Segeln: Großer Erfolg des WV Hemelingen

Bremer Segler stehen erneut im Champions-League-Finale

Die Bremer Crew sicherte sich auf dem Starnberger See den hervorragenden sechsten Rang. Weit mehr, als zur Qualifikation für Italien nötig war. Und trotzdem überwog beim WVH zunächst die Enttäuschung.
25.08.2020, 05:46
Lesedauer: 2 Min
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Bremer Segler stehen erneut im Champions-League-Finale
Von Jörg Niemeyer
Bremer Segler stehen erneut im Champions-League-Finale

Das Quartett des Wassersportvereins Hemelingen – von links: Max Billerbeck, Daniel Labhart (mit Cappy), Carsten Kemmling und Sven Gauter – qualifizierte sich auf dem Starnberger See als sechstbestes Team für das Champions-League-Finale.

SCL/Wehrmann

Um kurz nach Mitternacht, also am frühen Montag, war das Kapitel Champions-League-Qualifikation für die Crew des Wassersportvereins Hemelingen (WVH) endgültig beendet. Steuermann Carsten Kemmling hatte, diesmal am Steuer seines Autos, seine Kollegen Sven Gauter, Max Billerbeck und Daniel Labhart nach einem erfolgreichen Wochenende am Starnberger See in der Hamburger Heimat abgesetzt. Während Sven Gauter, der am Mittwoch per Flugzeug von seinem Arbeitsplatz in London nach Bayern gereist war, noch ein paar Tage Urlaub anhängen kann, arbeiteten seine drei Kameraden am Montag schon wieder.

Das Quartett konnte zufrieden auf seinen Einsatz zurückblicken. Zum dritten Mal in Folge wird Bremen mit dem WVH im Oktober am Finale der Segel-Champions-League teilnehmen. Das war das Mindestziel für die Qualifikationsregatta, und mit Platz sechs unter 23 Booten erreichte es die Crew souverän. Dass es zu Platz vier nicht reichte, hatte im Team zunächst für einige Enttäuschung gesorgt. Denn zu gern hätten sich die Hemelinger für das Finale der besten Vier qualifiziert. Das wäre noch mal ein Glanzlicht gewesen; ein Anreiz, womöglich als Qualifikationssieger vom 15. bis 18. Oktober in Porto Cervo anzutreten. Doch die ersten beiden von dann nur noch drei Rennen am Sonntag liefen nicht gut für den WVH. „Wir sind mit den drehenden, ablandigen Winden nicht zurechtgekommen“, sagte Steuermann Carsten Kemmling, der aber auch zugab: „Wir hatten Chancen genug, weiter vorne zu landen.“

Segeln ist nicht nur harte Teamarbeit während der Regatta, sondern vorher auch schon eine logistische Herausforderung. Gerade in Corona-Zeiten werden personelle Planungen mal kurzfristig über den Haufen geworfen. Schließlich sind die Crewmitglieder keine Profis, sondern gehen geregelter Arbeit nach. So kam es, dass das WVH-Quartett – absprachegemäß pausierte Teamkapitän und Steuermann Jan Seekamp – auf dem Starnberger See in einer Besetzung startete, die es so noch nie gegeben hatte.

Daniel Labhart und Max Billerbeck debütierten sogar für die Hemelinger. Da war es nicht verwunderlich, dass die Abstimmung an Bord noch nicht perfekt war. „Wir haben uns gut geschlagen“, sagte Kemmling, „aber für den letzten Wumms im Wettkampf muss man länger zusammen gesegelt haben.“ Billerbeck, amtierender Weltmeister im Contender, saß am Focksegel, Gauter am Gennaker, Labhart im Vorschiff: ungewohnte Positionen für jeden Einzelnen. „Wenn man so nahe dran ist an Platz vier, ist es erst mal ärgerlich, ihn zu verpassen“, sagte Kemmling.

So dauerte es ein bisschen, bis im Team die Freude über das Erreichte doch überwog. „Die Glückwünsche zur erreichten Quali haben uns gut getan“, sagte Kemmling. Bereits am Sonntag waren in Tutzing die ersten Gratulationen auf den Handys des WVH-Quartetts eingegangen. Was bei einer Finalteilnahme vielleicht auch für die Hemelinger möglich gewesen wäre, demonstrierte der Württembergische Yacht-Club: Er war als schlechtester Klub in den Vergleich der besten Vier gegangen, sicherte sich dort aber mit zwei Siegen am Stück den Gesamterfolg. Der Norddeutsche Regatta-Verein aus Hamburg stand mit leeren Händen da. Ihm hätte im Finale schon ein weiterer Rennsieg gereicht, da er als Hauptrunden-Erster einen Bonussieg hatte. Laut Reglement gewinnt das Quartett, das im Finale als erstes seinen zweiten Sieg feiert.

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