Bremer Judo Masters

Schütz kann Erfolg nicht wiederholen

Bremen.In Messehalle 7 hatte sich der internationale Judo-Nachwuchs zum alljährlichen Kräftemessen bei den Masters versammelt. Seinen Erfolg von 2012 als bisher einziger Bremer Masters-Gewinner konnte er diesmal nicht wiederholen.
25.03.2014, 00:00
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Schütz kann Erfolg nicht wiederholen

Der Bremer Leonhard Schütz (weiß) gegen Florian Groß aus Sachsen.

Frank Thomas Koch

In Messehalle 7 hatte sich der internationale Judo-Nachwuchs zum alljährlichen Kräftemessen bei den Masters versammelt. Einer der 756 Teilnehmer war der Bremer Leonhard Schütz. Seinen Erfolg von 2012 als bisher einziger Bremer Masters-Gewinner konnte er diesmal nicht wiederholen; der Asahi-Kämpfer landete auf Platz fünf.

Beim Judo kann es manchmal sehr schnell gehen. Ein präziser Griff des Kasachen Samat Yessen reichte aus, um Leonhard Schütz, Masters-Gewinner von 2012, zu bezwingen. Gerade mal 21 Sekunden waren vergangen, als Schütz auf die Matte knallte und der Kampfrichter folgerichtig die Hand hob und auf Ippon entschied – die höchste Wertung im Judo, die den Kampf sofort beendet. Für Leonhard Schütz war es das Aus im Halbfinale der Judo Masters Bremen. Die Enttäuschung bei dem 18-Jährigen hielt sich allerdings in Grenzen: „Ich mache gerade mein Abitur und komme kaum noch zum Trainieren.“

Mit einem Sieg gegen den Japaner Tomoki Kinoshita gelang Leonhard Schütz gleich in seinem ersten Kampf eine große Überraschung. Von Beginn an legte der Athlet vom JC Asahi ein sehr defensives Kampfverhalten an den Tag. Er erwies sich als zäher und widerspenstiger Judoka, der es seinem Gegner nicht ermöglichte, ihn auf dem Mattenboden zu halten. Bald verlor Kinoshita die Geduld und leistete sich zwei Shidos (Strafpunkte), die Schütz nach voller Kampfzeit von vier Minuten letztlich den Sieg bescherten. Die erste große Herausforderung war damit bewältigt, die anfängliche Sorge, gegen einen hochkarätigen Kontrahenten früh aus dem Turnier auszuscheiden, war verflogen.

Das gewonnene Selbstvertrauen machte sich schnell bemerkbar. Gegen den Sachsen Florian Groß war Schütz nun deutlich offensiver eingestellt und ging mit einem Waza-ari, der zweithöchsten Wertung im Judo, nach wenigen Sekunden in Führung. Als ihm dann auch noch ein Haltegriff gegen Groß gelang, schien der Kampf schon entschieden. Doch der mitteldeutsche Meister aus Zwickau windete sich geschickt aus den Zwängen des Bremer Judoka, und plötzlich war alles wieder offen. Leonhard Schütz ließ konditionell stark nach, wurde fehleranfällig und kassierte zwei Shidos. Doch zum Glück für ihn wurde auch sein Gegner bald schwach. Die Uhr lief runter, der zweite Sieg für Schütz.

Im dritten Kampf gegen Tim Güther aus Bayern machten sich die Anstrengungen der ersten zwei Kämpfe bemerkbar. Allerdings kamen Schütz die Nachlässigkeiten seines Gegners zugute. Nach zwei Minuten und elf Sekunden gelang ihm der Ippon und der Einzug ins Halbfinale. Dass ihn dort mit Samat Yessen der amtierende Vizeweltmeister erwartete, ließ die Hoffnungen auf eine Finalteilnahme schnell schwinden. Der Ippon nach 21 Sekunden war auch den anstrengenden Kämpfen zuvor geschuldet. Auch im Kampf um Platz drei gegen den Letten Romans Solovjovs ging ihm schlichtweg die Puste aus. „Sein Akku war einfach leer“, sagte Trainer Marcus Utzat. „Leonhard hat hart an sich gearbeitet, Manko ist aber noch seine konditionelle Verfassung. Trotzdem war das insgesamt eine super Leistung von ihm“.

Das fand auch Richard Trautmann, Nachwuchstrainer des Deutschen Judo-Bundes. „Leonhard ist auf alle Fälle ein großes Talent. Wie es mit ihm weitergeht, muss man noch sehen. Das Potenzial, ein Guter zu werden, hat er“, sagte Trautmann, der seit 2009 in Bremen die deutschen Junioren sichtet. „Die Masters sind sehr stark besetzt. Wer hier aufs Treppchen kommt, kann auch bei einer Europameisterschaft aufs Treppchen kommen.“

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