Fußball-Landesliga Bremen OT will die Meisterschaft perfekt machen

Bremen. Als Aufsteiger in die höchste Bremer Spielklasse stehen die Fußballer von OT Bremen bereits fest. Nun möchte der Landesliga-Spitzenreiter auch den Titel. Das könnte klappen, denn bislang ging der Plan doch erstaunlich gut auf.
05.06.2012, 05:00
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Von Stefan Freye

Bremen.Als Aufsteiger in die höchste Bremer Spielklasse stehen die Fußballer von OT Bremen bereits fest. Nun möchte der Landesliga-Spitzenreiter auch den Titel. Das könnte klappen, denn bislang ging der Plan doch erstaunlich gut auf.

Damals, zum Ende der Hinrunde, da galt OT Bremen nicht unbedingt als heißer Kandidat für den Meistertitel in der Fußball-Landesliga. Auf dem achten Rang hatte sich das Team von Andreas Laesch im Winter einsortiert. Der Trainer aber sah seine Mannschaft im vergangenen Dezember noch im Soll und gab sich gewohnt selbstbewusst. Den Anschluss an die Spitzenteams wollten sie halten und dann in der Rückrunde angreifen. Heute sagt er: "Es ist schon merkwürdig, wie genau dieser Plan aufgegangen ist." Am vergangenen Spieltag, dem vorletzten, übernahm OT dank des 2:0-Heimerfolgs über Lehe-Spaden erstmals in dieser Saison die Tabellenspitze. Der Aufstieg in die Bremen-Liga ist den Ostbremern nicht mehr zu nehmen. Nun wollen sie am letzten Spieltag beim Nachbarn ATSV Sebaldsbrück (So., 15 Uhr) auch die Meisterschaft holen.

"Da kann man mal sehen, welches Vertrauen wir in unsere Mannschaft haben", stellt Laesch grinsend fest. Er war nahezu unverändert mit dem Team des Vorjahres in die Saison gestartet. In der vorangegangenen Spielzeit hatte sich OT allerdings erst am letzten Spieltag vor dem drohenden Abstieg in die Bezirksliga gerettet. Natürlich wusste der Trainer um das Potenzial, und deshalb hatte er eine Steigerung in der zweiten Saisonhälfte erwartet. Dass zu den 24 Punkten in den Hinspielen aber satte 37 Zähler in der Rückrunde zukommen würden, überraschte dann doch ein bisschen. Verantwortlich dafür zeichnet eine Mannschaft, die aus überwiegend jungen Spielern besteht, mit Kickern aus der eigenen Jugend und der Reserve.

"Ganz ehrlich: Mir wäre nicht bange, mit diesem Kader in der Bremen-Liga anzutreten", sagt Laesch. Wobei man das schon betonen muss: mit diesem Kader. Das würde dann bedeuten, dass auch die Routiniers weitermachen. Mit Artur Schmidt, Sinan Tümkaya oder Torjäger Denis Pilipovic – alle um die 30 Jahre alt – sollte es keine Probleme geben. Aber was wird aus Volker Wittfoth? Andreas Laesch lacht, als das Gespräch auf den 38-jährigen Schlüsselspieler kommt. "Er hat ja gesagt, dass er seine letzte Saison spielt", erinnert sich der Trainer. Darüber wolle er mit seinem Spieler, der gleichzeitig Vorsitzender der Fußballabteilung ist und auch Nachbar von Andreas Laesch, aber noch mal reden.

"Volker ist einfach nicht ersetzbar für uns", sagt der OT-Coach. Der hochgelobte Kicker selbst schmunzelt auch, als er die Aussagen des Kumpels hört. Mehr aber möchte Volker Wittfoth lieber nicht sagen zu diesem Thema. Man ahnt, dass es in Osterholz tatsächlich noch einen regen Austausch über das Pro und Contra eines Karriereendes des Routiniers geben wird. Was andere aktuelle Dinge betrifft, ist Wittfoth auskunftsfreudiger. Man werde den eingeschlagenen Weg weitergehen und auf Eigengewächse setzen, unterstreicht er, diesmal als Funktionär. Zudem habe es sich herumgesprochen, dass bei OT etwas gewachsen ist. "Man merkt schon, dass der ein oder andere von sich aus zum Training kommt", erzählt Volker Wittfoth.

Das gestiegene Interesse kommt ihm natürlich gelegen. Es geht in den kommenden Jahren nicht nur darum, die erste Mannschaft in Bremens höchster Spielklasse zu halten. Auch die Reserve, derzeit in der Kreisliga A zuhause, sollte möglichst wieder hoch in die Bezirksliga. Mit Holger Kalmus, dem aktuellen A-Jugendcoach, und Robert Stolp wurden unlängst zwei Trainer gefunden, die dieses Vorhaben umsetzen sollen. Eines wird dagegen wohl nicht passieren: Dass OT eines Tages kostspielige Spieler auf die Bezirkssportanlage Schevemoor locken wird. Wittfoth: "Was die Finanzen betrifft, haben wir nicht extrem viel zu bieten."

Daran würde wohl auch ein Titel in der Landesliga nichts ändern. Als "I-Tüpfelchen" bezeichnen Laesch und Wittfoth den Gewinn der Meisterschaft. Dass sie ihn ausgerechnet beim Nachbarn Sebaldsbrück, zuletzt 2:9-Verlierer in Grolland, perfekt machen können, ist durchaus eine interessante Randnotiz. Im letzten November war der ATSV noch Tabellenzweiter gewesen. Er büßte seine Aufstiegschancen erst in den vergangenen Wochen ein.

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