Werders verletzte Spielmacherin

Neßlage: Am Freitag gibt's die Diagnose

Hiobsbotschaft für den SV Werder Bremen: Der Handball-Zweitligist muss in den kommenden Wochen auf seine Spielmacherin Rabea Neßlage verzichten.
03.12.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Neßlage: Am Freitag gibt's die Diagnose
Von Frank Büter
Neßlage: Am Freitag gibt's die Diagnose

Spielmacherin Rabea Neßlage (am Ball) im Clinch mit der Abwehr: In Halle ging man dabei derart rüde zu Werke, dass Werders beste Torschützin verletzt ausschied. Nun droht ihr eine längere Pause.

Dennis Gloth (hansepixx.de), hansepixx.de

Hiobsbotschaft für den SV Werder Bremen: Der Handball-Zweitligist muss in den kommenden Wochen auf seine Spielmacherin Rabea Neßlage verzichten. In der Auswärtspartie bei Union Halle-Neustadt zog sich die 25-Jährige eine Knieverletzung zu, deren genaues Ausmaß derweil noch unklar ist. Am Mittwoch wurde eine Magnetresonanztomografie, kurz MRT, vom rechten Knie gemacht, „die Diagnose bekomme ich am Freitag“, sagt Neßlage, die derzeit auf Gehhilfen angewiesen ist.

Die Partie in der Hallenser Sportarena war erst wenige Minuten alt, als Rabea Neßlage die Lücke im Abwehrverbund der Gastgeberinnen erkannte, blitzschnell hineinstieß – und schließlich in der Luft noch gestoppt wurde. „Die haben mich von beiden Seiten in die Zange genommen und dabei mein Knie regelrecht eingequetscht“, schildert Neßlage die Szene, die sie nun womöglich längerfristig zum Zuschauen verdammt.

„Es fühlt sich so an, als ob auf jeden Fall etwas kaputt ist“, sagt Neßlage. Vermutungen anstellen, was genau es sein könnte, mag sie nicht. Sie muss sich bis Freitag gedulden – und hofft inständig, dass es kein Kreuzbandriss ist. Einen solchen hatte sie vor drei Jahren erlitten, damals im linken Knie, als sie sich gerade anschickte, sich im Bundesligakader des VfL Oldenburg zu etablieren. Nach einer längeren Pause kämpfte sich Rabea Neßlage seinerzeit zurück, pendelte beim VfL aber sportlich fortan zwischen Einsätzen in Liga eins und Liga drei – und entschloss sich schließlich im Frühjahr 2014, zu ihrem Heimatverein Werder Bremen zurückzukehren. Hier war sie in der vergangenen Saison dann maßgeblich daran beteiligt, dass der SVW den lang ersehnten Aufstieg in die 2. Bundesliga realisiert hat.

Zehn Partien hat Werder in dieser Spielklasse nun schon absolviert und belegt aktuell den elften Platz. Zwei Zähler beträgt der Vorsprung zum ersten von vier Abstiegsrängen, noch steht der Aufsteiger also auf der sicheren Seite. „Unser Ziel ist natürlich zunächst der Klassenerhalt“, sagt Rabea Neßlage. „Aber wir gucken nicht nur auf die Punkte, sondern auch darauf, dass wir uns als Mannschaft entwickeln.“

In diesem sehr wechselhaft verlaufenen ersten Saisondrittel hat Werder bereits einige Erfahrungen gesammelt – in positiver wie in negativer Hinsicht. Eine Erkenntnis aber thront über allem: Strukturell hinkt der Liganeuling der Konkurrenz hinterher. „Die meisten Vereine haben einen viel größeren Etat, arbeiten mit hauptamtlichen Trainern und haben dabei auch etliche Spielerinnen im Kader, die nicht ganztägig arbeiten müssen“, weiß Neßlage um die finanziellen Möglichkeiten anderer Klubs.

Was schon einen Wettbewerbsnachteil bedeutet – trotz der fraglos vorhandenen Qualität im Werder-Kader, der vor dieser Serie mit sieben Neuzugängen verstärkt wurde. Rabea Neßlage sieht es ähnlich, Sorgen, dass es nicht zum Klassenerhalt reichen könnte, macht sie sich indes nicht. Sie sagt: „Unsere Mannschaft hat Zweitliganiveau.“ Sie sagt aber auch: „Das muss in den Köpfen ankommen.“ Die Bundesliga erfahrene Regisseurin hofft, dass ihr Team bald den „Schalter umlegen“ kann, man müsse sich dazu einfach nur bewusst machen, „dass wir es können“.

Und das möglichst noch vor der Weihnachtspause. Drei Partien stehen bis dahin noch an: Am Sonnabend (Anwurf 18.30 Uhr) erwartet Werder den Tabellensechsten HSG Bensheim Auerbach, danach folgen noch Auswärtspartien bei der FSG Mainz 05/Budenheim (Tabellen-13.) und bei der TG Nürtingen (Tabellen-12.). Zwei Auswärtsspiele bei direkten Konkurrenten also, zwei Partien, in den Werder wichtige Punkte einfahren könnte. „Das sind Gegner, gegen die wir auch auswärts etwas holen können“, sagt Neßlage. Die mit 61 Toren derzeit beste Werferin im Werder-Trikot wird bei den anstehenden Aufgaben auf jeden Fall dabei sein – allerdings nur als Zuschauerin. „Vor Weihnachten“, sagt Rabea Neßlage, „vor Weihnachten sollte man nicht mehr mit mir planen.“

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