WM Nervenkitzel mit Happy-End: Basketballer auf Kurs

Kayseri. Es war kein Sieg für die Geschichtsbücher, aber ein Meilenstein für die neue deutsche Basketball-Generation. Nach dem 82:81-Triumph über Vize-Europameister Serbien nach zweimaliger Verlängerung ist das DBB-Team bei der Weltmeisterschaft in der Türkei auf Kurs.
30.08.2010, 14:24
Lesedauer: 2 Min
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Kayseri. Es war kein Sieg für die Geschichtsbücher, aber ein Meilenstein für die neue deutsche Basketball-Generation. Nach dem 82:81-Triumph über Vize-Europameister Serbien nach zweimaliger Verlängerung ist das DBB-Team bei der Weltmeisterschaft in der Türkei auf Kurs.

«Endlich haben wir so ein Spiel einmal gewonnen. Dieser Sieg ist sensationell und gar nicht hoch genug zu bewerten», sagte Bundestrainer Dirk Bauermann nach der hochdramatischen Partie. Im ersten WM-Gruppenspiel hatten die deutschen Korbjäger gegen die starken Argentinier noch knapp den Kürzeren gezogen, gegen Serbien platzte in Kayseri endlich der Knoten.

«Das Team hat eine tolle Entwicklung genommen. Jetzt können wir auch solche Spiele gewinnen», sagte Matchwinner Jan-Hendrik Jagla strahlend. Mit 22 Punkten war der Blondschopf bester Werfer in der Auswahl des Deutschen Basketball Bundes, mit seinem spektakulären Dreipunktwurf 63 Sekunden vor dem Ende ebnete der 29-Jährige den Weg zum ersten WM-Sieg der «jungen Wilden» ohne Superstar Dirk Nowitzki. «Wir haben gezeigt, dass es auch ohne Dirk geht», meinte Jagla, dem in Abwesenheit von Nowitzki ganz besondere Verantwortung zukommt.

Schließlich ist Jagla zusammen mit «Team-Opa» Demond Greene (31) und Steffen Hamann (29) einer von nur drei Routiniers in der deutschen Mannschaft - noch nie verfügte eine DBB-Auswahl bei einer Weltmeisterschaft über so wenig Erfahrung. «Wir werden noch viel Freude an dieser Generation haben», sagte Jagla mit Blick auf die Youngster vor der Partie gegen Australien.

Schon bei der Europameisterschaft in Polen vor einem Jahr hatten die aufstrebenden Tibor Pleiß, Robin Benzing und Co. mit ihrer unbekümmerten und frischen Art für Aufsehen gesorgt. Bis auf einen Erfolg gegen schwächelnde Russen kam für die Basketball-Talente bei ihrem ersten internationalen Auftritt aber nichts Zählbares heraus. «Da dachten viele, wir seien die Abtrittmatte des internationalen Basketballs, aber schon da haben wir gezeigt, dass mit uns wieder zu rechnen ist», sagte Bauermann.

Die Reihe guter aber erfolgloser Spiele setzte sich jedoch auch beim WM-Debüt der DBB-Küken gegen Ex-Weltmeister Argentinien fort. Toll gespielt, Sympathien gewonnen, aber das Spiel verloren - der Trend schien in der Türkei anzuhalten. Doch in den ambitionierten Serben schlugen die Bauermann-Schützlinge endlich eine Basketball-Großmacht, auch wenn die gesperrten Superstars Nenad Krstic und Milos Teodosic fehlten.

«Natürlich macht uns dieser Sieg stolz», sagte Elias Harris. Der Erfolg hat das Selbstvertrauen auf jeden Fall gestärkt. «Jetzt wollen wir nachlegen und Zweiter in der Gruppe werden, um auf jeden Fall den starken Amerikanern im Achtelfinale aus dem Weg zu gehen», blickte Harris bereits weit voraus.

Bauermann hatte gerade die jungen Spieler vor dem Turnier mit verbalen Spitzen zusätzlich angestachelt: «Sie müssen doppelt hart arbeiten und dürfen nicht zu früh zufrieden sein.» Gegen die Serben standen sie ihren Mann, wurden von den drei Routiniers aber auch hervorragend geführt.

Als es in den beiden Verlängerungen darauf ankam, nahmen die Erfahrenen im Team das Heft in die Hand. Alle 13 Punkte in den zehn Extra-Minuten gingen auf das Konto von Jagla (5), Greene und Hamann (je 4). «Sie machen hier einen tollen Job», zollte Bauermann seinen «Oldies» Respekt. Nur mit jugendlicher Unbekümmertheit geht es eben doch nicht. (dpa)

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