Dressurreiten Nadine Husenbeth setzt Erfolgsserie des Vaters fort

Bremen. 2002 wurde Klaus Husenbeth Mannschafts-Weltmeister in der Dressur. Zehn Jahre später gewinnt seine Tochter Nadine ihren ersten Grand Prix. Damit scheint die Erfolgsgeschichte der pferdebegeisterten Familie gesichert zu sein.
18.10.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Nadine Husenbeth setzt Erfolgsserie des Vaters fort
Von Ruth Gerbracht

Bremen. Für die größten Erfolge in der Dressur-begeisterten Familie Husenbeth sorgt zurzeit Tochter Nadine. Die 19-jährige Studentin vom RC St. Georg gewann beim Turnier in Zierow mit ihrer Stute Florida ihren ersten Grand Prix.

"Das war schon eine tolle Leistung", erklärt Vater und Trainer Klaus Husenbeth stolz, "zumal sie auch die Intermediaire II mit großem Abstand für sich entscheiden konnte. Mit diesen Erfolgen sicherte sich Nadine Husenbeth nun auch das Goldene Reiterabzeichen, das ihr in den nächsten Tagen verliehen wird.

Was mit einem kleinen Pony begann, entwickelt sich immer mehr zu einer erfolgreichen Dressurkarriere. Konnte Nadine Husenbeth mit 16 Jahren auf Piccolino, dem Erfolgspferd ihres Vaters, bereits glänzen, scheint der Weg nun mit der zwölfjährigen Stute Florida weiter nach oben zu gehen. Vor vier Wochen erst sicherte sich die Bremer Reiterin, die dem Bundeskader Dressur angehört, den dritten Rang bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften. "Florida ist zurzeit im besten Dressuralter, und die beiden machen ihre Sache ziemlich gut", sagt Klaus Husenbeth, Mannschafts-Weltmeister Dressur von 2002. Und doch hat der Vater bereits Vorkehrungen für die längerfristige Zukunft der Tochter getroffen. Mit der erst achtjährigen Stute Emilia Galotti steht bereits ein Erfolg versprechendes Nachwuchspferd im Sottrumer Stall.

Hartes Wintertraining steht bevor

Doch zunächst liegt der Trainingsschwerpunkt in den kommenden Wintermonaten darauf, das erfolgreiche Duo Florida und Nadine Husenbeth noch erfolgreicher zu machen. Das heißt: Schwere Lektionen müssen verstärkt geübt werden. Schließlich steht zu Beginn des neuen Jahres ein ganz besonderer Wettbewerb auf dem Programm: der Piaff-Förderpreis. Für diese Serie können sich junge Dressurreiter qualifizieren und anschließend im Wettkampf messen. Zunächst muss in Warendorf bei der neuen Bundestrainerin Monica Theodorescu ein Lehrgang absolviert werden.

Anschließend werden die zwölf Besten daraus ausgewählt, die dann gegeneinander antreten, um das Finale der ersten Drei zu erreichen. "Der Piaff-Förderpreis ist angelegt, um jungen Reitern den Übergang zur S-Dressur zu erleichtern", sagt Klaus Husenbeth, der selbstverständlich das Training zu Hause mit seiner Tochter übernimmt, was ihm, wie er stolz zugibt, "eine Menge Spaß macht".

Dass die eigene Karriere damit in den Hintergrund gerät, stört den erfolgreichen Dressurreiter nicht. Natürlich reizt es ihn immer wieder mal, sich selbst dem Wettbewerb zu stellen. So hat er es gerade wieder geschafft, sich mit einem sechsjährigen Nachwuchspferd fürs Bundeschampionat zu qualifizieren – aber ins ganz große Dressur-Viereck muss der 56-Jährige nicht mehr. Dementsprechend lässt er auch das Bundeschampionat trotz Qualifizierung sausen. "Der Aufwand für dieses Mammutturnier ist mir einfach zu groß."

Diese Zeit widmet Klaus Husenbeth lieber dem eigenen Nachwuchs. Neben der 19-jährigen Nadine hat sich die jüngere Schwester Jessica ebenfalls dem Dressursport verschrieben. Auch die 16-jährige ist vielversprechend in die Wettkämpfe gestartet, sodass sie bereits dem Bremer Dressur-Kader angehört. "Ihr Engagement ist mit dem von Nadine vergleichbar", sagt Klaus Husenbeth. Auch der Reitstil sei ähnlich, was aber auch nicht wirklich verwundert, schließlich werden beide von Klaus Husenbeth und seiner Frau Britta trainiert. Gemeinsame Sache macht die Familie Husenbeth auch bei ihren Pferden.

Natürlich hat jeder sein Pferd, mit dem er unterwegs ist, aber im Training reitet jeder auch mal die Pferde des anderen. "Bei uns wird durchgetauscht." Einer, der davon nicht mehr betroffen ist, heißt Piccolino. Das mittlerweile 20-jährige Erfolgspferd mit dem Klaus Husenbeth unter anderem Mannschafts-Weltmeister geworden war, darf seinen Ruhestand auf der Weide verbringen.

"Das war am Anfang nicht so einfach. Schließlich ist ein Pferd auch Leistungssportler und muss abtrainieren", sagt Husenbeth. Mittlerweile aber genießt Piccolino seine Freiheit, die er draußen jedoch nicht allein verbringen muss – das Pony der Familie Husenbeth weicht nicht von seiner Seite.

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