Basketball Pesaro-Profi im Koma, dennoch Finale in Göttingen

Göttingen. Eine schwere Verletzung des Basketball-Profis Dusan Sakota überschattet die Eurochallenge-Endrunde in Göttingen. Der Spieler des italienischen Clubs Scavolini Pesaro liegt nach zwei Operationen in einem künstlichen Koma.
29.04.2010, 13:10
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Göttingen. Eine schwere Verletzung des Basketball-Profis Dusan Sakota überschattet die Eurochallenge-Endrunde in Göttingen. Der Spieler des italienischen Clubs Scavolini Pesaro liegt nach zwei Operationen in einem künstlichen Koma.

«Das ist eine tragische Geschichte, aber Pesaro kommt dennoch. Sie wollen für Sakota spielen», erklärte Marc Franz, Manager der BG Göttingen, die als Europapokal-Neuling auf Anhieb das Final-Four-Turnier erreicht hat und es in der heimischen Lokhalle ausrichtet.

Dort spielt das Team von Trainer John Patrick in der Bundesliga stets mit unglaublich viel Dampf. Lediglich ein Punktspiel gegen Meister EWE Baskets Oldenburg hat die BG vor eigenem Publikum verloren. «Wir haben den Heimvorteil, den wollen wir auch international nutzen», beurteilte Franz die Chancen für den dritten Europapokalsieg einer deutschen Basketball-Mannschaft. Bisher ist dies nur ALBA Berlin (1995/Korac Cup) und dem Mitteldeutschen BC (2004/FIBA Europe Cup) gelungen.

«Göttingen spielt eine sehr guten Saison. Ich hoffe wirklich, dass sie es schaffen, diesen Titel zu holen», wünschte ALBA-Coach Luka Pavicevic dem Liga-Konkurrenten viel Glück. Die Berliner, die im Eurocup vor zwei Wochen das Finale verloren, bekamen das Göttinger Power-Spiel bei der 74:81-Niederlage in der Lokhalle zu spüren. «Zwei Teams in einer Europapokal-Endrunde, das ist ein klares Zeichen. Die Bundesliga ist auf einem guten Weg. Ein Turniersieg würde unsere Sportart ins richtige Licht rücken», sagte BG-Manager Franz.

Die Göttinger Profis sind seit Monaten fast pausenlos in der Bundesliga, im BBL-Pokal und in der Eurochallenge im Einsatz. «Das ist natürlich eine große Anstrengung», gab Trainer Patrick vor dem Halbfinale gegen den französischen Club Roanne Basket zu. Im Vergleich zur nationalen Pokal-Endrunde, als vier Leistungsträger fehlten und nur Rang vier heraussprang, hat sich die Personallage bei der BG deutlich verbessert. Die sicheren Distanzwerfer Ben Jacobson und Taylor Rochestie sowie Kapitän John Little sind die Stützen eines «amerikanischen» Teams. Patrick hat gleich neun Landsleute im Kader.

Den zweiten Finalisten ermitteln im Auftaktspiel am 30. April Krasnje Krylia Samara (Russland) und Scavolini Pesaro. Während die ambitionierten Russen bereits anreisten, muss Pesaro den Ausfall von Sakota verkraften. Der 24 Jahre alte Grieche mit serbischen Abstammung erlitt am 25. April im Ligaspiel gegen Teramo einen Darm-Riss. Wegen innerer Blutungen musste er zweimal operiert werden. Eine Absage des Turniers ist nach Angaben des europäischen Verbandes FIBA Europe aber nicht vorgesehen. (dpa)

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