Reitsport

Mynou Diederichsmeier gewinnt Großen Preis von Oberneuland

Da saß sie nun, hoch zu Ross im Sattel ihres Wallachs Stalido und reckte bei der Siegerehrung freudestrahlend ihren rechten Daumen in die Höhe. Mynou Diederichsmeier hatte im Großen Preis des Springturniers beim RC Rosenbusch Oberneuland für eine Premiere gesorgt.
01.06.2015, 00:00
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Mynou Diederichsmeier gewinnt Großen Preis von Oberneuland
Von Frank Büter
Mynou Diederichsmeier gewinnt Großen Preis von Oberneuland

Gelungener Test für die Deutsche Meisterschaft: Mynou Diederichsmeier vom RV Aller-Weser gewinnt als erste Amazone den Großen Preis von Oberneuland.

Dirk Rüchel

Da saß sie nun, hoch zu Ross im Sattel ihres Wallachs Stalido und reckte bei der Siegerehrung vor fast 1500 Zuschauern freudestrahlend ihren rechten Daumen in die Höhe. Mynou Diederichsmeier hatte im Großen Preis des Springturniers beim RC Rosenbusch Oberneuland für eine Premiere gesorgt. Erstmals in der nun zehnjährigen Turniergeschichte gewann am Sonntag eine Amazone die hochkarätigste Prüfung dieser dreitägigen Veranstaltung auf der Anlage der Familie Forkert – und das noch dazu mit einem neuen Pferd.

Mit einem fulminanten Ritt blieb Diederichsmeier im Stechen dieses erstmals auf S***-Niveau hochgestuften und mit 10 000 Euro dotierten Wettbewerbs um den Großen Preis der Bankhaus Lampe KG nicht nur fehlerfrei. Sie meisterte den Stechparcours mit sechs Hindernissen und sieben Sprüngen als vorletzte Starterin auch in der mit Abstand schnellsten Zeit. Die Nationenpreisreiterin vom RV Aller-Weser in Verden benötigte 35,27 Sekunden und war damit wesentlich flotter unterwegs als der bis dahin führende Jan Wernke (RSC Handorf) auf Lorelli (37,01 Sekunden), der am Ende Zweiter wurde.

2500 Euro Preisgeld und eine große Siegertrophäe waren der Lohn für die in Rotenburg/Wümme heimische Amazone, die mit Frisco Bormann, Gilbert Böckmann, Carsten-Otto Nagel oder auch Christian Glienewinkel weitere Hochkaräter auf die Plätze verwies. „Das war ein tolles Turnier mit super Bedingungen und einer sehr familiären Atmosphäre“, rief Mynou Diederichsmeier den lautstark applaudierenden Zuschauern zu. „Ich freue mich sehr!“

Auch einige Minuten später auf dem Abreiteplatz war Diederichsmeier noch sichtlich ergriffen von ihrem Erfolg und insbesondere von der Leistung ihres neunjährigen Wallachs Stalido. Erst vor gut einem Monat hat die 31-Jährige das Pferd von ihrer schwangeren Schwester Mylene übernommen. „Es war unser erster gemeinsamer Start bei einem Drei-Sterne-S-Springen – und es hat super gepasst“, sagte Diederichsmeier, die seit ihrem Abitur als Profi im Reitsportzirkus unterwegs ist. Mit Blick auf die in zwei Wochen in Balve stattfindenden Deutschen Meisterschaften hatte sie das Turnier beim RC Rosenbusch genutzt, um ihre Meisterschaftspferde noch einmal zu testen. Dazu gehört nun eben auch Stalido – Test bestanden! „Jetzt fahre ich mit einem guten Gefühl zur DM nach Balve“, sagte Mynou Diederichsmeier.

Vorjahressieger Carsten-Otto Nagel war mit Alicia ebenfalls ins Stechen des Großen Preises eingezogen, ein Abwurf schon am ersten Hindernis machte indes die Hoffnung auf eine erfolgreiche Titelverteidigung zunichte. Dennoch durfte der Mannschafts-Weltmeister von 2010, der auf einen Start beim parallel ausgetragenen CHIO in Aachen verzichtet hatte, auf ein erfolgreiches Turnierwochenende zurückblicken. „Wenn Bremen-Oberneuland ist, kann ich ja nicht nach Aachen fahren“, erklärte Rosenbusch-Stammgast Nagel, der am Vortag gemeinsam mit Dirk Schröder das Mercedes-Benz-Championat auf S**-Niveau gewonnen hatte.

Zwar nicht siegreich, aber ebenfalls sehr zufrieden war Christian Glienewinkel, der frisch gekürte Derbysieger 2015. „Sechsmal gestartet, viermal platziert – das ist doch eine gute Quote“, sagte Glienewinkel, der beim Großen Preis auf Platz sechs gekommen war. Dies allerdings nicht im Sattel seines Erfolgswallachs Aircare, der ihn vor 14 Tagen in Hamburg noch zum Blauen Band getragen hatte, sondern mit Levisto’s Pleasure. Mit Aircare hatte er im Umlauf, in dem 39 Reiter über 15 Sprünge mit bis zu 1,55 Meter Höhe an den Start gegangen waren, gleich bei der erste Hürde gepatzt. „Ein sehr ärgerlicher Fehler, aber so ist Sport“, erklärte der 30-Jährige. Seinem guten Gesamteindruck tat dies aber keinen Abbruch. „Dieses Turnier in Oberneuland entwickelt sich Jahr für Jahr weiter, es wird immer besser“, sagte Christian Glienewinkel und fügte mit Blick auf die Gastgeberfamilie Forkert an: „Man merkt, dass dieses Turnier von Reitern für Reiter ausgerichtet wird.“

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