Corona-Schnelltests Bremer Hockey-Club eröffnet Corona-Testzentrum in Oberneuland

Seit Januar hat der BHC seine Bundesliga- und Kaderspielerinnen selbst getestet - da lag es nahe, dass er seine Expertise auch der Allgemeinheit anbietet. Seit Mittwoch hat der Verein die behördliche Erlaubnis.
01.04.2021, 16:00
Lesedauer: 3 Min
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Bremer Hockey-Club eröffnet Corona-Testzentrum in Oberneuland
Von Jörg Niemeyer

Martin Schultze ist dafür bekannt, dass er anpacken kann. Das gilt nicht nur fürs Hockey, in dem der 49-Jährige ein bundesweit anerkannter und erfolgreicher Trainer ist. Als hauptberuflicher Geschäftsführer des Bremer HC ist Schultze es auch gewohnt, große Projekte ins Laufen zu bringen. Der jüngste Coup: Seit Mittwoch unterhält der BHC ein vom Bremer Gesundheitsamt anerkanntes Corona-Schnelltestzentrum – das erste in Oberneuland. In einem Raum seines Fitnessstudios am Heinrich-Baden-Weg testet der Verein jetzt montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 16 bis 20 Uhr sowie sonnabends von 9 bis 16 Uhr kostenlos jede Bürgerin und jeden Bürger auf Covid-19.

"Schon seit Januar testen wir unsere eigenen Hockey-Damen und Kaderathleten selbst", sagt Martin Schultze, "da haben wir uns gedacht: Das können wir auch für alle anbieten." Das ist möglich, wenn sich der Interessent für ein Testzentrum zuvor an die Gesundheitsbehörde gewendet hat und diese am Ende die Genehmigung erteilt. Das sei das normale Verfahren, bestätigt Behördensprecher Lukas Fuhrmann. In dieser Woche habe sich das Gesundheitsamt vor Ort überzeugt, dass der BHC alle Bedingungen für ein Schnelltestzentrum erfüllt und damit eins von derzeit 13 Testzentren stadtweit ist. Zwei weitere Zentren, so Fuhrmann, seien aktuell in Planung, sodass angesichts der weiteren Testkapazitäten in mehr als zehn Apotheken und etwa 70 Arztpraxen die Abdeckung des Bremer Stadtgebiets gut gewährleistet sei.

Die öffentlichen Schnelltests kosten Bremen laut Lukas Fuhrmann kein Geld. Es seien zum Teil Steuergelder, zum Teil Gelder der Krankenkassen, mit denen die Kosten eines Zentrums für jeden beschafften Test – sechs Euro – und jede einzelne Testdurchführung – zwischen zwölf und 15 Euro in Abhängigkeit davon, ob die Leistung von einem Arzt oder anderem Personal erbracht wird – pauschal beglichen werden.

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Der Bremer HC verfügt über eine ehrenamtlich tätige, 15-köpfige Helfercrew. „Die können wir aber auch noch ausbauen, wenn es nötig ist“, sagt Martin Schultze. Er gehört ebenso wie Laura Frank und Hermann Heuck zu dem Personenkreis, der die Tests durchführen darf. Horst Elbrecht, BHC-Ehrenmitglied und Mediziner im Ruhestand, fungiert als ärztlicher Leiter des Zentrums und hat das BHC-Personal auch ausgebildet.

Am Donnerstag testete die BHC-Crew allein am Vormittag 90 Menschen, die nach 15-minütiger Wartezeit ihr Ergebnis bekommen haben. Entweder erhalten sie ihr für zwölf Stunden gültiges Zertifikat, dass sie nicht infektiös sind. Oder sie werden aufgefordert, sich bei positiver Testung andernorts einem genaueren PCR-Test zu unterziehen. Auf jeden Fall werden die Namen der positiv Getesteten dem Gesundheitsamt übermittelt, sodass am Ende der Untersuchungen sichergestellt sein wird, ob eine Person das Virus in sich trägt oder nicht.

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Martin Schultze rechnet damit, dass sein Testzentrum mindestens bis Juli oder August Arbeit haben wird. Lukas Fuhrmann mag keinen genauen Zeitpunkt benennen, weil derzeit noch nicht klar sei, ob von Menschen trotz Impfung noch Ansteckungsgefahr ausgeht. Weil der Andrang zumindest an den ersten Tagen noch nicht so groß gewesen ist, konnten die Testwilligen noch ohne Anmeldung zum BHC kommen. Doch sollten in einigen Wochen Lockerungen im öffentlichen Leben wieder möglich sein, dürfte der Bedarf an Testkapazitäten steigen. Denn ob Sport, Kultur, Einkauf oder Restaurant-Besuch: Es könnte sein, dass derartige Aktivitäten nur mit tagesaktuellem Testzertifikat gestattet sein werden. Doch egal, wie lange das BHC-Testzentrum benötigt wird: Martin Schultze befürchtet nicht, dass seine Arbeit als Trainer darunter leiden wird. „Wir verfügen über genügend Personal“, sagt er lachend, „da muss ich nicht ständig während der Öffnungszeiten dabei sein.“

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