Letzter Spieltag in der Bremen-Liga Selcik köpft VfL 07 aus der Liga

Bremen. Der VfL 07 Bremen muss neben der TS Woltmershausen den bitteren Gang in die Landesliga antreten. Im entscheidenden letzten Spiel hat der VfL 07 nicht gegen den SV Türkspor gewinnen können.
10.06.2012, 12:07
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Von Klaus Grunewald

Bremen. Der VfL 07 Bremen muss neben der TS Woltmershausen den bitteren Gang in die Landesliga antreten. Trotz aufopferungsvollen Kampfes kamen die Findorffer am Finaltag der Bremen-Liga nicht über ein 1:1 gegen den SV Türkspor hinaus, der sich damit aus eigener Kraft vor dem Abstieg rettete.

Als der Regionalexpress nach Bremen-Nord um 16.41 Uhr die Bezirkssportanlage in Findorff passierte, war der Zug auch für den VfL 07 abgefahren. Denn genau in der 81. Minute der zwar dramatischen, aber spielerisch wenig ansprechenden Partie gelang dem Gast aus Bremen-Nord durch ein Kopfballtor seines Kapitäns Tuncay Selciknach Freistoß von Izzet Bekar der 1:1-Ausgleich. 20 Minuten vorher war Michael Mrozek mit einem Weitschuss aus 35 Metern der 1:0-Führungstreffer gelungen.

Den schicksalhafte Freistoß hatte Schiedsrichter Karsten Meyer vom ATSV Sebaldsbrück nach Meinung der Spieler und Offiziellen des VfL 07 zwar zu Unrecht gepfiffen, aber den Blumenthalern und vor allem Trainer Erhan Koser konnte es egal sein. Sie bejubelten das Remis, als hätten sie gerade die Meisterschaft errungen. Wie sich wenig später herausstellen sollte, hatte sie der Selcik-Treffer tatsächlich vorm Absturz gerettet. Denn bei einem Sieg der Findorffer wären sie statt der Hausherren bei gleicher Punktzahl (24) wegen ihres miserablen Torverhältnisse auf einem Abstiegsrang gelandet.

Große Anspannung

Beiden Mannschaften war anzumerken, dass die psychische Belastung in dem Abstiegsduell groß war. Das kämpferische Moment dominierte, gelungene Spielzüge hatten während der gesamten 90 Minuten Seltenheitswert. Und während Findorffs Trainer Helge Horn voll auf Offensive setzte, ließ Erhan Koster sein Team mit einer ungewohnten Defensivtaktik agieren. Deshalb sah sich seine einzige Spitze, Bayram Özkul, vor allem in der ersten Halbzeit meistens allein auf weiter Flur. Gleichwohl zeichnete Özkul für die erste Großchance der Gäste verantwortlich. Er jagte VfL-Innenverteidiger Steffen Egert in der 34. Minute den Ball ab, passte von der Torauslinie auf Bilal Subasoglu, der aus vollem Lauf abzog, aber nur die Latte traf.

Weil aber die deutlich überlegenen und ständig anrennenden Hausherren im Abschluss kläglich versagten, musste ein Glückstreffer für die zwischenzeitliche Glückgefühle sorgen. Der ungemein lauffreudige Michael Mrozek, der später mit Wadenkrämpfen ausschied, nahm sich in der 61. Minute ein Herz, hielt aus 35 Metern drauf und traf mit Unterstützung des Windes und Türkspors-Keepers Evren Boga ins Netz: Boga war der Ball durch die fangbereiten Hände gerutscht – der SV Türkspor in diesem Moment auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Doch die Nordbremer schalteten auf Offensive um und nahmen den bis dahin wenig beschäftigten Findorffer Torhüter Sebastian Starker sofort unter „Beschuss“. Bereits in der 62. Minute musste noch einmal der Querbalken für ihn retten, nachdem Ugur Akcan einen Freistoß direkt ausgeführt hatte. Die Partie wurde hektischer, die Fouls häuften sich, und in der 81. Minute besiegelte ein erneuter Pfiff des Unparteiischen das Schicksal der Westbremer. Nach einem vermeintlichen Foul an Bekar (VfL-Manager Thomas Hennings: „Das war garantiert keines“), hob derselbe Spieler das Leder auf den Kopf von Selcik, der zum umjubelten Ausgleich traf

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