Basketball-Bundesliga

Showdown in Bremerhaven

Frankfurt/Main. Eine Grillparty, ein besonders hartes Abschlusstraining und jede Menge Moral - das sind die Zutaten für das Basketball-Märchen der Eisbären Bremerhaven. Nach dem 53:79 im dritten Halbfinalspiel gegen die Skyliners Frankfurt waren sie bereits abgeschrieben worden.
02.06.2010, 13:53
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Frankfurt/Main. Eine Grillparty, ein besonders hartes Abschlusstraining und jede Menge Moral - das sind die Zutaten für das Basketball-Märchen der Eisbären Bremerhaven. Nach dem 53:79 im dritten Halbfinalspiel gegen die Deutsche Bank Skyliners Frankfurt waren sie bereits abgeschrieben worden.

Doch mit einer großen Energieleistung kämpften sich die Norddeutschen zurück, gewannen in der Frankfurter Ballsporthalle 76:69 und haben nun am Donnerstag beim Showdown in der Stadthalle Bremerhaven plötzlich wieder alle Trümpfe in der Hand. Die Brose Baskets Bamberg müssen noch ein bisschen auf ihren Finalgegner warten.

«Diese Mannschaft ist der Wahnsinn, das hat sie schon in der Serie gegen Göttingen bewiesen», lobte Eisbären-Coach Douglas Spradley sein Team. Im Viertelfinale gegen den Eurochallenge-Sieger standen die Bremerhavener ebenfalls mehrfach vor dem Aus. «Aber diese Jungs geben einfach nicht auf», sagte Spradley voller Anerkennung.

Der Trainer, vor der Saison von den Paderborn Baskets gekommen, hatte seine Schützlinge mit Zuckerbrot und Peitsche wieder auf Kurs gebracht. Nach dem Heimdebakel strich Spradley das Training und beraumte stattdessen einen kleine Grill-Party an, «damit die Jungs die Köpfe mal frei bekommen», wie der Trainer erklärte.

Am Tag danach war es mit dem Schmusekurs an der Küste dann aber wieder vorbei. 1:45 Stunden scheuchte Spradley das Überraschungsteam durch die Halle, was angesichts der hohen Belastung der vergangenen Wochen «vielleicht etwas ungewöhnlich» ist. Doch Spradley wollte den Fokus seiner Spieler wieder auf den Basketball lenken, nichts davon wissen, dass die Saison bereits gelaufen ist.

Der Eisbären-Coach zog zudem selbst die Lehren aus dem vorherigen Heimspiel, als er im zweiten Viertel seine Stammformation zum Verschnaufen auf die Bank gesetzt und damit die Partie verloren hatte. Im vierten Halbfinale vertraute Spradley wieder seinen Topspielern und die gaben ihm das Vertrauen eindrucksvoll zurück. Vor allem Spielmacher Louis Campbell, der lediglich eine knappe Minute Erholung bekam, trumpfte groß auf und war mit 20 Punkten bester Werfer. «Lou war großartig. Er hat das Team geführt», sagte Spradley.

Die Frankfurter fanden hingegen nicht wie gewohnt ihren Rhythmus. Zwar steckten die Hessen nie auf, die große Chance auf den dritten Finaleinzug der Club-Historie ließen die Skyliners aber erst einmal sausen. «Wir waren nicht aggressiv genug», analysierte Frankfurts Trainer Gordon Herbert. «Die Minuten kurz vor der Pause haben uns das Genick gebrochen», meinte Sportdirektor Kamil Novak.

In dieser Phase zogen die Gäste mit zehn Punkten in Serie auf und davon, «und gerade in den Playoffs, in denen die Kraft schnell schwindet, sind diese Moment entscheidend», erklärte Novak. Doch aufgeben werden sich die Frankfurter wie zuvor die Eisbären Bremerhaven nicht. «Jetzt heißt es Alles oder Nichts. So sind die Playoffs, da geht es Schlag auf Schlag», meinte Herbert. Bereits am Tag vor dem Entscheidungsspiel flogen die Skyliners wieder in den hohen Norden. Zeit für eine Grillparty blieb da leider nicht. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+