Fußball-Bremen-Liga

Schwachhausens Verteidiger Simao wird Profi in Bosnien

Aus der Bremen-Liga in die erste bosnische Liga: Faria Simao verlässt den TuS Schwachhausen in der Winterpause. Der Verteidiger hat bei Celik Zenica einen Profivertrag unterschrieben.
20.12.2019, 16:16
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Ganze 26 Jahre alt musste Faria Simao werden, ehe er einen Profivertrag unterschreiben durfte: Der Außenverteidiger des TuS Schwachhausen wechselt zur Winterpause zum NK Celik Zenica, einem Erstligisten in Bosnien. „Es ist für uns ein Verlust, denn er ist ein überragender Typ“, sagt TuS-Trainer Benjamin Eta. Er hatte seinen Spieler zuletzt zwei Wochen freigestellt, damit dieser am Probetraining in Zenica teilnehmen konnte. Nachdem Simao dort überzeugte, war der Weg in den bezahlten Fußball frei. Eine Überraschung ist das allerdings nicht: Als der Verteidiger im Sommer vom FC Remscheid nach Schwachhausen gewechselt war, galt die Bremen-Liga für ihn bereits als Durchgangsstation. Insofern fiel es Benjamin Eta auch recht leicht, die Entscheidung des Kickers zu akzeptieren: „Ich freue mich für ihn.“

Das kann man mal machen: Holger Ulbrich, Trainer der 2. C-Jugend des SVGO Bremen, ist Preisträger der Fair Play-Geste des Monats November. Dabei hatte er sich nicht nur ausgesprochen fair, sondern auch noch ziemlich ungewöhnlich verhalten. In der Partie seines Teams gegen die SG Findorff II waren nämlich einige der eigenen Kicker recht hart eingestiegen und hatten zudem durch unsportliches Verhalten auf sich aufmerksam gemacht. Da der Unparteiische dieses Duells offenbar keinen Anlass für persönliche Strafen sah, handelte Holger Ulbrich: Er nahm die Kicker einfach vom Platz – obwohl er gar keine Spieler auf der Bank hatte. „Es war einfach nicht fair, was der ein oder andere Spieler in meinem Team gemacht hat und daraufhin habe ich dann gesagt: Das gibt es bei mir nicht“, begründet der langjährige Übungsleiter seinen Schritt. Er wurde belohnt mit einer Urkunde und Tickets für Dieter Nuhr in der ÖVB-Arena.

Das gab es so auch noch nicht: Per Video-Beweis wurde Artur Janot, Mittelfeldspieler des TSV Ottersberg, vom Sportgericht des niedersächsischen Fußball-Verbandes zu einer Sperre von sechs Monaten verurteilt. Der 26-Jährige hatte sich im Landesliga-Spiel seines Teams bei Blau-Weiß Bornreihe eine Tätlichkeit geleistet, indem er im Rücken des Unparteiischen seinen Gegenspieler Jeremy da Rocha Nunes im Vorbeilaufen mit dem Unterarm in den Nacken schlug. Eine persönliche Strafe hatte Janot nicht erhalten. Das Urteil wurde auf der Grundlage von Aufnahmen des Portals Sporttotal.TV gesprochen. „Ich finde es gut, dass man die Spieler bei derartigen Vergehen auch ohne Schiedsrichter bestrafen kann“, sagt Jürgen Stebani, Vorsitzender des NFV-Spielausschusses und zuständiger Staffelleiter. Während das Gericht private Videoaufnahmen regelmäßig nicht als Beweismittel zulässt, konnten die Bilder von Sporttotal.TV als offiziellem Partner des DFB herangezogen werden. Die bis zum 12. Mai 2020 datierte Sperre wurde dabei für einen Monat zur Bewährung ausgesetzt. Die Voraussetzung: Eine bereits vollzogene Entschuldigung bei da Rocha Nunes sowie der Einsatz Janots bei drei Nachwuchs-Hallenturnieren als Schiedsrichter.

Noch ist ja etwas Zeit. Aber das Thema ist wichtig genug für einen großen Vorlauf: Der Bremer Fußball-Verband bietet in 2020 mehrere Veranstaltungen zum Thema Deeskalation an. Dazu heißt es in der Einladung an die Vereine: „Den Teilnehmenden wird vermittelt, wie sie unübersichtliche Konfliktsituationen wieder in den Griff bekommen und gemeinsam an einem Strang ziehen können, um für die eigene und die Sicherheit anderer Sportler/innen sorgen zu können.“ In Bremen findet die zweiteilige Veranstaltung am 22. Februar sowie am 12. Juni statt; die Termine in Bremerhaven sind am 25. Januar und am 19. Juni.

Es ist nun rund vier Wochen her, da trennte sich die SG Findorff von Börge Brünjes. Weil der Trainer des Landesligisten offenbar beliebt war unter den Spielern, kursierten schnell Gerüchte. Es hieß, in der Winterpause würden zahlreiche Kicker den Verein ebenfalls verlassen, und das ließ natürlich auch nur wenig Positives für die letzten Spiele in diesem Jahr erwarten. Nun trat aber das Gegenteil ein: Nach einem knappen 0:1 beim TuS Komet Arsten gewann die SG Findorff beim TSV Hasenbüren (4:1), gegen den SV Grohn (10:0) und den SV Türkspor (5:1). „Die Mannschaft zieht durch, und das ist eine große Charakterleistung“, sagt SGF-Abteilungsleiter Michael Flügge. Im Vorstand sei man sich ja auch nicht ganz sicher gewesen, wie das Team auf die Entlassung von Brünjes reagieren würde. „Er hat gute Arbeit geleistet, nur die Ergebnisse haben nicht gestimmt“, so Flügge. Nachdem in den vergangenen Wochen Uwe Behrens, Coach der 2. Herren, für den Landesligisten verantwortlich war, soll nun zum 1. Januar ein neuer Trainer übernehmen. Nach den Erfahrungen der letzten Zeit erwartet Michael Flügge dabei einen reibungslosen Übergang: „Wir sind guter Dinge.“

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