Kommentar über Werders Absturz

Nicht nur Pech hat Werder an den unteren Tabellenrand geführt

Von der Stimmung, die noch im Mai bei den Fans von Werder Bremen herrschte, ist fast nichts mehr übrig, meint Christoph Sonnenberg. Er analysiert die Gründe.
18.12.2019, 19:00
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Nicht nur Pech hat Werder an den unteren Tabellenrand geführt
Von Christoph Sonnenberg
Nicht nur Pech hat Werder an den unteren Tabellenrand geführt

Auch Werders Torwart Jiri Pavlenka war nach dem 0:5 gegen Mainz restlos bedient.

CARMEN JASPERSEN/DPA

Es passte zur Stimmungslage, die Mitte Mai in Bremen herrschte. Vor dem letzten Spiel, Werder empfing Leipzig im Weserstadion, verkündeten die Bremer die Vertragsverlängerung Claudio Pizarros um ein weiteres Jahr. Es war der Konter für den tags zuvor erklärten Abschied Max Kruses. Kruse geht, Pizarro bleibt – vor sieben Monaten schien das eine akzeptable Variante für alle. Im Stadion lagen sich die Menschen in den Armen.

Es ist, auch wenn das im Rückblick immer ein wenig billig erscheint, eine von mehreren Fehleinschätzungen: Dass Kruse durch taktische Umstellungen zu ersetzen sei und Pizarro dem Alter stoisch trotzt. Dass das Risiko bei Niclas Füllkrug nach drei Knorpelschäden in beiden Knien akzeptabel sei. Dass ein großer, bulliger Spieler für das defensive Mittelfeld gesucht, am Ende aber Leonardo Bittencourt verpflichtet wurde, in etwa das komplette Gegenteil. All das hat Folgen, die Werder jetzt spürt.

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Von der Stimmung, die im Mai herrschte, ist fast nichts mehr übrig. Das Verständnis für den sportlichen Niedergang angesichts der vielen Verletzten haben die Profis mit ihren Leistungen gegen Paderborn, München und Mainz verspielt. Es ist nicht mehr nur das Pech, das Werder an den unteren Rand der Tabelle geführt hat, es sind Fehler gemacht worden, die Konsequenzen haben. Nicht zuletzt ist es der Glaube, Werder sei stabil genug, dem Abstiegskampf zu entgehen. Das ist der wohl schmerzhafteste Irrtum von allen.

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