Grün-Gold-Club Bremen Lateinformation lässt die Konkurrenz staunen

Bremen. Die Erfolgsgeschichte geht weiter. In der Nacht zum Sonntag wurde die Lateinformation des Grün-Gold-Club Bremen zum sechsten Mal in Folge Deutscher Meister. Das B-Team freut sich über Rang vier.
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Lateinformation lässt die Konkurrenz staunen
Von Ruth Gerbracht

Düsseldorf. Die Erfolgsgeschichte geht weiter. In der Nacht zum Sonntag wurde die Lateinformation des Grün-Gold-Club Bremen zum sechsten Mal in Folge Deutscher Meister. Mit der neuen Choreografie "Final Countdown" begeisterte das Team Wertungsrichter und Publikum gleichermaßen. Dem B-Team gelang der Sprung ins Finale und freute sich über Rang vier.

Um Mitternacht gab es kein Halten mehr. Roberto Albanese, überwältigt von seinen Gefühlen, sprang seinem Co-Trainer Sven Emmrich in die Arme und weinte hemmungslos. Eine Zentnerlast war dem Trainer der Lateinformation des Grün-Gold-Club Bremen von den Schultern gefallen. Es war geschafft. Bei den Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf gelang den Bremern mit ihrem neuen Programm "Final Countdown" eine deutliche Titelverteidigung mit sechs Einsen und drei Zweien. Der härteste Rivale, die Formationsgemeinschaft Aachen/Düsseldorf, war geschlagen. Trotz der tänzerisch gelungenen – ebenfalls neuen – Choreografie "Prince of Persia" und einem Heimpublikum, das die Mannschaft frenetisch anfeuerte, konnte die Mannschaft von Trainer Oliver Seefeldt die Bremer auf ihrem Siegeszug wieder nicht stoppen. Die Wertungsrichter belohnten die Bremer Formation mit ihrem Votum für ihre außergewöhnliche Leistung, für eine Choreografie mit unglaublichen Bildern, für außergewöhnliche Schwierigkeiten, für ein atemberaubendes Tempo und das auf allerhöchstem tänzerischen Niveau.

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"Die Mannschaft war einfach super. Wir haben gezeigt, dass wir die Enttäuschungen der vergangenen Saison weggesteckt haben", jubelte ein geschaffter Bremer Trainer in der Nacht zum Sonntag. Jubeln durfte auch das B-Team des Grün-Gold-Clubs. Die Formation war mit der Weltmeister-Choreografie von 2009 "Siamo Noi" angetreten, und tanzte sich – vornehmlich nach einer großartigen Zwischenrunde – ins Finale. "Das war das große Ziel, alles andere ist Zugabe", freuten sich Trainerin Uta Albanese und ihr Co-Trainer Angelo Adler. Im Finale schließlich wurden sie Vierter hinter dem TSZ Velbert. Bemerkenswert dabei: Das B-Team nahm Velbert so gar noch zwei Dreien in der Wertung ab. Mehr ging an diesem Abend nicht mehr für den Grün-Gold-Club Bremen, der gegen zwei Mannschaften aus Nordrhein-Westfalen im Finale angetreten war. Die anderen deutschen Formationen waren bereits deutlich geschlagen.

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Doch was so triumphal endete, war das Ergebnis eines harten Wettkampftages, der beiden Mannschaften alles abverlangte – wobei der Druck auf dem A-Team ungleich höher lastete. Nach den Enttäuschungen mit der Choreografie "Blast" bei Europa- und Weltmeisterschaft hatte Roberto Albanese schon früh begonnen, ein neues Programm zu entwickeln. Die nationale Konkurrenz witterte bereits Bremer Formationsschwächen, und in der Republik vermutete manch einer einen möglichen Wachwechsel bei den deutschen Meisterschaften. Vor allem die FG Aachen/Düsseldorf arbeitete emsig daran, mit einer attraktiven Choreografie diesen Wachwechsel auch in die Tat umzusetzen – mit Hilfe des heimischen Publikums.

