Werders Handballerinnen Schmerzhafter Stich

Die Handballerinnen des SV Werder Bremen haben die Torfabrik der zweiten Bundesliga nicht schließen können.
22.11.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Olaf Kowalzik

Die Handballerinnen des SV Werder Bremen haben die Torfabrik der zweiten Bundesliga nicht schließen können. Die Grün-Weißen hielten den TV Nellingen zwar weit unter dessen Schnitt von bislang 34 Toren – beim 24:29 (14:13) haben ihnen die „Schwaben Hornets Ostfildern“ trotzdem einen schmerzhaften Stich versetzt.

In Luft aufgelöst hatte sich damit die stille Bremer Hoffnung, zum zweiten Mal in dieser Saison nach einer deftigen Klatsche wieder aufzuerstehen. Nach dem 23:35 in Koblenz hatte der Liga-Neuling am vierten Spieltag zu Hause die SG Mainz-Bretzenheim mit 33:26 aus der Halle gepustet. Nach dem 23:38 in Neckarsulm erwies sich diesmal jedoch der Gast knapp 20 Kilometer nord-westlich von Ulm als deutlich wehrhafter.

Der war nach seinem 47:33-Rekordsieg über die SG Kirchhof per Bahn an die Weser gereist, um sich optimal auf das Spiel vorzubereiten. Und das hatte letztendlich Früchte getragen – auch wenn die Begegnung zunächst 28 Minuten ganz nach dem Geschmack der Gastgeberinnen verlaufen war. Die hatten sich nach dem 5:5 durch die Tore von Rabea Neßlage und Jennifer Börsen auf 7:5 abgesetzt (12.). Beim 9:6 erhöhte Birthe Barger auf drei Tore, die Katrin Friedrich mit dem 12:8 sogar noch auf vier Treffer ausbaute (22.). „Bis dahin hatte meine Mannschaft taktisch alles richtig umgesetzt“, meinte der SVW-Trainer Patrice Giron.

Umso ärgerlicher war es, dass sein Team diesen Vorsprung in der Schlussminute fast komplett verspielte. Nach dem 14:11 von Nele Osterthun traf in den finalen 51 Sekunden nur noch der Gast. Der Halbzeittreffer zum 13:14 fiel dabei aus rund 15 Metern Entfernung, als er der gut haltenden SVW-Torfrau Alexandra Meyer irgendwie durch die „Hosenträger“ rutschte.

Als Bremens beste Torschützin, Jennifer Börsen, zum 16:15 traf (37.), sollte es die letzte Werder Führung gewesen sein. „Wir haben danach zu zögerlich angegriffen und nicht mehr die nötige Power gezeigt“, fand Patrice Giron. Mit jedem Angriffsfehler glaubte seine Mannschaft immer weniger an die Taktik und den Erfolg, Nellingen brauchte nur noch auf die Konterchancen zu warten.

Letztendlich waren zehn Tore nach dem Seitenwechsel zu wenig, um den routinierten Gegner, seit 2005 ununterbrochen Mitglied der zweiten Bundesliga, in die Knie zu zwingen. Die Schwaben drehten den Spieß zum 21:16 um und gaben den Sieg nicht mehr aus der Hand. „Die Punkte wären jedoch für uns drin gewesen“, war Patrice Giron ein wenig enttäuscht.

Die Dauerbaustelle seiner Mannschaft, dem Angriff das nötige Selbstvertrauen und die Dominanz einzuhauchen, konnte er damit bislang nicht richtig schließen. Noch nicht. . .

SV Werder Bremen: Schumacher, Anschütz, Meyer; Heidergott, Schneider, Friedrich (4), Janssens, Neßlage (3/2), Osterthun (4), Heidorn, Börsen (6), Barger (3),

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+