Schach-Bundesliga

Neue Bescheidenheit beim SV Werder

Bremen. Matthias Krallmanns Prognose für die kommende Saison fällt bescheiden aus. "Mit einem einstelligen Platz wäre ich in diesem Jahr schon zufrieden", so Werders neuer Trainer. Grund sind auch personelle Veränderungen.
18.10.2012, 05:00
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Neue Bescheidenheit beim SV Werder
Von Jan Oppel
Neue Bescheidenheit beim SV Werder

Hat beim SV Werder die Aufgabe übernommen, einen personellen Umbruch einzuleiten: Schach-Trainer Matthias Krallmann.

Frank Koch

Bremen. Matthias Krallmanns Prognose für die kommende Saison fällt bescheiden aus. "Mit einem einstelligen Platz wäre ich in diesem Jahr schon zufrieden", sagt der 50- Jährige. Werders neuer Trainer geht mit großen personellen Veränderungen in die neue Serie der Schach-Bundesliga. Gleich acht ausländische Profis mussten den Verein verlassen. Die meisten haben es mit Fassung getragen, stehen sie doch bei mehreren europäischen Klubs unter Vertrag.

Ersetzt werden die acht Abgänge durch Amateure. Der Umbruch hat System. Krallmann soll Werders neues Personalkonzept in die Tat umsetzen, das heißt konkret: mehr Förderung im Amateur- und Nachwuchsbereich. Davon verspricht sich die Schach-Sparte eine engere Bindung ihrer Mitglieder an den Verein und an die Region. Der Strategiewechsel bleibt nicht ohne Folgen. Vor allem die prominenten Abgänge von Vugar Gashimov aus Aserbaidschan und dem Ukrainer Pavel Eljanov, die beide zur Schach-Weltelite gehören, schwächen das Team nachhaltig.

Alle Spieler sollen zum Einsatz kommen

Statt wie in den vergangenen Jahren oben mitzuspielen, peilt das Team jetzt einen Platz im gesicherten Mittelfeld an. An den ersten acht Positionen bleiben zwar Werders ausländische Stammspieler gemeldet. Das heißt aber nicht, dass sie – wie in der Vergangenheit auch – an jedem Spieltag zum Zug kommen werden. Krallmann will in dieser Saison nach Möglichkeit alle Spieler im Kader einsetzen.

Das neue Konzept ist für Trainer und Mannschaft eine Herausforderung. "Es ist schwer, Amateure in der Bundesliga aufzustellen", sagt Krallmann. "Sie ist die stärkste Liga der Welt." Sowohl der amtierende indische Weltmeister Viswanathan Anand, als auch der Weltranglistenerste Magnus Carlsen aus Norwegen spielen in dieser Liga. Krallmann hofft, dass Werders neue Taktik trotzdem aufgeht. Unter den acht Neuzugängen befindet sich auch Nachwuchstalent Matthias Bluebaum. Der 15-Jährige aus Lemgo ist seit sechs Jahren Krallmanns Schüler und gilt als jüngster Internationaler Meister Deutschlands.

"Bis zum Schluss aufpassen"

Werders neuer Kapitän ist der Großmeister Gennadij Fish, der bereits auf Bundesliga-Erfahrung zurückgreifen kann. Werders Abteilungsleiter Oliver Höpfner sieht in diesem Jahr zwar keine akute Abstiegsgefahr. "Wir müssen aber bis zum Schluss aufpassen", sagt er. Forchheim, Griesheim und Norderstedt gelten als direkte Abstiegskandidaten. Favorit auf den Titel ist wie in den vergangenen Jahren die OSG Baden-Baden.

Bevor Werder im dritten Spiel den Favoriten aus Baden-Baden in der Platin-Loge des Weserstadions empfängt, geht es für die Bremer am Sonnabend zunächst darum, beim SV Griesheim den Grundstein für eine erfolgreiche Saison zu legen. Die Vorbereitung auf die Begegnung bestreiten die Spieler aus Deutschland gemeinsam ab heute. Die ausländischen Profis bereiten sich individuell auf den Gegner vor. Gegen Griesheim möchten die Bremer unter allen Umständen gewinnen. "Ein Sieg ist Pflicht", sagt Krallmann. "Wir brauchen einen guten Start."

Zur Saisoneröffnung lädt der SV Werder Schachinteressierte zu einem "Public Viewing" in das Vereinsheim in der Hemelinger Straße 17. Am Sonnabend werden ab 16 Uhr die laufenden Partien live übertragen.

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