Basketball-Bundesliga Oldenburg baut vor den Nordderby den Kader um

Oldenburg. Auf dem Spielfeld hält sich der Spaß bei den EWE Baskets Oldenburg zurzeit in engen Grenzen. Der Deutsche Meister von 2009 steckt nach einem sehr guten Start mittlerweile in einer veritablen Krise. Sechs der letzten neun Bundesligaspiele haben die Donnervögel verloren.
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Oldenburg baut vor den Nordderby den Kader um
Von Marc Hagedorn

Oldenburg. am Donnerstag hatten Lou Campbell und Christopher McNaughton endlich mal wieder ein wenig Spaß. Der Spielmacher und der Center der EWE Baskets Oldenburg verkauften in der Seifenvilla Seife. Das Duo des Basketball-Bundesligisten war zu Gast beim Baumhaus e.V., einer gemeinnützigen Einrichtung auf dem ehemaligen Bahlsen-Gelände in Oldenburg.

Auf dem Spielfeld hält sich der Spaß zurzeit in engen Grenzen. Der Deutsche Meister von 2009 steckt nach einem sehr guten Start (8:0 Punkte) mittlerweile in einer veritablen Krise. Sechs der letzten neun Bundesligaspiele haben die Donnervögel, wie sich die Oldenburger auch gern nennen, verloren, und im Eurocup ist die Mannschaft in dieser Woche vorzeitig ausgeschieden. "Natürlich haben wir uns das anders vorgestellt", sagt Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller.

Der Unternehmer ist neben Trainer Predrag Krunic einer der Architekten der jüngsten Oldenburger Erfolge. Vor drei Jahren hatten die Baskets als einer von ganz wenigen Erstligisten ein Konzept entwickelt, dessen Kern das "Prinzip Kontinuität" war. Anders als an den meisten Bundesliga-Standorten veränderten die Oldenburger fast drei Jahre lang ihren Kader kaum und am Trainer- und Betreuerstab gar nichts. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Der Titelgewinn war der Höhepunkt, gefolgt von der Teilnahme an der Euroleague, der Champions League im Basketball. Plötzlich waren europäische Größen wie Real Madrid und Panathinaikos Athen die Gegner.

Nach dem frühen Playoff-Aus in der vergangenen Bundesliga-Saison riskierten die Oldenburger im Sommer einen Neustart. "Dieser war in unseren Augen nötig", sagt Schüller, ohne zu konkret zu werden. Es ist dabei ein offenes Geheimnis, dass einige Spieler im Jahr nach dem Titel die Erwartungen nicht mehr erfüllten. Andere, wie Endspiel-Held Je?Kel Foster, lockte das große Geld im Ausland. Insgesamt sieben Spieler, die 2009 noch zum Meisterteam gehörten, gingen im Sommer.

Inzwischen macht es den Eindruck, als sei Oldenburg wieder ein Standort wie jeder andere im Lande. Ganz nach den Gepflogenheiten der Liga fangen die Baskets nun mitten in der Saison an, ihren Kader umzubauen. Steven Smith und Nemanja Protic, mit großen Erwartungen verpflichtet, mussten diese Woche gehen. Eddie Gill und Luka Bogdanovic sind gekommen. Schüller spricht von "Korrekturen" und davon, dass man dabei keine "Abenteuer" eingehe. Ganz billig dürften die Transfers trotzdem nicht gewesen sein. Aufbauspieler Gill hat schon bei sechs Klubs in der NBA gespielt, Flügelmann Bogdanovic kommt mit der Erfahrung von zwei Jahren in der besten Liga Europas; er spielte in Spanien beim Traditionsklub Joventut. Am Sonnabend, im Nordderby bei den Eisbären Bremerhaven (19.30 Uhr), sollen sie die Wende herbeiführen. Ausgerechnet bei den Eisbären, die knüpfen in dieser Saison an die Erfolge der vergangenen Spielzeit fast nahtlos an. Sie haben sechs der letzten acht Spiele gewonnen und die Abgänge ihrer Stars Jeff Gibbs (Japan) und Lou Campbell (Oldenburg!) verkraftet. Die herausragende Rolle spielen Shooting Guard Torrell Martin und Flügelspieler Craig Callahan. Sie sind die besten Punktesammler; mit einem Schnitt von über 16 pro Spiel sind sie Nummer zwei und drei - ligaweit.

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