Sponsoren fehlen LSB sagt Ball des Sports für das Jahr 2011 ab

Bremen. Überraschende Absage auf dem Landessporttag: Der Ball des Sports, eine Institution im Bremer Sport- und Gesellschaftsleben, wird im kommenden März nicht stattfinden. Wie Landessportbund-Präsident Peter Zenner mitteilte, fehlt es an Sponsoren.
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LSB sagt Ball des Sports für das Jahr 2011 ab
Von Tobias Dohr

Bremen. Es war ein harmonischer Landessporttag den die Delegierten am Sonnabend in der Bremener Strandlust verlebten. Beinahe so harmonisch, dass ein echter Kracher in der Rede von Landessportbund-Präsident Peter Zenner fast ein wenig untergegangen wäre. Der Ball des Sports, eine Institution im Bremer Sport- und Gesellschaftsleben, wird im kommenden März nämlich nicht zum 33. Mal stattfinden - es fehlt das liebe Geld.

'Der Ball des Sports ist überwiegend sponsorenfinanziert', erklärte Zenner. Und genau da hake es in diesem Jahr. In der vergangenen Woche hatte es noch einmal letzte Gespräche gegeben - ohne Erfolg. 'Wir haben nicht die Mittel, diese Veranstaltung zu organisieren', ergänzte Zenner. Die Ehrungen der Sportler des Jahres werden aller Voraussicht nach deshalb im Rathaus stattfinden und nicht, wie in der Vergangenheit Tradition, während des feierlichen Rahmens beim Sportlerball.

Die überraschende Absage war dann auch sozusagen die Speerspitze, der direkt spürbare Bereich dessen, worum es beim Landessporttag nahezu die kompletten dreieinhalb Stunden über ging: nämlich die Finanzen. Sowohl im Grußwort von Senator Ulrich Mäurer (SPD), als auch in der anschließenden Podiumsdiskussion der verschiedenen Parteivertreter wurde in erster Linie über das liebe Geld diskutiert. Und nicht ganz überraschend herrschte dabei im Unterschied zu sonstigen Diskussionen weitgehend Einigkeit: Der Sport sei essentiell wichtig für die Gesellschaft und dürfe deshalb auf keinen Fall über Gebühr kaputt gespart werden.

Verärgerung über Einsparungen

Dass genau das aber im Moment der Fall ist, betonten sowohl Zenner als auch der für die Finanzen zuständige Vize-Präsident Thomas Fürst in ihren Ausführungen. Besonders die von Fürst vorgelegten neuen Zahlen einer Studie sorgten für Kopfschütteln. Denn im Städtevergleich ist es demnach die Hansestadt Bremen, die mit Abstand am wenigsten pro Einwohner für den Sport ausgibt. In keinem Verhältnis stünden demgegenüber die Ausgaben für den Kulturbereich. Zenner wurde noch deutlicher: 'Die Seebühne, das Musicaltheater, wie viele Fehlplanungen gab es in diesem Bereich? Und immer wieder wurden Hunderttausende Euro da reingepumpt. Und wir streiten hier um 60.000 Euro. Das ist für die Ehrenamtlichkeit eigentlich ein Skandal.' Auf ungefähr diese Summe belaufen sich die Kosten, die dem LSB durch die Streichung der Versicherungszuschüsse seitens der Stadt neu entstanden sind.

Was für viel Unmut nicht nur beim Präsidium, sondern auch bei den Delegierten gesorgt hatte. Denn der Beschluss der Regierung darüber sei ohne Rücksprache mit dem LSB getroffen worden. Volker Beringer von der SG Aumund-Vegesack reichte deshalb eine Resolution ein, in der er den LSB dazu aufforderte, nachhaltig gegen dieses Vorgehen zu protestieren. Der Antrag wurde von den Delegierten einstimmig befürwortet. Ebenso einmütig ging es bei den abschließenden Wahlen des Präsidiums, den beantragten Satzungsänderungen sowie der Beschlussfassung über den Wirtschaftsplan zu.

Apropos: In diesem Wirtschaftsplan wird im kommenden Jahr auch ein außergewöhnlicher Posten auftauchen. Denn - und auch das darf als Überraschung bezeichnet werden - der LSB wird sich vom 'Haus des Sports' trennen und die Immobilie in der Eduard-Grunow-Straße verkaufen. Trotz all der finanziellen Engpässe beruhigte Zenner aber die Mitglieder zum Abschluss: 'Der Sport, soviel steht fest, wird auch die nächsten Jahre überstehen.'

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