Sixdays-Kolumne (4)

Rundherum

Unser Autor berichtet von seinen eigenen Runden beim Sechstagerennen. Und warum er in Halle 4 einen Versuch abgebrochen hat.
13.01.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Olaf Dorow
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Sechstagerennen heißt Runden drehen. Haben Sechstagerennen nicht exklusiv, kennen auch Nachtwächter und Hundebesitzer. Gehört aber ja wohl zum Wesen der hier zu besprechenden Veranstaltung. Also lautet der verwegene Plan: Ich drehe auch meine Runden. Um, ja warum? Sagen wir mal: um ein adäquates Sechstagegefühl herzustellen.

Weil es wirklich nicht möglich ist, so wie die Rennfahrer sehr viele Runden zurückzulegen - sie sollen auf knapp sechstausend kommen - , muss ich das auf eine geringere Dreh-Zahl reduzieren. Sechs sollten reichen. Sechs statt sechstausend, das passt doch. Sechs Runden durch die Sixdays-Hallen, jeden Tag eine. Nee, am Montag zwei. Dienstags ist in den hinteren Hallen nix mehr. Dann wird er mich doch wohl durchdrungen haben, der Geist der Sixdays, wo Sport auf Unterhaltung treffen soll. Und umgekehrt. Einzigartige Symbiose, so sagt man.

Hier meine ersten Runden-Resultate: Am Donnerstag in Halle 3 um 23.30 Uhr bei der dorthin verlegten Uni-Nacht 27 Leute auf der Tanzfläche gezählt. 32 darum herum. Hmm. Nun ja, Donnerstag. Und welcher Student erscheint heutzutage schon halb zwölf (!) auf der Tanzfläche? In Halle 4 Versuch abgebrochen, Leute zu fragen, warum sie da sind. Nur wegen Party? Auch wegen Sport? War zu laut. Und Raucher-Bereich.

Freitag, 23.15 Uhr: alle Hallen ordentlich voll. Repräsentative Besucher-Umfrage gemacht. Annika, Axel, Corinna und Clara aus Bremen, Anne und Herbert aus Münster sowie Miriam aus Geestland interviewt. Annika und Axel wollen von Halle 1 noch in die 4. Erst Sport, dann Party, sagen sie. Sei aber kein Ranking. Anne und Herbert sagen, das Interessanteste ist der Sport. In Halle 4 waren sie aber auch. War ihnen zu laut. Corinna und Clara waren sowohl in 1 als auch in 4. Lieber Radrennen als Party, sagen sie. Wäre nicht so ihre Musik in Halle 4. Miriam, die für sich und ihre Freundinnen spricht: Sie sind nur wegen Party hier. Sport? Interessiert sie schon. Aber Radsport halt gar nicht. Hmm. Am Sonnabend abends aus Zeitgründen nur kurz gecheckt: Überall voll. Nachmittags sowieso. Sooo viele Kinder.

Leider muss ich die Auswertung nachliefern, was den Geist und so anbelangt. Ich muss nachdenken, was das bedeutet. Noch die letzten Runden drehen. Ich melde mich.

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