Nach gescheiterter Vereinsfusion

OT-Vorsitzende Ute Brunzel ist verletzt und enttäuscht

Wie wird es bei SG Arbergen-Mahndorf, ATSV Sebaldsbrück, OT Bremen und TuS Vahr weitergehen? Mindestens zwei Vereine müssen bis zum Frühjahr einen komplett neuen Vorstand finden. Es gibt einen Berg an Scherben.
23.11.2019, 18:52
Lesedauer: 2 Min
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OT-Vorsitzende Ute Brunzel ist verletzt und enttäuscht
Von Jörg Niemeyer
OT-Vorsitzende Ute Brunzel ist verletzt und enttäuscht

Vor Kurzem noch erläuterten die Vorsitzenden der vier fusionswilligen Vereine ihre Pläne: Gemeinsam mit Notar Michael Heil (Mitte) präsentierten sich (von links) Jens Bunger (ATSV Sebaldsbrück), Mike Bleyer (SG Arbergen-Mahndorf), Ute Brunzel (OT Bremen) und Uwe Jacobs (TuS Vahr).

Christian Markwort

Streit unter Mitgliedern und Vereinsfunktionären, persönliche Angriffe auf die Vorstände: Das Scheitern der Fusion der SG Arbergen-Mahndorf mit dem ATSV Sebaldsbrück, OT Bremen und dem TuS Vahr hat mit den negativen Abstimmungsergebnissen in Sebaldsbrück und Osterholz-Tenever sowie der Absage der für den 25. November terminierten Versammlung des TuS Vahr tiefe Spuren gezogen. Das Aus für die geplante Sportgemeinschaft Bremen-Ost (wir berichteten) hat einen noch nicht zu übersehenden Berg an Scherben hinterlassen und wird gravierende Auswirkungen auf die künftige Arbeit in allen vier Klubs haben. In Sebaldsbrück und Osterholz-Tenever steht bereits fest, dass die Führungsmannschaften im Frühjahr ihre Ämter aufgeben werden.

„Ich bin gespannt, ob sich jemand von den 97 Gegenstimmen melden wird, um Verantwortung zu übernehmen“, sagte Ute Brunzel. Am Sonnabend, keine 24 Stunden nach der außerordentlichen Hauptversammlung von OT Bremen, war die Klubvorsitzende noch ganz gefangen von den Ereignissen des Vorabends. „Für uns ist ein Traum geplatzt“, sagte sie. Nach 20-jähriger Arbeit für OT, die vergangenen zwölf davon als 1. Vorsitzende, musste Ute Brunzel am Freitag sogar persönliche Angriffe gegen sich ertragen. „Das tat schon weh“, sagte sie traurig. Bis März 2020 wird sie wie angekündigt im Amt bleiben, dann müssen es andere richten. Die Zustimmung zur Fusion von 66,5 Prozent der anwesenden OT-Mitglieder reichte nicht, 75 Prozent hätten es sein müssen. Diese Marke hatte am Montag nur die SG Arbergen-Mahndorf mit etwa 78 Prozent übertroffen. Am Donnerstag in Sebaldsbrück hatten sich etwa 56 Prozent für die Fusion ausgesprochen.

Der TuS Vahr kann am Ende vielleicht sogar froh sein, dass ihm eine hitzige Versammlung mit tiefgehenden Verletzungen erspart bleibt. Ute Brunzel bezeichnete die Zusammenkunft bei OT jedenfalls als „eine unruhige Versammlung“. Sie hatte, so sagte sie, den Eindruck, dass die Mitglieder nur noch abstimmen und so schnell wie möglich den Ort verlassen wollten. Entsetzt zeigte sich die Vorsitzende vom Votum der Turner, die unerwartet ins Lager der Fusionsgegner gewechselt waren. Judo und Tischtennis des Vereins hatten schon vor Freitag Ablehnung signalisiert, Turnen jedoch nicht.

„Ich habe viel Zeit und Kraft für den Verein aufgewendet – am Ende alles für nichts“, sagte Ute Brunzel enttäuscht. Seit zehn Jahren würden sich die Vorstände der vier an den Fusionsgesprächen beteiligten Klubs kennen, zuletzt haben sie sich vier- bis fünfmal jährlich getroffen, um ihre Pläne voranzubringen. „Es war ein tolles Team“, sagte Brunzel. Ein Team, in dem sie gern weiter für OT mitgearbeitet hätte. Am Montag während der Versammlung der SG Arbergen-Mahndorf war der Vorstand der da noch designierten SG Bremen-Ost vorsorglich gewählt worden, jetzt wird wieder jeder einzeln seinem Vereinsgeschäft nachgehen. Oder, wie im Falle der ATSV- und OT-Vorstände, eben auch nicht.

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