Am 1. April soll es weitergehen Zweifel am Fußball-Neustart werden größer

Der Verband möchte zum 1. April starten, aber Trainer und Verantwortliche halten die Umsetzung für kompliziert. Videokonferenz brachte keine neuen Erkenntnisse
05.02.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Bremen. Es klang doch recht gut und durchdacht, was der Bremer Fußball-Verband (BFV) Ende Januar verkündet hatte. Angesichts des aktuellen Lockdowns und der anhaltenden Corona-Pandemie waren die BFV-Ausschüsse zu der Entscheidung gelangt, die Saison frühestens am 1. April fortzuführen. Bis dahin, so die nachvollziehbaren Gedanken, sollte sich die Situation weiter entspannt haben und auch eine entsprechende Vorbereitung auf die Pflichtspiele möglich sein. Spätestens nach einer Videokonferenz mit den Bremen-Liga-Teilnehmern am Mittwochabend steht allerdings fest: Der Plan ist vielleicht gut, seine Umsetzung könnte aber recht kompliziert werden.

Es sind jedenfalls einige Fragezeichen aufgetaucht unter den Verantwortlichen. Etwa bei Christof Frankowski, Abteilungsleiter des TuS Schwachhausen, und Kevin Köhler, Trainer des TuS Komet Arsten, beide Teilnehmer der virtuellen Zusammenkunft. Ihre größte Sorge: Wie sollen sich die Bremen-Ligisten auf den 1. April vorbereiten, solange noch gar nicht absehbar ist, wann wieder gemeinsam trainiert werden kann? „Wenn wir ab 16. Februar wieder Sport treiben dürfen, ist das eine andere Nummer – aber daran glaube ich nicht“, sagt Frankowski. Für Köhler liegt ein Vorbereitungsstart ebenfalls in weiter Ferne. Er erinnert sich auch noch gut an das letzte Mal: „Im Frühjahr hat es knapp zwei Monate gedauert, ehe wir vom kontaktlosen Training in Fünfergruppen zu den normalen Einheiten übergehen konnten.“

Man ist eben abhängig von der sogenannten Verfügungslage, den Vorgaben der Bremer Behörden. Eine Prognose ist schwierig, aber Anlass zum Optimismus besteht eher nicht. Für Frankowski und Köhler erscheint es deshalb auch nicht realistisch, von einem Trainingsstart vor Mitte März auszugehen. „Aber in zwei, drei Wochen kriegst du die Spieler nach einer so langen Pause nicht auf Trab“, findet Christof Frankowski, der zudem organisatorische Schwierigkeiten angesichts der zu erwartenden Hygiene-Vorschriften sieht. „Die Jungs beginnen auf einem niedrigen Level“, bestätigt Köhler. Er hält eine Vorbereitung von mindestens vier Wochen für „vernünftig“ – was einen Start in rund drei Wochen voraussetzen würde.

Aber selbst wenn sie ihre Kicker irgendwie fit bekommen, sind die Schwierigkeiten aus Sicht des Duos nicht ausgeräumt. Denn in diesem Fall drohten weitere Probleme, etwa durch mögliche Quarantänen. „Wir haben im Oktober aufgehört, weil wir keine Mannschaften mehr hatten – aber seitdem hat sich nicht so viel verändert“, sagt Christof Frankowski. Er hält die Spieler zudem für „noch mehr sensibilisiert“. Sie würden heute weniger Risiken eingehen, auch aus beruflichen Gründen, und seien deshalb nicht zwingend begeistert vom Fußball in Pandemie-Zeiten. „Die Arbeitgeber fragen ja schon mal bei Verletzung oder Quarantäne: Verdienst du dein Geld mit Fußball oder Arbeit?“, bestätigt Kevin Köhler den Druck, unter dem mancher Kicker offenbar steht.

Aber klar ist den beiden auch: Der Optimalfall sieht Fußball eigentlich vor. Schließlich habe der Sport eine gesellschaftliche Aufgabe und sollte diese gerade jetzt auch ausüben können. „Aber wir müssen uns vorher schon mit allen Dingen auseinandersetzen“, betont Frankowski. Dabei weiß er um die Komplexität: „Leicht hat es der BFV nicht.“ Das findet auch Sebastian Störer. „Es lässt sich jetzt ja noch gar nicht sicher beurteilen, wann wir starten können“, sagt der Leiter des Arbeitskreises Zentrale Spielansetzung im Bremer Fußball-Verband.

Derzeit ginge es nur um die Möglichkeiten, und daher sei es auch vorstellbar, dass der Spielbetrieb noch länger ruhen muss. Eine Wiederaufnahme am 1. April würde lediglich das „bestmögliche Szenario darstellen“. Für Sebastian Störer steht allerdings auch fest: „Wenn die Vereine nicht spielen möchten, dann werden wir auch nicht
spielen.“

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