Handball-Drittliga-Derby Oyten legt fulminanten Schlussspurt hin

Bremen. Nach einem fulminanten Schlussspurt haben die Drittliga-Handballerinnen des TV Oyten das Derby beim SV Werder Bremen vor 250 Zuschauern noch mit 32:25 gewonnen. "Es war ein typisches Derby mit vielen Höhen und Tiefen", so TVO-Trainer Kohls.
20.11.2011, 05:01
Lesedauer: 2 Min
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Oyten legt fulminanten Schlussspurt hin
Von Frank Büter

Bremen. Nach einem fulminanten Schlussspurt gewannen die Drittliga-Handballerinnen des TV Oyten gestern Abend das Derby beim SV Werder Bremen vor 250 Zuschauern noch mit 32:25 (15:15) und zogen damit in der Tabelle wieder am Nachbarschaftsrivalen vorbei auf Platz drei.

Bremen. Als Nadja Wassrodt in der 49. Minute in Unterzahl das 25:23 erzielte, war die Werder-Welt noch in Ordnung. Doch was sich in den verbleibenden elf Minuten noch ereignen sollte, hatte auch der so erfahrene SVW-Coach Radek Lewicki in dieser Form noch nicht erlebt. Sein Team stellte die Torproduktion in der Folge komplett ein, agierte absolut kopflos und ohne jede Ordnung. Der bis in die Haarspitzen motivierte Gast aus Oyten nutzte die Gunst der Stunde und kam durch einen sensationellen 9:0-Lauf in der Endphase noch zu einem unerwartet klaren, aber auch durchaus verdienten Erfolg. "Es war ein typisches Derby mit vielen Höhen und Tiefen", sagte TVO-Trainer Sebastian Kohls. "Am Ende haben wir einen kühlen Kopf bewahrt und eine richtig gute Deckung gespielt - das war der Schlüssel zum Erfolg."

Jana Kokot kaum zu stoppen

In der Tat gab die starke Abwehr vor einer noch stärkeren Torfrau Romina Kahler den Ausschlag für die Wende. Denn nun kam das lange Zeit stotternde Tempospiel der Gäste voll zum Tragen. Nutznießerin war wiederholt Lisa Rajes, die gleich drei Schnellangriffe erfolgreich abschloss und zudem noch einmal aus dem Spiel heraus traf. Die quirlige Rechtsaußen kaschierte mit dieser Energieleistung indes eine zuvor schwankende Vorstellung. Deutlich konstanter präsentierten sich beim Sieger insbesondere Kim Pleß im linken Rückraum (4 Tore) und Jana Kokot (9) am Kreis, die im Zusammenspiel nur schwer und bei Einzelaktionen zumeist nur auf Kosten eines Siebenmeters zu stoppen waren. Zu gefallen wusste aber auch die junge Denise Engelke in der Rückraummitte (6).

"Es ist immer schwer, bei Werder und vor diesem Publikum zu spielen", sagte Kokot. "Die Partie verlief lange auf Augenhöhe, dann haben wir aber die stärkeren Nerven gezeigt. Dieser Derbysieg bedeutet uns eine ganze Menge - wir werden heute bestimmt noch ein Fass aufmachen."

Alles andere als in Feierlaune war derweil der geschlagene Gastgeber, allen voran Radek Lewicki. Der Coach hatte insbesondere daran zu knabbern, dass Leistungsträgerinnen wie Katrin Schatzer, Marilena Niemann, Danijela Brdar oder Anna Barnstorff völlig neben der Spur standen. Zu gefallen wussten eigentlich nur Jennifer Börsen mit vier Toren in der ersten Halbzeit, die emsige, aber in Hälfte zwei kaum mehr gesuchte Britta Neumann am Kreis sowie die im zweiten Durchgang zwischen den Pfosten stehende Charlotte Schumacher. Die erstligaerfahrene Torfrau hielt ihre Farben nach dem 25:24 zunächst noch mit tollen Paraden im Spiel - die erhoffte Initialzündung in der Offensive blieb indes aus. Werder schloss zunehmend blindlings und unvorbereitet ab und forderte Oyten damit regelrecht auf, das Tempospiel entscheidend zu forcieren.

SV Werder Bremen:Anschütz, Schumacher - Brdar (3), S. Wassrodt (2), Kaiser (1), Barnstorff (1), Schatzer (3/2), Otremba (3), Schwehn, N. Wassrodt (2), Börsen (4), B. Neumann (4), Niemann (2), E. Neumann

TV Oyten:Heise, Kahler - A. Kruse, K. Kruse (3), Engelke (6/2), Krüngel, Züter, Rajes (6), C. Pleß (3), K. Pleß (4), Thamm (1), Kokot (9/3)

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