Überschwängliches Lob

Der von einigen erwartete Paukenschlag in der Formationsszene aber blieb am Samstag aus. Die Kampfansage kam stattdessen aus Bremen. Bereits in der Vorrunde setzte die Grün-Gold-Lateinformation ein deutliches Zeichen aufs Parkett. Nie zuvor tanzte die Mannschaft schon in der ersten Runde so präsent, temporeich und emotional. Mit hoher Intensität und großer Leidenschaft setzten sie bei diesen Meisterschaften zum "Final Countdown" an und begeisterten Wertungsrichter und Publikum gleichermaßen. Die Konkurrenz staunte: "Während die anderen sich noch an den Maßstäben abarbeiten, die Roberto in den vergangenen Jahren gesetzt hat, ist er mit der neuen Choreografie schon wieder einen Schritt voraus." Überschwängliches Lob kam auch von Rüdiger Knaack, Trainer der erfolgreichen Braunschweiger Standard-Formation, die sich in Düsseldorf erneut den Titel holte: "Alle Teams waren toll, doch Robertos Choreografie mit wunderbaren neuen Ideen war noch energetischer. Die Mannschaft hat eine tolle Körperlichkeit gezeigt und verdient gewonnen."

Doch die Formationsgemeinschaft Aachen/Düsseldorf wollte vor heimischer Kulisse so schnell nicht aufgeben an diesem Abend – und die Bremer wussten, dass der Weg zum erneuten Titelgewinn trotz der beeindruckenden ersten Runde noch weit entfernt war. Die Lateinformation von Trainer Oliver Seefeldt drehte im Finale noch einmal richtig auf. Sie wurde frenetisch vom Publikum gefeiert. Der Konter kam anschließend aus Bremen. Der neue und alte Deutsche Meister präsentierte im Finale einen atemberaubenden Durchgang, der am Ende keine Zweifel mehr aufkommen ließ, wer als Sieger das Parkett verlassen würde. Total erschöpft, aber unendlich glücklich fielen sich Bremens Tänzer und Tänzerinnen in die Arme.

"Es war unglaublich spannend heute. Wir mussten enorm dagegen halten", meinte Reimund Meier. Einen wichtigen Grund für den souveränen Erfolg in der "Höhle des Löwen" sieht der Formationtänzer unter anderem im neuen Wir-Gefühl des Teams, "das in diesem Jahr so unglaublich hoch und intensiv ist wie nie zuvor."

Gefeiert wurde bis in die frühen Morgenstunden, wobei die Gedanken schon in Richtung Weltmeisterschaft am 8. Dezember in Bremen gingen. "Wir müssen ganz viel Selbstbewusstsein aus dem Sieg ziehen, denn bei der WM geben wir dann wieder richtig Gas. Schließlich wollen wir in unserem Wohnzimmer Weltmeister werden", erklärte Roberto Albanese. Der "Final Countdown" für die WM hat begonnen.

Grün-Gold-A-Team: Katja Bortin, Sergius Rossel, Inga Jörns, Björn Langpaap, Julia Michaelis, Sebastian Meyer, Janne Pietsch, Raimund Meier, Isabella Purzner, Thomas Friedrich, Nadine Rettweiler, Jakob Wieczorek, Elisabeth Wierczoch, Sebastian Berg, Joana Wiese, Nick Dieckmann, Ahn Duc, Isabell Ciomber, Dörthe Rosebrock, Katharina Diewert

B-Team: Alexander Nedderhoff, Alessa Drews, Seven Andersen, Berit Horstmann, Philip Hanenkamp, Iris Dorland, Marco Welzel, Magdalena Michalik, Tim Böttcher, Sarah Oliver, Kolja Mörsch, Laura Müller, Felix Kostyrok, Franziska Bäkefeld, Youri Koldewiijn, Amke Schmidt, Bo Colin Loyall, Corinna-Maren Volke, Ole Ebeling, Nicole Eichler, Timo Kuhnt, Laura van der Brelie

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