Viertelfinale im Lotto-Pokal

Oberneuland fegt Schwachhausen weg

Das Team von Trainer Arambasic gewinnt am Ende sicher mit 5:1 und spielt im Halbfinale in Borgfeld. Der Sportliche Leiter des FC Oberneuland kritisierte am Ende die Gastgeber.
31.10.2019, 18:18
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye
Oberneuland fegt Schwachhausen weg

Schnes Wetter, schöner Fußball: Schwachhausen Faria Simao (r.) wird von Oberneulands Florent Aziri bedrängt.

Frank Thomas Koch

Es war nicht so ganz klar, was man nun von diesem Spiel halten sollte. Sicher war nur, dass der FC Oberneuland das Viertelfinalspiel im Lotto-Pokal mit 5:1 (1:0) für sich entschieden, sein Gegner TuS Schwachhausen also eine klare Niederlage bezogen hatte. Man durfte nach den 90 Minuten an der Konrad-Adenauer-Allee auch davon ausgehen, dass dieses Ergebnis ein bisschen zu hoch ausgefallen war, der Spitzenreiter der Bremen-Liga das Duell mit dem Tabellenzweiten aber schon leistungsgerecht für sich entschied. Das fanden ja auch die Schwachhauser.

„Wir haben verdient verloren“, meinte Christof Frankowski, Abteilungsleiter des TuS. Ansonsten gab es aber eine ganze Menge Aspekte, die nicht ganz so klar einzuordnen waren. So war vom TuS Schwachhausen ziemlich oft etwas über „Kleinigkeiten“ zu hören. Stürmer Chrisitan Schwarz bemühte diese Erklärung, sein Trainer Benjamin Eta auch. „Wir sind nicht so weit entfernt vom FC Oberneuland“, betonte der 39-Jährige.

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Das war aus seiner Sicht nicht einmal übertrieben. Schließlich hatte dem Gastgeber die Anfangsphase der Partie gehört. Der TuS wirkte dabei mutiger und entschlossener als bei der 1:3-Punktspielniederlage gegen den FCO im August. Man hatte auch durchaus den Eindruck, der klare 2:0-Heimerfolg über den Tabellendritten SFL Bremerhaven am letzten Wochenende habe das Eta-Team mit Selbstbewusstsein versorgt. „Ich hatte heute das erste Mal ein schlechtes Gefühl, und Schwachhausen hatte anfangs ja auch mehr vom Spiel“, bekannte Günter Hermann, Sportlicher Leiter des FC Oberneuland. „Wir waren 15 Minuten nicht konzentriert und haben gewackelt“, räumte auch Oberneulands Trainer Kristian Arambasic ein.

Zur umfassenden Betrachtung der Partie gehörte indes auch, was auf den schwungvollen Auftakt des Gastgebers folgte. Denn mit fortlaufender Spielzeit bekam der Gast das Geschehen in den Griff. Der TuS Schwachhausen spielte bis zur Pause zwar ordentlich mit. Er besaß aber zu keiner Zeit solche Chancen wie der zunehmend aktivere FCO. So scheiterte Michael-Affamefuma Ifeadigo freistehend an TuS-Keeper Lars Richter (22.), und Timo Keil traf aus zehn Metern nur die Latte des gegnerischen Tores (42.). Völlig unverdient traf Timo Dressler also nicht zur Pausenführung, als er einen Freistoß von der linken Seite an allen Spielern vorbei ins lange Eck zirkelte. Man könnte allerdings auch sagen: Der TuS Schwachhausen hatte schon ein bisschen Pech.

Dieser Eindruck verstärkte sich kurz nach der Pause, beim 2:0 durch Florent Aziri. Zuvor waren Sven Waldschmidt und Ifeadigo rund 20 Meter vor dem Schwachhauser Tor zusammengeprallt. Was dabei genau passiert war, darüber waren sie sich nicht einig: Benjamin Eta wollte gesehen haben, wie sein Innenverteidiger „den Ball gespielt“ hatte, hielt den von Schiedsrichter Ralf Iwanowski verhängten Freistoß also für eine Fehlentscheidung. Dagegen sprach Kristian Arambasic später von einem „klaren Foul“ an seinem Stürmer. Wie auch immer: Waldschmidt musste mit einer Prellung den Platz verlassen, und Aziri zirkelte den Freistoß zum 2:0 in den Winkel. Damit war das Spiel bereits gelaufen, darin waren sich später alle einig. „Der Freistoß war der Knackpunkt“, befand Christof Frankowski. Zu sicher präsentierte sich der FCO, als dass die ohnehin vergleichsweise harmlosen Schwachhauser diesen Rückstand würden aufholen können.

Hermann-Kritik an Gastgebern

Aber waren es wirklich nur Kleinigkeiten, die am Ende zum deutlichen Erfolg geführt hatten? Günter Hermann sah es trotz des durchwachsenen Beginns anders: „Das war ein Klassenunterschied, ich hätte von Schwachhausen mehr Aggressivität und Mumm erwartet.“ So deutliche Worte fand Kristian Arambasic nicht. Der FCO-Coach lobte den Gegner („Der TuS ist auf einem guten Weg“) und richtete den Blick dann auf die eigene Mannschaft.

Denn das war ja auch so eine Geschichte dieses Viertelfinales: Der Gast hatte zur Pause in Karam Han und Timo Dressler gleich zwei verletzte Spieler austauschen müssen – bei Han besteht nun sogar der Verdacht auf einen Kreuzbandriss. Die Wechsel brachten natürlich einiges durcheinander und zwangen den Tabellenführer der Bremen-Liga zu diversen Umstellungen. „Ich bin mega stolz, dass wir danach trotzdem eine bärenstarke zweite Halbzeit gespielt haben“, erklärte Arambasic – und fand gleichwohl, dass das Ergebnis „zu hoch“ ausgefallen war.

Weitere Informationen

TuS Schwachhausen: Richter – Olatunji, Waldschmidt (55. Osehi), Mulweme, Kumi, Tiras (71. Kaya), T. Schwarz, Yildirim, C. Schwarz, Simao, Ates (71. Falldorf)

FC Oberneuland: Frerichs – Göcke, Nukic, Kreutzträger, Han (46. Block), Jobe, Kolodziej, Keil, Tyca, Ifeadigo (76. Sarr), Dressler (46. Aziri)

Tore: 0:1 Dressler (44.), 0:2 Aziri (54.), 0:3 Jobe (76.), 0:4 Sarr (82.), 1:4 Mulweme (84.), 1:5 Sarr (87.)

Schiedsrichter: Iwanowski (SC Borgfeld)

Zuschauer: 285

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