Richter regt Vergleich an

Behrens’ Klage gegen den Deutschen Volleyball-Verband ist zulässig

Im Rechtsstreit der Bremer Beachvolleyballerin Kim Behrens mit dem Deutschen Volleyball-Verband hat der Vorsitzende Richter Kästner am ersten Prozesstag in Frankfurt einen Vergleich angeregt.
13.08.2020, 05:00
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Behrens’ Klage gegen den Deutschen Volleyball-Verband ist zulässig
Von Frank Büter
Behrens’ Klage gegen den Deutschen Volleyball-Verband ist zulässig

Die aus Bremen ­kommende und in Münster lebende Kim Behrens klagt wegen der Nominierungskriterien des Deutschen Volleyball-Verbandes.

BEAUTIFUL SPORTS/Peter Weber

Die Klage ist zulässig, der Sachverhalt darf vor einem ordentlichen Gericht geklärt werden. Das entschied der Vorsitzende Richter Richard Kästner am Mittwoch zum Prozessauftakt am Landgericht Frankfurt. Geklagt haben die aus Bremen kommende Beachvolleyballerin Kim Behrens und ihre aktuelle Spielpartnerin Cinja Tillmann gegen den Deutschen Volleyball-Verband (DVV), Streitpunkt sind die Nominierungskriterien des Verbandes, der die insgesamt vier Nationalteams bei der Besetzung internationaler Turniere bevorzugt haben soll, obwohl das Duo Behrens/Tillmann in der Rangliste weiter vorne platziert gewesen sei. Aus den dadurch entgangenen garantierten Start- und Preisgeldern ergibt sich zudem eine Schadensersatz-Forderung in Höhe von 22 000 Dollar.

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Im Kern der Auseinandersetzung, sagt Paul Lambertz, der Anwalt der beiden Spielerinnen, gehe es um eine aus seiner Sicht doppelte Bevorzugung der DVV-Teams gegenüber seinen Mandantinnen. Niclas Hildebrand, Sportdirektor Beach des DVV, hatte sinngemäß stets betont, dass er Tillmann/Behrens ungeachtet der Weltrangliste als fünftbestes deutsches Team ansieht. Als Team auf Zeit, weil es aus zwei Abwehrspezialistinnen bestehe. Er müsse dafür sorgen, dass die vier Nationalteams optimal gefördert und auf Olympia vorbereitet werden. Lambertz hält dagegen und sagt, dass es nicht sein könne, dass Teams, die ohnehin schon besser gefördert würden, auch noch bei der Nominierung bevorzugt werden.

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Also traf man sich nun in Raum 1 des Gebäudes E im Frankfurter Landgericht, um diese Klage in Abwesenheit der beiden Klägerinnen zu verhandeln. Der Verweis des Verbandes auf den Inhalt der von Behrens/Tillmann unterzeichneten Athletenvereinbarung und darauf, dass dieser Fall damit vor das sportliche Schiedsgericht des DVV und nicht vor ein Zivilgericht gehöre, fruchtete dabei nicht. „Damit sind wir über die erste Hürde hinweg“, sagt Paul Lambertz. Wie es weitergeht, ist derweil völlig offen. Da Olympia verlegt und die sportliche Brisanz deshalb fehlen würde, regte der Vorsitzende Richter einen Vergleich an und räumte den Parteien dafür eine Frist von sechs Wochen ein.

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