lassen. Straßenerfahrung auf dem Rennrad bringen sie mit – und genügend Mut.

Damit erfüllten sie die Anforderungen, die Bernd Rennies und Ex-Profi Hans-Peter Jakst als Organisatoren des Jedermann-Rennens gestellt hatten. Ohne jede Erfahrung und nur aus Gaudi in der ÖVB-Arena fahren: Diese Kriterien reichten dem Duo nicht. Denn schließlich müssen die sechs Jedermänner und sechs -frauen am Montag vor einigen Tausend Zuschauern auf Rundenrekordjagd gehen. Publikum, Musik und die Bahnsprecher in den Ohren: Die Bedingungen werden genau das Gegenteil von den Bedingungen bei der Qualifikation sein. „Das wird noch mal eine ganz andere Nummer“, sagt Dörthe Stelter, die wie Linda Scholübbers und Kim Johanna Kohlmeyer die Qualifikationshürde nahm.

Die Nachfrage nach dem Rennen ist groß

Für Kohlmeyer ist der zweite Einsatz in Bremen auch aus anderem Grund eine besondere Herausforderung: Die Hamburgerin lebt in Brüssel, reiste am Freitag wieder zurück nach Belgien und kommt am Montag erneut in die ÖVB-Arena. Die Jedermänner nehmen also viel in Kauf für ihren Auftritt. Das Männer-Feld wird aus allen Teilen Deutschlands bestückt. Thorald Fiefeck, einziger Bremer am Montag, ist nach der Qualifikation Ersatzmann. Fällt einer aus, rückt er nach.

Die Sportliche Leitung der Sixdays freut sich mächtig auf die Premiere. „Die Nachfrage ist groß“, sagt Erik Weispfennig und sieht sich bestätigt, dass man mit diesem Format einen weiteren Kandidatenkreis für die Sixdays begeistern kann. „Das Qualifikationssystem ist gut“, sagt Peter Rengel – und die PR-Strategie der Organisatoren offenbar auch. Wenn’s am Montag gut laufe, so Rengel, könne es 2017 jeden Tag Jedermann-Rennen geben – mit einem Finale am Schlusstag.

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