Deutsche Tischtennis-Meisterschaft

Werder kämpft zum zweiten Mal um den Titel

Seit März haben die Bremer Tischtennis-Profis keinen Wettkampf bestritten. Am 10. Juni aber wollen sie sich topfit präsentieren, um ab 13 Uhr mit einem Sieg beim 1. FC Saarbrücken ins DM-Finale einzuziehen.
04.06.2020, 18:54
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Werder kämpft zum zweiten Mal um den Titel
Von Jörg Niemeyer
Werder kämpft zum zweiten Mal um den Titel

Ein historischer Moment: Constantin Cioti hat gegen Ochsenhausens Tiago Apolonia seinen vierten Matchball genutzt und macht Werder 2013 erstmals zum deutschen Meister.

Jürgen Roscher

Lange haben die Verantwortlichen des SV Werder auf diese Entscheidung gewartet, nun geht alles ganz schnell: Schon am kommenden Mittwoch, 10. Juni, tritt der Tischtennis-Bundesligist im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft zur ungewöhnlichen Zeit um 13 Uhr beim 1. FC Saarbrücken an. Zuschauer sind in der Joachim-Deckarm-Halle ausgeschlossen, aber die Partie wird im Fernsehen auf Eurosport sowie im Stream auf Sportdeutschland.tv und auf TTBL-TV gezeigt. Im zweiten Halbfinale stehen sich am Donnerstag, 11. Juni, um 13 Uhr Rekordmeister Borussia Düsseldorf und die TTF Ochsenhausen gegenüber. Das Finale mit den Siegern steigt am Sonntag, 14. Juni, in Frankfurt – ebenfalls vor leeren Rängen, aber mit Liveübertragung.

Am Donnerstag verkündete die Tischtennis-Bundesliga (TTBL), wie die vor dem letzten Hauptrunden-Spieltag im März abgebrochene Saison nun zu Ende gespielt werden soll. Weil der damalige letzte Spieltag weder an der Tabellenspitze noch am Tabellenende entscheidende Veränderungen hätte hervorbringen können, wurde der Stand nach 21 von 22 vorgesehenen Partien als Endstand gewertet. Während das Schlusslicht, der TTC Jülich, den Weg in die 2. Bundesliga antreten muss, bestreiten die vier besten Teams jetzt also die Playoff-Runde. 2013 hatte Werder sie erstmals erreicht und überraschend die deutsche Meisterschaft gewonnen.

Im Gegensatz zur Vor-Corona-Zeit wird das Halbfinale statt in Hin- und Rückspiel plus eventuell entscheidender dritter Partie jedoch nur in einer Begegnung ausgetragen. Als Tabellenvierter muss Werder demnach in Saarbrücken antreten, weil das in der Hauptrunde höher platzierte Team zumindest einen kleinen Vorteil für sein besseres Abschneiden erhalten soll. Inwieweit der Heimvorteil in einer Halle ohne Publikum wirklich von Vorteil ist, wird sich am Mittwoch herausstellen.

Während der Hauptrunde hatten die Bremer beide Spiele gegen den Spitzenreiter gewonnen. Ein Umstand, der den Werderanern leichten Rückenwind fürs dritte Duell dieser Saison mit Saarbrücken verschaffen könnte, auch wenn es Trainer Cristian Tamas anders sieht. „Es ist ein neues Spiel“, sagt er, „für mich ist Saarbrücken trotzdem der Favorit.“ Mit dem besten Bundesliga-Spieler der Hauptrunde, Shang Kun (Einzelbilanz 20:4), und dem lange verletzten Patrick Franziska (9:4) verfügt der Gastgeber und aktuelle Champions-League-Halbfinalist über zwei gleichwertige Topspieler, die durch Darko Jorgic (14:5) hervorragend ergänzt werden. Auch Tomas Polansky (8:5) hat immer noch eine bessere Bilanz als drei der vier Bremer. Doch an guten Tagen sind der amtierende Vizeweltmeister Mattias Falck (23:10), Kirill Gerassimenko (12:10), Marcelo Aguirre (5:5) und Hunor Szöcs (5:7) für jede Überraschung gut.

Nicht nur die Kulisse, sondern auch die Regeln werden für die Akteure wegen Corona andere sein. So wird die Entscheidung einer Partie im Gegensatz zum eigentlich gültigen Regelwerk nicht im Abschlussdoppel fallen, sondern in einem fünften Einzel mit den beiden an Nummer zwei aufgebotenen Akteuren. Das dürfte für Werder eher von Nachteil sein, denn der Klub verfügt mit Hunor Szöcs und Marcelo Aguirre über das erfolgreichste Doppel der Liga. Viermal in den 21 bisherigen Saisonspielen trat das Duo zur Entscheidung an, viermal gewann es – unter anderem auch gegen das Saarbrücker Duo Kun/Polansky. „Aus sportlicher Sicht würden wir gern mit Doppel spielen“, sagt Teammanager Sascha Greber, „aber die Gesundheit der Spieler geht nun einmal vor.“

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+