Basketball Riesenwurf: Göttingen holt Europapokal

Göttingen. Der BG Göttingen ist ein Riesenwurf gelungen. Der Basketball-Bundesligist nutzte bei der Eurochallenge-Endrunde den Heimvorteil in der Lokhalle optimal und gewann als dritter deutscher Club einen Europapokal-Wettbewerb.
02.05.2010, 21:30
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Göttingen. Der BG Göttingen ist ein Riesenwurf gelungen. Der Basketball-Bundesligist nutzte bei der Eurochallenge-Endrunde den Heimvorteil in der Lokhalle optimal und gewann als dritter deutscher Club einen Europapokal-Wettbewerb.

Mit einem lila-weißen Fahnenmeer feierten 3200 begeisterte Fans völlig losgelöst das 83:75 (35:28) im Endspiel gegen Krasnje Krylia Samara aus Russland. Dieses Kunststück war zuvor nur ALBA Berlin (1995/Korac Cup) und dem Mitteldeutschen BC (2004/FIBA Europe Cup) gelungen.

«Ich bin stolz auf dieses hart arbeitende Team. Die Fitness war am Ende der Schlüssel zum Erfolg», kommentierte BG-Trainer John Patrick den Triumph im drittwichtigsten EC-Wettbewerb. Trotz des enormen Stress-Programms der vergangenen Monate hatte sein mit neun Amerikanern bestückter Kader auch in den Saisonspielen 52 und 53 noch genügend Kraft. Die Lokhalle erwies sich zudem, wie von Göttingens Oberbürgermeister Jochen Meyer erhofft, als «Lokhölle» für die internationale Konkurrenz beim Final-Four-Turnier.

Auch wenn zunächst die BG durchs Fegefeuer gehen muste. Beim hart erkämpften 77:67 im Halbfinale gegen Roanne Basket aus Frankreich lag Göttingen am Freitag in der ersten Hälfte zeitweise mit 20 Punkten zurück. «Andere Teams knicken dabei ein», sagte BG-Manager Marc Franz. Doch die «Veilchen» blühten nach der Pause richtig auf. Der überragende Taylor Rochestie (27 Punkte) war nicht zu stoppen.

Im Endspiel gegen Samara verschafften sich die Gastgeber durch aggressive Verteidigung einen Vorsprung. Center Christopher McNaughton (22) und Distanzschütze Ben Jacobson (17) trafen am besten.

«Göttingen hat alle Ehre eingelegt. Das ist ein großartiger Erfolg, der uns bestärkt, in Europa noch bedeutsamer zu werden», kommentierte Jan Pommer, Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga (BBL), den prestigeträchtigen Sieg. Zwei Wochen nach der Niederlage von ALBA Berlin im höherklassigen Eurocup-Finale unterstrich die BG die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Liga.

Für die Göttinger ist der größte Erfolg in der Vereinshistorie auch ein Motivationsschub für die Playoff-Spiele um die deutsche Meisterschaft. Auch da zählt das heimstarke Team, das im Viertelfinale auf den Nordrivalen Eisbären Bremerhaven trifft, zu den Mitfavoriten.

«Wir machen mit unseren Sportlern Werbung», sagte Manager Franz. Trotz der sportlichen Erfolge sieht es finanziell nicht ganz so rosig aus. Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit dem früheren Namenssponsor (MEG) unterstützen lokale und regionale Sponsoren den Verein.

Zwei Titel würden die Suche nach einem starken Hauptsponsor sicherlich erleichtern. Der Gewinn der Eurochallenge beendete zumindest eine 25 Jahre alte Durststrecke in der Universitäts- und Basketballstadt. 1985 hatte der Lokalrivale ASC Göttingen unter Trainer Terry Schofield in der benachbarten Godehardhalle den letzten seiner drei Meistertitel und zwei Pokalsiege errungen. (dpa)

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