Rückkehr nach Bremen Perfekt: Ailton zum FC Oberneuland

Bremen. Seine Zeit bei Werder Bremen war wohl die schönste in seiner Karriere. Nach sechs Jahren in Europas Fußballclubs kehrt Ailton nun in die Hansestadt zurück. Er hat am Donnerstag einen Zweijahresvertrag beim FC Oberneuland unterschrieben.
23.07.2010, 07:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Bremen. Werders Geschäftsführer Klaus Allofs hat eine klare Meinung zu diesem Thema: 'Mich freut es, wenn es ihm gut geht, aber rein sportlich gesehen fällt mir dazu nichts mehr ein.' Seinem Spieler Claudio Pizarro fällt dagegen eine Menge ein. Der Peruaner freut sich nämlich: 'Da können wir jetzt viel Zeit miteinander verbringen.' Zwei Köpfe, zwei Meinungen. Der, um den es geht, hat es mal wieder geschafft. Die Welt diskutiert über Ailton, den Kugelblitz, der nun zurückkehrt nach Bremen.

Allerdings trägt er nicht mehr das Trikot von Werder. Der mittlerweile 37-Jährige hat am Donnerstag einen Zweijahresvertrag beim FC Oberneuland unterschrieben.

Der Schlussakkord unter eine sechsjährige Irrfahrt kreuz und quer durch Europa. Vor sechs Jahren, 2004, da war Werders Toni gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen. Mit Werder gewann er das Double, er wurde Torschützenkönig und später als erster Ausländer zum Fußballer des Jahres gewählt. Doch der Sommer 2004 markierte auch den Wendepunkt in der Laufbahn des brasilianischen Stürmers. Der hatte sich ein Dreivierteljahr zuvor nämlich zu einem Wechsel nach Schalke entschieden.

Dort lief es noch einigermaßen, an seine alte Form konnte Ailton jedoch nie anknüpfen. Das gelang ihm auch bei Besiktas Istanbul, dem Hamburger SV, Roter Stern Belgrad oder Grasshopper Zürich nicht. Ganze elf Stationen stehen in der Bilanz von Ailton, nachdem er Werder verlassen hatte. In China, Brasilien, der Ukraine und zuletzt in Uerdingen suchte er das Glück. Er fand es nicht. Regelmäßig erwiesen sich die Transfer als Enttäuschung für den Stürmer, und der betonte ähnlich oft, dass er doch lieber in Bremen hätte bleiben sollen.

Trainer Barten nicht informiert

Nun ist er zurück. Ein medialer Coup ist dem FCO mit der Verpflichtung des Publikumslieblings sicher gelungen. 'Eine Riesengeschichte', findet auch Mike Barten. Der Trainer erfuhr erst am Donnerstagmittag vom unverhofften Zugang des alten Kollegen. Zwischen 2000 und 2003 hatten die beiden zusammen in Werders Profikader gestanden.

Involviert worden war Barten nicht in die Rückholaktion Ailtons nach Bremen. Die war nämlich von einem Sponsor eingefädelt worden. Der übernimmt nicht nur das Gehalt des Stürmers - Ailton dürfte gegenüber dem Jahressalär von 300.000 Euro in Uerdingen Abstriche gemacht haben -, sondern tritt zukünftig auch als Trikotpartner des FCO in Erscheinung.

Dass ihm nun ein Spieler vorgesetzt wird, bereitet dem Trainer angesichts dieses Namens indes keine Sorgen. 'Da braucht man mich auch nicht zu fragen', sagt Mike Barten. Die sportlichen Fragezeichen dieser Verpflichtung tauchen allerdings auch in den Gedanken des FCO-Coaches auf. Beim KFC Uerdingen - der am Donnerstag den Vertrag mit dem Stürmer ohne Ablöse aufgehoben hatte - waren Ailton zuletzt vier Tore in der Rückrunde gelungen. Nun wartet statt der Niederrheinliga (sechste Spielklasse) die ungleich stärkere Regionalliga (vierte Spielklasse) auf ihn. 'Man darf nicht erwarten, dass er ein Heilsbringer ist', sagt Mike Barten. Er werde sich in den kommenden Tagen ein Bild vom Fitnesszustand des prominenten Neuzugangs machen und betont schon mal: 'Ich kann niemanden einen Freifahrtschein geben, nur weil er Ailton heißt.'

Einen großen Vorteil des FCO gegenüber all den anderen Stadtionen hat Barten allerdings schnell ausgemacht: 'Er ist nun wieder zurück, und jeder weiß, dass Bremen seine Stadt ist.'

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