Der Bremer Eishockey-Club folgt weltweitem Aufruf und empfängt 70 Teilnehmerinnen zum "Girls' Hockey Day" Kleine Mädchen auf wackeligen Kufen

Eishockey - Eine harte Sportart nur für Männer - von wegen! Denn das schnelle Spiel auf dem Eis ist längst keine reine Männersache mehr. Dennoch existieren über den Eishockeysport immer noch solche Vorurteile. Und denen sagen die Frauen jetzt den Kampf an. Eine Form davon ist der "World Girls' Hockey Day" - eine weltweite Eishockeyveranstaltung nur für Mädchen. Von dieser Art der Nachwuchsförderung war auch der Bremer Eishockey Club (BEC) sofort begeistert und startete einen Aufruf an alle drei- bis zehnjährigen Mädchen. Und das Interesse war groß: Rund 70 Mädchen stürmten kürzlich die Eisfläche im Paradice.
26.01.2012, 05:00
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Von Carolin Scholz

Eishockey - Eine harte Sportart nur für Männer - von wegen! Denn das schnelle Spiel auf dem Eis ist längst keine reine Männersache mehr. Dennoch existieren über den Eishockeysport immer noch solche Vorurteile. Und denen sagen die Frauen jetzt den Kampf an. Eine Form davon ist der "World Girls' Hockey Day" - eine weltweite Eishockeyveranstaltung nur für Mädchen. Von dieser Art der Nachwuchsförderung war auch der Bremer Eishockey Club (BEC) sofort begeistert und startete einen Aufruf an alle drei- bis zehnjährigen Mädchen. Und das Interesse war groß: Rund 70 Mädchen stürmten kürzlich die Eisfläche im Paradice.

Bremen. "Wir waren beeindruckt dass so viele Mädchen gekommen sind", sagt Veranstalter Frank Maxwitat. Eine Vorstellung davon, wie viele sich tatsächlich einfinden würden, hatte er nicht. Denn schließlich hat der Bremer EC den "Girls' Hockey Day" zum ersten Mal ausgetragen. Das Ziel dieser weltweiten Veranstaltung ist es, den Eishockeysport bei den jungen Mädchen populärer zu machen und ihnen gleichzeitig die Angst vor Stürzen und Verletzungen zu nehmen.

"Es ist wichtig, dass die Mädchen Spaß am Eishockey finden", sagt Trainerin und ehemalige Nationalspielerin Laura Böhm, "dann merken sie auch, dass ein Sturz eigentlich gar nicht weh tut." Und damit den Mädchen auf dem glatten Untergrund auch ganz bestimmt nichts passiert, waren sie alle mit Fahrradhelmen und Knieschützern ausgestattet.

Geleitet wurde das Training an diesem Tag ausschließlich von weiblichen Betreuerinnen: "Die Mädels sollten sehen, dass Frauen auch Eishockeyspielen können", sagte Böhm.

Rund zwei Stunden verbrachten die Trainerinnen an diesem Vormittag mit den 70 Mädchen auf dem Eis - genügend Zeit, um erste Erfahrungen zu sammeln. Dabei gingen die Betreuerinnen ganz individuell auf das Können ihrer Schützlinge ein und halfen besonders denen, die vorher noch nie auf dem Eis gestanden hatten. Diese Mädchen wurden dann entweder an die Hand genommen oder mit Hilfsmitteln wie Plastikstühlen- und Pinguinen ausgestattet. Die gaben ihnen mehr Stabilität und boten die Möglichkeit, sich sicher vorwärts zu bewegen. Mit der Zeit gelang es aber immer mehr Mädchen freihändig zu fahren. "Es ist toll zu sehen, wie stolz sie sind, wenn es klappt", sagte Trainerin Chris Ruschin.

Wer hingegen schon einigermaßen sicher auf den Kufen stand, nahm an kleinen Spielen teil, um Gleichgewicht und Koordination auf dem Eis zu fördern. Besonders rasant wirkte dabei eine Fall-Übung, bei der sich die Mädchen aus vollem Lauf immer wieder auf die Knie oder sogar den Bauch warfen und über das Eis rutschten ließen.

Weltweit sind rund 165 Clubs aus 21 Ländern dem Aufruf der IHF zum "World Girls' Hockey Day" gefolgt. Die meisten Veranstaltungen sind in den USA und Kanada, dem Mutterland des Eishockey, ausgetragen worden. Aber auch Vereine in Japan, Australien oder eben Deutschland haben einen solchen Tag ausgerichtet. Dabei veranstalteten die meisten Vereine den "Girls' Hockey Day" im Oktober vergangenen Jahres. Beim Bremer EC war dies aus organisatorischen Gründen jedoch nicht möglich. Im Nachhinein fanden sie es beim BEC aber gar nicht mehr so schlimm. Denn nun waren sie neben dem Hamburger Eis- und Rollsportverband der einzige deutsche Club, der eine solche Veranstaltung überhaupt ausgetragen hat. Außerdem haben weltweit in nur einem niederländischen Club mehr Mädchen am "Girls' Hockey Day" teilgenommen. "Das ist ein großer Erfolg für uns", sagt Frank Maxwitat.

So war auch Thorsten Olsen, der erste Vorsitzende des Bremer EC, sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Sein langfristiges Ziel ist es, irgendwann einmal eine reine Damenmannschaft im Verein zu etablieren. "Momentan haben wir in den Nachwuchsmannschaften schon 15 bis 20 Prozent Mädchen. Das wollen wir noch weiter steigern", sagt Olsen.

Natürlich können aber auch Jungen im Verein das Eishockeyspielen lernen. Eine Möglichkeit hierfür ist zum Beispiel die so genannte Eislaufschule. Sie wird jeden Sonnabendvormittag kostenlos für alle Kinder zwischen drei und neun Jahren angeboten. "Eishockey ist eine besondere Sportart", sagt Thorsten Olsen, "und wir wollen jedem Kind die Möglichkeit geben sie kennen zu lernen."

Die 70 Mädchen haben an diesem Vormittag auf jeden Fall viele Einblicke in diese Sportart erhalten. Dementsprechend glücklich und zufrieden nahmen sie dann auch am Ende ihre Urkunden und Medaillen in Empfang. "Wir wollten dass die Mädchen Spaß haben", sagt Laura Böhm. "Und ich glaube, das ist uns gelungen."

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