Serie „Das Jahr der Mareike Max“

Der unerwünschte Begleiter meldet sich zurück

Die Werder-Hochspringerin Mareike Max plagt sich mit Fuß-Beschwerden - zum Jump off am 13. Mai will sie dennoch antreten.
07.05.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Der unerwünschte Begleiter meldet sich zurück
Von Olaf Dorow
Der unerwünschte Begleiter meldet sich zurück

Werder-Hochspringerin Mareike Max.

Frank Thomas Koch

Nach Ostern war es zum Training auch wieder nach draußen gegangen. Endlich. Es folgte der kalte unfreundliche April. Musste nicht auch noch sein, die Pandemie reichte schon für die Portion Unerfreuliches. Statt wie traditionell ein Trainingslager im Süden zu beziehen, war für die Hochspringerin Mareike Max und die Werder-Gruppe von Trainer Roman Fricke ein Camp mit Hotelübernachtungen vor Ort in Bremen geplant. Auch das musste ausfallen, wegen der Pandemie.

Die Pandemie ist in Bezug aufs Hochspringen aber nicht das Hauptthema der Mareike Max, die vor fünf Jahren 1,85 Meter und dann Platz fünf bei der Junioren-Weltmeisterschaft geschafft hatte. Das Hauptthema ist für die Athletin seit Jahren der rechte Fuß, auch nach vier Operationen an ihm. Sie wird es nicht los, es ist ihr unerwünschter Begleiter durch die Sportkarriere. „Ich habe damit gerechnet, dass es mich dauerhaft begleitet“, sagt sie. Aber warum gerade wieder aktuell die Beschwerden und Einschränkungen größer sind, sagt sie weiter, wisse sie nicht. Beim Techniktraining könne sie die Schmerzen ausblenden. „Aber darüber hinaus ist es eben nicht perfekt“, sagt die 22 Jahre alte BWL-Studentin.

Sie hatte in den Wintermonaten, in denen es zwar keine Wettkämpfe, aber immerhin die Erlaubnis zum Training gab, gedacht, dass sie die Geschichte mit dem Fuß im Griff hat. Sie hatte den Fuß ordentlich belasten können, hatte Übungen wie Einbeinsprünge ausführen können, die jahrelang nicht möglich gewesen waren. „Ich habe keine Ahnung, warum die Beschwerden jetzt wieder zurückgekommen sind“, sagt Mareike Max.

Vor diesem Hintergrund schaut sie auf die anstehende Saison, von der auch in der Leichtathletik sowieso niemand so genau sagen kann, wie sie laufen kann. Für den 13. Mai ist auf Platz 11 das traditionelle Jump-off-Meeting des SV Werder für die vier Sprungdisziplinen geplant, das vor einem Jahr ausgefallen war. „Wenn es stattfindet, will ich auf jeden Fall springen“, sagt Mareike Max. Am Sonntag danach soll es in Hamburg eventuell ein weiteres Meeting geben, zu dem sie dann antreten würde.

Weil die deutschen Meisterschaften in Braunschweig mit Blick auf Olympia in diesem Sommer sehr früh kommen, bereits am ersten Juni-Wochenende, ist Eile geboten für diejenigen, die für Braunschweig noch die erforderliche Norm von 1,80 Metern benötigen. Auch Mareike Max bräuchte eine eilig ersprungene Norm. Aber die deutsche Meisterschaft ist nicht ihr Fokus. „Ich will erst mal wieder Sicherheit im Wettkampf bekommen“, sagt sie. Im vergangenen Sommer war sie nach anderthalbjähriger Pause wieder zu Wettkämpfen angetreten – und im besten davon war die Latte bei 1,75 Metern liegen geblieben. Sollte in ein paar Tagen beim Jump off ein Jump möglich sein, will sie sich keine bestimmte Höhe zum Ziel setzen. Dazu ist die Ausgangslage zu instabil. Mareike Max ist quasi auf sich selbst gespannt.

Ähnliches gilt gewissermaßen auch für den Fortgang ihres Studiums. Noch ist die Bachelor-Arbeit eher ein Torso. Zumindest gibt es in diesem Fall aber ein fester zu greifendes Ziel. Im gerade angelaufenen Semester sollen die Arbeit und damit der Bachelor-Abschluss gelingen. Danach ist ein BWL-Masterstudium in Bremen angedacht. Es soll weitergehen. In Bremen, bei Werder – und hoffentlich auch im Hochsprung.

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