Werders Zweitliga-Fußballerinnen

Schneller Aufstieg für die Planung

Werders Fußballerinnen sind wieder im Training, die Zeichen stehen auf Bundesliga-Rückkehr. 6:2-Testspielsieg gegen Hannover 96
28.01.2020, 09:56
Lesedauer: 2 Min
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Schneller Aufstieg für die Planung
Von Mathias Sonnenberg

Auf die Frage, ob Alexander Kluge denn derzeit überhaupt irgendwelche Sorgen begleiten, muss der Trainer wirklich ein paar Sekunden lang überlegen. Um dann zu sagen: „Nein, eigentlich nicht.“ Kluge ist der Trainer von Werders Zweitliga-Fußballerinnen und tatsächlich in der Luxusposition, nicht eine verletzte Spielerin in seinem Kader zu haben. Ein Umstand, um den ihn Profi-Trainer Florian Kohfeldt ganz sicher beneidet.

Seit dem 13. Januar schon ist Kluge mit seinem Team wieder im Training. Fast vier Wochen Pause hatte er dem Spitzenreiter der zweiten Bundesliga verordnet, „so viel Winterurlaub gab es schon lange nicht mehr, weil die Zeit bis zum ersten Pflichtspiel 2020 auch extrem lang ist“, sagt er. Aber irgendwie hätten die Mädels sich das auch verdient. 14 Spiele, elf Siege, drei Remis, keine Niederlage, zwölf Punkte Vorsprung im Kampf um die erste Liga – es gibt nicht viele Indizien, die darauf hindeuten, Werder würde in der Rückrunde die Bundesliga-Rückkehr nicht perfekt machen. Das weiß auch Kluge, er sagt es nur nicht. „Abgerechnet wird zum Schluss“, ist so ein typischer Trainer-Satz, den Kluge stattdessen sagen muss.

Dabei hat Werder dem Aufstieg natürlich oberste Priorität eingeräumt. Der Kader wurde gehalten, der Etat nicht gekürzt. Herausgekommen ist eine beeindruckende Hinrunde, die Rückrunde startet am 23. Februar in Mönchengladbach. Kluge formuliert das Ziel so: „Wir wollen so früh wie möglich Planungssicherheit haben.“ Soll heißen: Je früher der Aufstieg feststeht, desto schneller können die Personalien für die kommende Saison angegangen werden. „Denn am Ende der Saison“, sagt Kluge, „ist der Markt für Spielerinnen immer schon ziemlich übersichtlich.“

Eine frühzeitige Planung kennen sie in Werders Frauenfußball-Abteilung eigentlich gar nicht. Denn entweder kämpfte die erste Mannschaft quasi bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt in der Bundesliga. Oder die angestrebte Rückkehr ins Oberhaus entschied sich erst auf der Ziellinie. „Deshalb wäre es schon cool, wenn wir schon im April wüssten, wie es weitergeht“, meint Kluge.

An der Fitness soll es dabei nicht scheitern. Bis kurz vor Silvester durften die Spielerinnen die Beine hochlegen, für die Tage danach hatte die Fitnessabteilung einen Trainingsplan erarbeitet. Die Läufe der Spielerinnen wurden dabei überwacht, das Trainerteam hatte zum Auftakt einen Überblick über die Fitnesswerte. „Und die waren gut“, sagt der Trainer.

Zwei Testspiele hat Werder bislang absolviert. Gegen Meister VfL Wolfsburg gab es eine erwartete Niederlage (0:5), gegen den Regionalligisten Hannover 96 einen 6:2-Sieg. „Beide Spiele waren für sich genommen okay“, findet Kluge. Gegen Wolfsburg habe sein Team defensiv gut gestanden, gegen Hannover als Favorit einen dominanten Auftritt gehabt. Soll heißen: Alles im Lot bei Werders Fußballerinnen. Auch darauf ist Florian Kohfeldt garantiert neidisch.

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