Bremer Achtercup Ruder-Veranstaltung leidet unter rückläufiger Beteiligung

Bremen. Der Nachwuchs des Deutschen Ruderverbands kommt gern nach Bremen. 'Für uns ist es ein schöner Aufgalopp in die neue Saison', sagt Bundestrainer Nennhaus. Beim 4. Bremer Achtercup musste sich die Auswahl mit Rang zwei hinter dem Team "Unser Norden" begnügen.
19.09.2010, 22:15
Lesedauer: 3 Min
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Ruder-Veranstaltung leidet unter rückläufiger Beteiligung
Von Jörg Niemeyer

Bremen. Der Nachwuchs des Deutschen Ruderverbands (DRV) kommt gern nach Bremen. 'Für uns ist es ein schöner Aufgalopp in die neue Saison', sagt Bundestrainer Bernd Nennhaus. Mit der U19-Auswahl, 2007 bis 2009 dreimal in Folge Weltmeister, hatte Nennhaus vor einigen Wochen in Tschechien die WM-Silbermedaille gewonnen. Und auch gestern, beim 4. Bremer Achtercup, musste sich die Auswahl mit Rang zwei hinter dem Team 'Unser Norden' begnügen.

Im Siegerboot saßen allerdings ebenfalls WM-erfahrene Ruderer. Etwas älter, etwas erfahrener und gestern im Finale auf der Weser auf der 350 Meter langen Sprintstrecke auch etwas schneller als die U19 - genau 25 Hundertstelsekunden. 'Macht nichts', sagt Nennhaus, 'in Bremen steht der Spaß im Vordergrund.' Sechs Wochen nach der WM traf sich die Crew gestern erstmals wieder - da ging es locker zu. Sowohl im Wettkampf als auch vorher, am Sonnabend, beim gemeinsamen Party-Abend im Cafe Sand noch ohne den Trainer. 'Für die Stimmung in der Mannschaft sind derartige Veranstaltungen wichtig', sagt Bernd Nennhaus. Die Ruderer sagen 'Hallo', einige aber auch 'Auf Wiedersehen'. Denn altersbedingt muss die eine Hälfte des WM-Zweiten die U19 vor den anstehenden Lehrgängen verlassen.

Weniger Boote als in den Vorjahren

Wer den vierten Achtercup auf der Weser verfolgte, konnte durchaus auch zu folgender Einordnung kommen: Zum Glück rudert wenigstens noch der männliche und weibliche Nachwuchs des DRV in Bremen. Denn 2010 gab es ein deutlich abgespecktes Programm: In Höhe der Schlachte duellierten sich in allen Altersklassen zusammen nur noch zwölf Achter - eine schwache Resonanz. 'Angesichts der kurzen Vorbereitungszeit bin ich dennoch ganz zufrieden', sagt Sebastian Franke, der mit seiner Agentur erstmals allein als Veranstalter auftrat. In den Vorjahren war der Achtercup noch unter Führung des Bremer Rudervereins von 1882 gelaufen - diesmal stellte der Klub, je nach Betrachtungsweise nur oder immerhin noch, einige Boote zur Verfügung. Günther Brandt, Miterfinder des Bremer Achtercups und 2007 bis 2009 mit in der Kommandozentrale, wollte als neuer 1882-Präsident dem Verein ein mögliches finanzielles Risiko jedenfalls nicht zumuten.

Umso bewundernswerter ist der Mut, mit dem Sebastian Franke den Cup weiterleben lässt. Unstrittig ist, dass Wettkämpfe wie der gestrige auf der Weser der Sportart Rudern nur guttun können. 'Solche Veranstaltungen bringen uns in die Öffentlichkeit und damit letztlich auch dem Leistungssport etwas', sagt Bernd Nennhaus. Er weiß, dass Rudern weder in den Medien noch bei den Sponsoren in der Begehrlichkeitsliste ganz oben steht.

Sebastian Franke, ehemals selbst Leistungsruderer, kennt diese Problematik natürlich auch. Weil ihm aktuelle Sponsoren gestern bereits die Treue versprachen, hat der Veranstalter mit dem 17./18. September 2011 auch schon mal ein Wochenende für den fünften Achtercup ausgeguckt. Die Enge im Terminplan des DRV, ein Handikap für alle Veranstalter, wird dann zwar auch vorherrschen, aber vielleicht ist wenigstens das Wetter ein bisschen freundlicher als gestern.

Angesichts des heftigen Windes war es frühherbstlich kühl und nicht spätsommerlich warm. Zuschauerunfreundliche Temperaturen, entsprechend geringer als im Vorjahr fiel der Besuch an der Schlachte aus. Doch trotz schwieriger Bedingungen warfen sich die Aktiven umso kräftiger ins Zeug. Das galt für die Ruderer ebenso wie für die Besatzungen der sechs Drachenboote, in denen sich Bremer Betriebe und Vereine im Wettkampf maßen. Dabei bewiesen die Weserstars, dass sie nicht nur Eishockey spielen, sondern auch siegreich Drachenboot fahren können.

Die Drachenboot-Konkurrenz möchte Sebastian Franke künftig weiter ausbauen. Weil der Veranstalter bis zum nächsten Achtercup ein ganzes Jahr Vorbereitungszeit hat, ist er aber auch zuversichtlich, wieder mehr Großboote in Bremens Ruderstadion an der Schlachte locken zu können.

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