Fußball

Die Zukunft des Lottopokals

Der Bremer Fußball-Verband hat die Saison im Herrenbereich abgebrochen. Der Lottopokalwettbewerb aber soll noch beendet werden – wenn es die Verfügungslage erlaubt. Zeit dafür wäre bis zum Juli.
17.04.2021, 05:00
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Von Stefan Freye
Die Zukunft des Lottopokals

Sebastian Störer, stellvertretender Jugendobmann und Vorsitzender des Arbeitskreises zentrale Spielansetzung beim Bremer Fußball-Verband.

Karsten Klama

Die Situation lässt sich mit zwei Sätzen auf den Punkt bringen. „Wir hätten eigentlich an diesem Montag mit dem Training starten müssen, aber es geht auch in drei Wochen noch nicht los“, sagt Sebastian Störer. Er ist Leiter des Arbeitskreises Zentrale Spielansetzung im Bremer Fußball-Verband. Das Gremium hat nun gerade beschlossen, die Spielzeiten bei den Herren und den alten Herren vorzeitig zu beenden. Der BFV ist damit nach Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen der letzte Landesverband im Norden, der die Saison angesichts der Corona-Pandemie zu den Akten legt. In Bremen hatte man lange gewartet, die verhältnismäßig kurzen Wege hätten womöglich mehr Spiele in kurzer Zeit zugelassen. Aber selbst dieser Aspekt spielt nun keine Rolle mehr.

Nun wird abgebrochen und annulliert, was bisher geschah. Die Punkte, die die männlichen Fußballmannschaften bis zum Lockdown im November gesammelt hatten, sind nichts mehr wert. Es wird keine Absteiger geben und auch keine Aufsteiger. Einzige Ausnahme könnte der Brinkumer SV sein. Der Tabellenführer der Bremen-Liga soll die Chance auf die Teilnahme an der Qualifikation zur Regionalliga erhalten. Er liegt auch nach Anwendung der Quotienten-Regelung knapp vor dem Bremer SV. Brinkum ist um ein Tor besser. Der Fokus liegt nun aber nicht mehr auf den Punktspielen. Die wird es nicht geben in absehbarer Zeit. Im Mittelpunkt des Interesses liegt jetzt der Lotto-Pokal.

Dieser Wettbewerb wurde nämlich nicht abgebrochen. Er soll nach wie vor durchgeführt werden. „Zur Not können wir ihn auch in der nächsten Saison noch beenden“, sagt Sebastian Störer und meint damit den Zeitraum nach dem 30. Juni dieses Jahres. Denn auch die Spiele im Lotto-Pokal sind ja von der mittlerweile vielzitierten Verfügungslage abhängig. So schnell wird es auch im Bremer Cup nicht um Tore gehen. Dabei mag die Herausforderung vielleicht kleiner sein als in den nun beendeten Spielklassen. Sie ist aber groß genug. Nachdem erst eine Runde gespielt wurde, befinden sich nämlich immer noch 32 Mannschaften im Wettbewerb. Das bedeutet: Die zweite Runde (16 Spiele), das Achtelfinale (8), das Viertelfinale (4) sowie Vorschlussrunde (2) und Finale summieren sich auf stolze 31 Partien im Lotto-Pokal.

Es ist also nicht nur möglich, sondern eher wahrscheinlich, dass der Wettbewerb mit dem ein oder anderen Termin kollidiert. Etwa dem „Finaltag der Amateure“, dem großen Live-Event in der ARD, nach wie vor terminiert für den 29. Mai. Derzeit kann sich Sebastian Störer kaum vorstellen, dass bis zu diesem Zeitpunkt ein Bremer Finale stehen wird. „Aber vielleicht gibt es ja ein paar andere Landesverbände, die da eine Lösung hinbekommen“, sagt der Leiter des Arbeitskreises. Zum Finaltag der Amateure könnten vielleicht einige der insgesamt 21 Landesverbände ein Endspiel zur Liveübertragung anbieten. Die Bremer wohl eher nicht. Und dann ist da ja noch der DFB-Pokal, das eigentliche Ziel der Pokalteilnehmer. Irgendwann im Juli, so steht es jedenfalls zu erwarten, muss der BFV seinen Pokalsieger zum großen Wettbewerb melden.

Gibt es diesen bis dahin nicht, weil der Lotto-Pokal sich in die Länge zieht, greift eine gerade erst eingeführte Bestimmung: Dann wird der ranghöchste Verein zum DFB-Pokal antreten, und dies ist der Regionalligist FC Oberneuland. Eine etwas ältere Regel besagt, dass der Lotto-Pokalsieger aber nicht das gesamte Fernsehgeld im DFB-Pokal behalten darf. Rund 40.000 Euro werden von der Summe (2020: 175.000 Euro) abgezogen und unter den anderen Teilnehmern des Bremer Wettbewerbs verteilt.

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