Tag der Schulen bei den 56. Sixdays

Mehr als nur ein Wandertag

Fast 2000 Kinder und Jugendliche lernen am Montagvormittag, wie abwechslungsreich Sixdays sind und was Inklusion ist. Die Stimmung im Innenraum und auf den Tribünen ist besser als an manchem Abend.
13.01.2020, 21:07
Lesedauer: 2 Min
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Von Jörg Niemeyer
Mehr als nur ein Wandertag

Es war richtig was los beim Tag der Schulen. Die Jugendlichen fieberten im Innenraum mit und feuerten die Sportler an. Fast 2000 Schülerinnen und Schüler waren diesmal dabei.

Frank Koch

Das Wort Dank fällt am Montagmorgen beim Tag der Schulen in der ÖVB-Arena nicht. Doch offensichtlich ist, dass die etwa 2000 Schülerinnen und Schüler sowie ihre Begleiter, meist Lehrkräfte, für diesen ereignisreichen Vormittag dankbar sind. Nicht nur, weil ein Wandertag schöner ist als die Schulbank zu drücken. Sondern auch, weil das Programm abwechslungsreich ist. Die Jungen und Mädchen haben erkennbar ihren Spaß.

Die Zehn- bis 18-Jährigen sorgen für mehr Stimmung, als es die Erwachsenen an den Abenden schaffen. Kreischend und klatschend begleiten sie die Aktiven auf der Bahn, vor allem dann, wenn die Wettbewerbe in ihre entscheidende Phase gehen. „Ich finde es hier sehr schön, weil die Rennen so spannend sind“, sagt die zwölfjährige Bennu. „Cool, wie schnell die fahren“, sagt Mateusz, ihr Klassenkamerad aus der 6b der Neuen Oberschule Gröpelingen.

Auf der Bahn drehen an diesem Morgen die U 19-Fahrer des Andy-Kappes-Cups, die Sprinter und im Inklusionsrennen die Kandidatin für die Paralympics, Raphaela Eggert, ihre Runden. „Wenn wir den Tag der Schulen machen, wollen wir den Kindern auch alles zeigen“, sagt der Sportliche Leiter Erik Weispfennig, der als Verantwortlicher für den Sport wie immer an diesen sechs Tagen im Zielraum seinen Dienst verrichtet. Natürlich dürfen auch die Dernys nicht fehlen, ebenso wenig die Hallensprecher Mathias Arians und Felix Gerhardt sowie die Kameraleute, deren Bilder direkt auf den großen Videowürfel über dem Innenraum übertragen werden. Die Gäste verfolgen Gesprächsrunden mit den Spielern Adrian Breitlauch und Vincent Friederici vom Basketball-Zweitligisten Eisbären Bremerhaven, mit Michael Arends vom SV Werder oder dem Radsport-Sprinter-­Star Robert Förstemann. Nur auf den Sturz von zwei U 19-Fahrern hätten alle in der Halle gern verzichtet, doch leider ist die Sturzgefahr auf der Bahn ein ständiger Begleiter.

Michael Arends ist bei Werder für den Bereich Inklusion zuständig. Und Inklusion ist das Thema, unter das die Organisatoren den fünften Tag der Schulen stellen. In der Vergan­genheit war es um Motivation oder Ernährung gegangen, diesmal geht es um die Einbeziehung von behinderten Menschen in den sportlichen Alltag. „Unser Ziel ist, den Kindern Sport nahezubringen“, sagt Judith Poppe, die im Vorfeld der Veranstaltung und auch bei der Durchführung eine der Ansprechpersonen für die Gäste ist. Froh sind die Sixdays-Organisatoren aber auch, dass sie für ihren Sport kräftig die Werbetrommel rühren können. Das Format des Tags der Schulen ist jedoch so angelegt, dass die Schüler auf jeden Fall einen Mehrwert mit nach Hause nehmen können.

Für die Schüler aus Gröpelingen besteht ein Mehrwert schon aus der Tatsache, dass sie mal über die Grenzen ihres heimischen Stadtteils hinaus kommen. „Von den 18 Schülern, mit denen wir hier sind, war bislang nur ein einziger jemals in der ÖVB-Arena“, sagt Klassen- und Sportlehrer Max Beermann. Leider seien in Gröpelingen, so der Pädagoge, auch nur wenige Kinder im Sportverein organisiert. „Die Schüler können und sollen hier ihren Horizont erweitern“, sagt Kristian Arambasic, der die 6b als Sozialarbeiter der Schule mitbetreut.

Auch für die zweite Klassenlehrerin der 6b, Ellen Keller, sind die Sixdays eine Premiere. „Ich bin ganz begeistert“, sagt sie. Ein Blick auf die Kennzeichen der Busse auf der Bürgerweide verrät, dass die Begeisterung auch das bremische Umland erfasst hat. Die Gäste kommen nicht nur aus Bremen und den Kreisen Diepholz und Cuxhaven, sondern auch aus Cloppenburg, Emden und Wilhelmshaven. Das Einzige, was Lehrer Max Beermann gern anders gehabt hätte: neben Raphaela Eggert mehr Frauen auf der Bahn. So könne, sagt Beermann, der Eindruck entstehen, dass Bahnradsport vorwiegend für Jungen sei.

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