Werders Drittliga-Handballerinnen Mit dem Oldenburger Sieger-Gen

Gefühlt spielen die Drittliga-Handballerinnen des SV Werder Bremen schon seit etlichen Jahren um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Auch diesmal lugt ihr Trainer Radek Lewicki wieder in diese Richtung. Vier Neuzugänge aus Oldenburg haben Erfolgshunger mit an die Weser gebracht.
11.09.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Kowalzik

Neue Staffeleinteilung, neue Gegner, alte Ziele: Gefühlt spielen die Drittliga-Handballerinnen des SV Werder Bremen schon seit etlichen Jahren um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Auch diesmal lugt ihr Trainer Radek Lewicki wieder in diese Richtung. Der Auftaktgegner ist am Sonnabend der MTV Altlandsberg um 18.30 Uhr in der Hermine-Berthold-Straße.

Das Kribbeln verstärkt sich bei Radek Lewicki von Tag zu Tag. „Es ist gut, dass es jetzt losgeht“, sagt der Trainer des SV Werder Bremen und kann den Heimspielstart fast nicht mehr abwarten. Vor einer Woche wäre er – wie die ersten Klubs in der dritten Handball-Liga der Frauen – nur allzu gerne in die Punktspielsaison gestartet. Der Hannoversche SC wollte das DHB-Pokalspiel gegen die Grün-Weißen aber nicht vorverlegen, sodass der ursprünglich geplante Punktspielauftakt gegen den SV Henstedt-Ulzburg auf den 3. Oktober vertagt werden musste.

Jetzt starten die Grün-Weißen am Sonnabend um 18.30 Uhr in der Hermine-Berthold-Straße gegen den MTV Altlandsberg in die Saison, und Radek Lewicki ist darüber im Nachhinein froh. „Es ist für uns kein Nachteil“, sagt er. Während er seinen Gegner nämlich noch ausführlich auf Video studieren kann, tappt der Klub aus dem Umland Berlins bezüglich der neuen Werder-Stärke völlig im Dunkeln.

Der SVW ist dagegen vor dem kampfstarken Gegner hinreichend gewarnt: „Die haben zu Hause gegen die starke TSG Wismar nur knapp mit 23:24 verloren und wollen jetzt einen kompletten Fehlstart vermeiden“, warnt er. Beim MTV sind nach dem ersten Spieltag vor allem die Kapitänin Sophie Lütke (10/4 Tore) und der ungarische Neuzugang Viktoria Varkonyi (5) zu beachten. Wer beim SV Werder Bremen nach dem Abschied von Goalgetterin Katrin Salkic die neue Führungsrolle übernehmen wird, muss sich zeigen. „Wir sind durch unsere Neuzugänge noch ausgeglichener besetzt. Alle spielen auf einem guten Level“, ist der SVW-Coach überzeugt. Das einzige Manko des Tabellendritten der vergangenen Saison: „Wir sind mit 14 Spielerinnen verhältnismäßig knapp aufgestellt“, meint er. Und beim Saisonauftakt wird ihm die Kreisläuferin Britta Neumann noch aufgrund einer Fingerverletzung an der Wurfhand fehlen.

Dafür haben die vier Neuzugänge aus Oldenburg reichlich Erfolgshunger mit an die Weser gebracht. Drei gestandene Drittliga-Spielerinnen vom amtierenden Meister und im Fall der Rückkehrerin Rabea Neßlage sogar eine mit Bundesligaerfahrung, die nicht erst an die Spielklasse gewöhnt werden müssen. „Sie haben meine Mannschaft mit ihrem Siegeswillen richtig infiziert, alle ziehen sensationell mit“, sagt Lewicki mit Blick auf eine großartige Trainingsbeteiligung. Meist sind 13 Spielerinnen dabei.

Er vergleicht seine Mannschaft mit der Anatomie des menschlichen Körpers. „Meine Torhüterinnen Maike Anschütz und Charlotte Schumacher sind das Gehirn, sie müssen in der Abwehr die Arme und Beine bewegen“, sagt er. Die Kreisläuferinnen wie Nele Osterthun, Britta Neumann oder auch Julia-Marina Schnell bilden für ihn im Abwehrzentrum das Herz. „Sie geben den Rhythmus vor“, sagt er.

Bleiben noch die Außenpositionen, besetzt mit durchsetzungsfreudigen Konterspielerinnen wie Joseffa Baumann, Imke Nübel, Marie-Christin Kaiser und Katrin Friedrich: die Beine. Lewicki: „Sie müssen laufen, laufen, laufen.“

Damit ist auch die Aufgabe des Rückraums vorgegeben und klar: „Sie sind die Arme, die werfen.“ Dort verfügt der Werder-Trainer mit den beiden Spielmacherinnen Julia Lupke und Rabea Neßlage über zwei intelligente Regisseurinnen mit Vollstreckerqualitäten. Neben ihnen stehen mit Marilena Niemann und Leonie Schulte zwei gefährliche Rückraumspielerinnen, die von Allrounderin Jennifer Börsen unterstützt werden.

Die neue Staffeleinteilung macht dem SV Werder Bremen dagegen das angepeilte Ziel, um den Aufstieg mitzuspielen, nicht unbedingt leichter. Nicht nur Lewicki, auch sein Altlandsberger Gegenüber Fabian Lüdke ist überzeugt, dass die geografisch diesmal mehr gen Osten orientierte Nord-Staffel stärker geworden ist. „Außerdem sind es neue und momentan noch unbekannte Teams, die oben mitspielen wollen. Das macht unsere Aufgabe schwerer, aber nicht unrealistisch“, sagte Radek Lewicki in seinem verflixten siebten Trainerjahr bei Werders Drittligateam.

Er wird sich an der Spitze mit den Teams aus Wismar, Oldenburg II, Buxtehude II, TSC Berlin und den FHC Frankfurt/Oder balgen. Dazu kommt der Zweitliga-Absteiger Nord Harrislee als unbekannte Größe.

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SV Werder Bremen

Zugänge: Rabea Neßlage (VfL Oldenburg I), Julia-Marina Schnell, Joseffa Baumann, Leonie Schulte (VfL Oldenburg II)

Abgänge: Katrin Salkic, Anna Barnstorff (Handballende), Nadja Wassrodt (VfL Oldenburg II), Svenja Jänicke (beruflich nach München), Eileen Neumann (zweite Mannschaft)

Restkader: Maike Anschütz, Charlotte Schumacher; Marie-Christin Kaiser, Katrin Friedrich, Julia Lupke, Imke Nübel, Nele Osterthun, Jennifer Börsen, Britta Neumann, Marilena Niemann

Trainer: Radek Lewicki (Trainer im siebten Jahr)

Saisonziel: Um den Aufstieg mitspielen

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