Bremer Fußball-Schnack Nach Crash an der Außenlinie: Co-Trainer mit Schleudertrauma

Unfall in der Bremen-Liga: Neustadts Marco Rehling bringt Christoph Meyer zu Fall und kassiert Gelb. Bei SAV hat Trainer Krämer bis 2021 verlängert. Werders U23 muss lange auf Manasse Fionouke verzichten
12.11.2019, 16:59
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Stefan Freye

Die Bundesliga hat gerade mit den ersten Trainerentlassungen begonnen. Dabei sollte sie sich lieber ein Beispiel an der Bremen-Liga nehmen, dort werden nämlich bereits erste Vertragsverlängerungen bekannt gegeben: Rund ein halbes Jahr vor dem Saisonende haben sich Björn Krämer und die SG Aumund-Vegesack auf die Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit verständigt. Der 38-Jährige war 2017 vom VfL 07 zur SAV gewechselt und wird nun bis mindestens 2021 auf der Bank der Nordbremer sitzen – gemeinsam mit seinem Assistenten Issam El-Madhoun, mit dem sich Abteilungsleiter Bernd Siems ebenfalls auf eine Verlängerung verständigte. „Da alles passt, gibt es keinen Grund für Abwanderungsgedanken“, so Krämer. Er wolle mit der SAV nach wie vor „etwas aufbauen“. Nach Platz sechs im Vorjahr belegt sein Team derzeit den neunten Rang der Bremen-Liga.

Passiert ist es auf dem Kunstrasen der Bezirkssportanlage Süd, und dabei wurde deutlich: Eine Gefahr geht im Fußball nicht nur vom Sport selbst, sondern manchmal auch von der Sportanlage aus. Beim 0:0 der BTS Neustadt gegen den Habenhauser FV erwischte es Christoph Meyer, den Cotrainer des HFV. Er prallte am Sonnabend mit Neustadts Marco Rehling zusammen, nachdem dieser einen Ball kurz vorm Überschreiten der Außenlinie gespielt hatte. Da der Neustädter Kicker sich in voller Fahrt und Meyer recht nahe des Spielfeldes befunden hatte, wurde der Assistent von Wilco Freund nach dem Zusammenprall gegen den Zaun geschleudert – mit ernsthaften Folgen. „Er hat eine Gehirnerschütterung und ein Schleudertrauma, aber es geht bergauf“, sagt der Habenhauser Cheftrainer. Einen Vorwurf wollte er Rehling ausdrücklich nicht machen. Auch dessen Trainer Volker Fahlbusch kann im Verhalten seines Kickers keinen Fehler erkennen. „Marco ist im Vollsprint und rauscht dann in den Cotrainer – das ist einfach unglücklich und tut mir sehr leid“, so der BTS-Coach. Die Ursache für den Unfall habe Christoph Meyer aber eher „selbst gesetzt, wenn ich mich außerhalb der Coachingzone auf die Linie zubewege“. Gleichwohl: Für Rehling gab es eine Gelbe Karte. „Das ist völlig unverständlich“, meinte Trainer Fahlbusch.

Das ist bitter: Im Training von Werders U 23 zog sich Manasse Fionouke einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu. Der Innenverteidiger wird nun einige Monate fehlen und womöglich gar nicht mehr zum Einsatz kommen in der laufenden Regionalliga-Saison. „Das ist für alle sehr bedauerlich“, sagt Werder-Coach Konrad Fünfstück. Der 20-jährige Fionouke war erst im Sommer von Victoria Hamburg in den Bremer Talentschuppen gewechselt. Er hatte bislang 13 Punktspiele für die U 23 absolviert und dabei elf Mal in der Startelf gestanden. In einer an Verletzungen nicht gerade armen Saison reißt sein Ausfall nun eine weitere Lücke im jungen Werder-Team.

Es sah gar nicht gut aus, wie Miguel Troue zuletzt an Krücken die Spiele der SV Hemelingen verfolgte. Nach Tagen der Ungewissheit folgte nun aber die Entwarnung: Die Knieverletzung des Stürmers entpuppte sich lediglich als starke Prellung. „Ich denke, er wird ungefähr zwei Wochen fehlen“, sagt Günter Tuncel aus dem Trainerteam der SVH. In Femi Lepe begrüßte er gerade einen genesenen Angreifer nach überstandenem Bänderriss zurück. Der Torjäger gab beim 2:1 im Auswärtsspiel gegen die SG Aumund-Vegesack sein Startelf-Debüt, nachdem er zuvor seit dem August gefehlt hatte. Aber Lepe war nicht der einzige Rückkehrer. „Wir hatten neben Femi auch Michel Fischer, Daniel Janke und die Grüner-Brüder das erste Mal zusammen im Kader“, so Tuncel.

So geht‘s natürlich auch. Während die anderen Stürmer der Bremen-Liga mehr oder weniger kontinuierlich treffen und sich so in die Spitze der Torjägerliste schießen, setzt Kai Schmidt offenbar auf Schwerpunkte. Gleich neun seiner insgesamt 15 Tore erzielte der Angreifer des BSC Hastedt nämlich in zwei Partien. Bevor der 26-Jährige am Wochenende fünf Treffer zum 6:2-Erfolg gegen den SC Borgfeld beisteuerte, hatte er beim 4:0 über den SV Werder III im September viermal getroffen. Nun belegt Kai Schmidt den zweiten Rang des Rankings, hinter Herman Mulweme (16, TuS Schwachhausen) und vor Titelverteidiger Ebrima Jobe (14, FC Oberneuland). Dem Hastedter winkt also die Spitze, sollte ihm demnächst ein drittes Spiel mit mehreren Treffern gelingen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+