Arbeit im Verein Männer dominieren im Frauen-Fußball

In der ersten Fußball-Bundesliga arbeiten mehr Männer als Frauen, in der Männer-Bundesliga sieht die Unterschiede noch gravierender. Auch in anderen Sportarten unterscheidet sich der Einsatz deutlich.
17.03.2021, 13:03
Lesedauer: 2 Min
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Männer dominieren im Frauen-Fußball
Von Lisa Urlbauer

Ein Mann, der eine Frauenmannschaft trainiert, ist keine Überraschung. Doch noch nie hat eine Frau eine Profi-Fußballmannschaft der Männer aus den höchsten drei deutschen Ligen trainiert. Wie viele Frauen und Männer im Profifußball arbeiten, hat die Informationsplattform „Wettbasis“ untersucht und dazu die Trainer- und Betreuerstäbe aller deutschen Mannschaften der ersten drei Ligen der Herren sowie der ersten Liga der Damen anhand ihrer Teamseiten im Netz analysiert.

Das Ergebnis: In der höchsten Spielklasse der Frauen arbeiten mehr Männer als Frauen. Auf insgesamt 81 Mitarbeiter kommen 44 Mitarbeiterinnen, die die Vereine zum Team zählen ein – Verhältnis von gut zwei Drittel zu einem Drittel. Mindestens eine Frau arbeitet bei jedem Verein, Bayer 04 Leverkusen (fast 67 Prozent) und Werder Bremen (gut 57 Prozent) erreichen eine Quote von über 50 Prozent. Genau ausgeglichen ist das Geschlechterverhältnis bei der TSG 1899 Hoffenheim.

Anders sieht es im Männerfußball aus: In den drei höchsten Fußballligen liegt die Frauenquote bei etwa drei Prozent. Bei Werder gibt es eine Mitarbeiterin und 20 Mitarbeiter, das macht eine Quote von fast fünf Prozent. Den höchsten Anteil an Mitarbeiterinnen hat der FC Erzgebirge Aue in der 2. Liga mit drei Frauen und acht Männern im Team, also einem Anteil von etwa 27 Prozent.

Wie sich der berufliche und ehrenamtliche Einsatz von Frauen und Männern über die Sportarten hinweg unterscheidet, hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) untersucht. In seinem Sportentwicklungsbericht für Deutschland 2017/2018, der im Mai vergangenen Jahres veröffentlicht wurde, hat der DOSB zum ersten Mal neben Vereinen auch rund 6700 männliche und weibliche Trainer und Übungsleiter aus allen Bundesländern befragt. Von denen waren rund 44 Prozent Frauen und 56 Prozent Männer.

Über die Hälfte der Befragten gibt an, sich in einem sportartspezifischen Wettkampfsport zu engagieren. Dabei liegt der Anteil der Männer über dem der Frauen. Andererseits sind mehr Frauen als Männer im sportartübergreifenden Breitensport, zu dem zum Beispiel auch Kinderturnen oder Seniorengymnastik gehören, sowie im Fitness- und Gesundheitsbereich tätig. Laut der Studie zeichnet sich ab, dass bei Männern der leistungsbezogene Gedanke stärker ausgeprägt ist und sie sich vermehrt auf eine Sportart konzentrieren, während sich Frauen eher in sportartübergreifenden Breitensportangeboten betätigen. Diese Tendenz spiegelt sich auch in der Frage nach Motivation und in den Lizenzen der befragten Personen wider. So sind Frauen laut Erhebung stärker durch Spaß, ein gutes Gefühl und den Wunsch, sich weiterzuentwickeln, motiviert, während bei Männern das Motiv des sportlichen Erfolgs stärker ausgeprägt ist und der Verein selbst mehr im Fokus steht.

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