Reitturnier des RC Rosenbusch

Olympiasiegerin Sandra Auffarth startet in Oberneuland

Ab Donnerstag steht die Anlage der Familie Forkert für vier Tage ganz im Zeichen des Springsports. Etwa 200 Teilnehmer haben gemeldet. Höhepunkt ist am Sonntag ab 15.45 Uhr der Große Preis von Oberneuland.
08.05.2019, 16:24
Lesedauer: 4 Min
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Olympiasiegerin Sandra Auffarth startet in Oberneuland
Von Jörg Niemeyer

Ein komplettes Wochenende, so wie im vergangenen Jahr, wird Olympiasiegerin Sandra Auffarth vom RV Ganderkesee beim großen Springturnier des RC Rosenbusch Oberneuland diesmal nicht dabei sein. Aber die 32-Jährige wird auch nicht komplett fehlen. „Nachdem sich meine Planungen geändert haben, kann ich wenigstens am ersten Tag starten“, sagt sie. Zur Freude der Gastgeber, die ab diesem Donnerstag bis Sonntag viele namhafte Reiter begrüßen werden.

Der Stall Rosenbusch der Familie Forkert organisiert das inzwischen hochkarätigste Springturnier in Bremen. „Ein super tolles Turnier“, sagt Sandra Auffarth, die hofft, 2020 wieder alle vier Tage starten zu können. Diesmal kommt sie mit den Nachwuchspferden Steve und Contha Stara und startet in der M*-Prüfung am Nachmittag. 2020 ist allerdings vor allem wegen Tokio ein interessantes Jahr. Dort finden vom 24. Juli bis 9. August die Olympischen Spiele statt, und nach 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro wäre Sandra Auffarth auch in Japan gern dabei.

Die im Ganderkeseer Ortsteil Bergedorf lebende Olympiasiegerin hat in der Vielseitigkeit bereits einen kompletten olympischen Medaillensatz gewonnen: Team-Gold und Einzel-Bronze 2012 sowie Team-Silber 2016, allesamt auf ihrem Paradepferd Opgun Louvo, das inzwischen aus dem Wettkampfsport verabschiedet wurde. Mit dem zehnjährigen französischen Fuchshengst Viamant du Matz hat Auffarth ein neues, erfolgversprechendes Vielseitigkeitspferd, doch die gemeinsamen Pläne reichen noch nicht bis ins Jahr 2020. „Unser Ziel ist erst einmal die EM 2019 in Luhmühlen“, sagt sie, ist vom Potenzial, das Viamant du Matz mitbringt, aber voll überzeugt.

Auffarth liebt das Springen

Dass das Turnier in Oberneuland den Geschmack der hochdekorierten Vielseitigkeitsreiterin trifft, liegt an der Leidenschaft der 32-Jährigen fürs Springen. Ursprünglich hatte sie sich eigentlich ganz aufs Springreiten konzentrieren wollen, aber auf Drängen ihrer Mutter ging sie dann auch Dressur. Es war eine gute Entscheidung, denn neben Geländeritt und Springen zählt die Dressur nun mal zum Programm der Vielseitigkeit. Aber wann immer sie kann und ein geeignetes Pferd zur Verfügung hat, misst sich Auffarth mit den Spring-Spezialisten. Im Deutschen Spring-Derby in Hamburg, eine Vier-Sterne-S-Prüfung mit speziellen Hindernissen wie Großer Wall und dem legendären Pulvermanns Grab, wurde sie 2018 auf La Vista Dritte. Ende Mai 2019 will die Bergedorferin wieder dabei sein.

Ein kleines Comeback wird das Rosenbusch-Turnier auch erleben: Esther Forkert wird ebenso starten wie ihr Ehemann Hergen und ihr Schwager Marten. Vor 14 Monaten kam der zweite Sohn der Forkerts zur Welt. Nach der Geburt von Theo hatte Esther Forkert mit ihrer eigenen Reitsportkarriere fast schon abgeschlossen. Mit dem siebenjährigen Stanford hat sie aber ein talentiertes Pferd aus der Zucht von Ulrike Bergmann, das aufgrund seiner (geringeren) Größe auf sie und nicht auf die Forkert-Brüder zugeschnitten ist. So sitzt auch Esther Forkert wieder im Sattel, startet mit Stanford und dem siebenjährigen Südwind Happy Jack beim Turnier aber nur in der Youngster-Tour mit gehobenen M-Prüfungen am Donnerstag und Freitag.

Forkert-Brüder wollen angreifen

Hergen und Marten Forkert dagegen haben sich auch für die S-Prüfungen Einiges vorgenommen. Inzwischen haben sich Organisation und Ablauf des Turniers mit den vielen Helfern so gut eingespielt, dass auch die beiden Gastgeber-Brüder wieder ins sportliche Geschehen eingreifen können. Nach dem Ruhestand seines Paradepferds Elton hat Hergen Forkert zwar noch keinen Nachfolger auf Topniveau gefunden, mit dem siebenjährigen Schiller jedoch immerhin „meinen Hoffnungsträger im Stall“. Mit seinem derzeit besten Pferd, dem zwölfjährigen Con Color, hat Hergen Forkert schon auf Drei-Sterne-S-Niveau gewonnen und wird am Sonntag auch um den Großen Preis mitreiten. Marten Forkerts Hoffnungen in der Großen Tour ruhen vor allem auf dem zwölfjährigen Gigolo.

„Wir sind froh, dass wir unser Turnier dank guter Sponsoren in dieser Form auch ausrichten können“, sagt Hergen Forkert. Sein älterer Bruder Jörn ist als Vorsitzender des RC Rosenbusch ebenfalls eng ins Turniergeschehen eingebunden, das auch wegen des besonderen Angebots an Prüfungen bei den Teilnehmern so beliebt ist. Youngster-Tour, Regio-Tour, Mittlere Tour und Große Tour: Die Reiter können auswählen – mit der Folge, dass der Olympiazweite von 2008, Rolf-Göran Bengtsson, gleich 14 Pferde gemeldet hat.

Info

Zur Sache

Vier Tage volles Programm – auf und neben dem Reitplatz

Der RC Rosenbusch erwartet auf seiner Anlage an der Oberneulander Landstraße 85b von Donnerstag bis Sonntag etwa 200 Reiterinnen und Reiter aus 13 Nationen, darunter olympische Medaillengewinner wie Sandra Auffarth (Ganderkesee) und Rolf-Göran Bengtsson (Schweden), deutsche Meister und erfolgreiche Teilnehmer an Nationenpreisen und großen Turnieren. So haben auch Derby-Sieger Carsten-Otto Nagel, Tim Rieskamp-Gödeking, Philip Rüping sowie die besten Reiter aus dem Bremer Umland gemeldet. Höhepunkt der Veranstaltung ist zum Abschluss am Sonntag ab 15.45 Uhr der mit 10 000 Euro dotierte Große Preis von Oberneuland. Am Sonnabend ab 15.45 Uhr findet als wichtigste Prüfung das Zwei-Phasen-S**-Springen statt. Die Prüfungen beginnen täglich um 8 Uhr, am Sonnabend um 7.30 Uhr. Der Eintritt ist an allen Tagen kostenlos. Für Kinder stehen Hüpfburg, Spielplatz und Schminkständen zur Verfügung. Weitere Infos und der Zeitplan unter www.rc-rosenbusch.de.

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