Bremen-Liga Spannung pur: So viele Titelanwärter wie selten zuvor

Bremen. Wer am Ende Meister wird, ist natürlich noch nicht raus. Dass der Titel in der Bremen-Liga entweder an den OSC Bremerhaven, Werder III, den Bremer SV oder an den Brinkumer SV gehen wird, dürfte jedoch bereits jetzt feststehen.
12.01.2010, 10:20
Lesedauer: 4 Min
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Von Stefan Freye

Bremen. Wer am Ende Meister wird, ist natürlich noch nicht raus. Dass der Titel in der Fußball-Bremen-Liga entweder an den OSC Bremerhaven, Werder III, den Bremer SV oder an den Brinkumer SV gehen wird, dürfte jedoch bereits jetzt feststehen. Die vier Teams haben sich ein gutes Stück abgesetzt von der Konkurrenz. Das ist übrigens neu: So viele potenzielle Meisterschaftskandidaten gab es in den vergangenen Winterpausen nicht.

'Die Liga ist endlich mal wieder spannend', findet Andreas Laesch, Trainer des Bremer SV. Sein Team lauert auf dem dritten Platz, hat bei näherem Hinsehen jedoch die beste Ausgangslage der vier Topteams. Der Bremer SV (37 Punkte/15 Spiele) ist nämlich so etwas wie der virtuelle Tabellenführer, hat in den den Nachholspielen gegen TuS Schwachhausen und SV Grohn die Chance, die fehlenden Zähler gut zu machen. Das war nach der 0:2-Niederlage gegen VfL 07 zum Saisonbeginn nicht unbedingt zu erwarten gewesen. 'Holprig', nennt der Trainer, was sich in den ersten Partien abspielte. Aber die Waller mussten sich ja auch erst mal umstellen: Schluss war es in dieser Saison mit dem Hurra-Stil der Vorjahre. Der BSV setzt nun auf Ordnung und eine gute Defensive, stellte zudem das System auf ein 4-3-3 um. 'Wir können den Gegner nun früher stören', erklärt Laesch.

Der Vorteil der vermeintlich offensiveren Ausrichtung lässt sich dem Torverhältnis entnehmen: Lediglich neun Tore kassierte der Tabellendritte in seinen 15 Spielen. Dem erfolglosen Saisonstart gegen VfL 07 folgten eine weitere Pleite gegen Brinkum (0:1) sowie eine 2:3-Niederlage gegen den FC Bremerhaven, die am grünen Tisch jedoch in einen 2:0-Erfolg umgewandelt wurde. Bis auf ein Unentschieden gegen Werder III am vorletzten Spieltag der Hinrunde hielt sich der BSV ansonsten schadlos. 'Wir sind nicht mehr so dominant wie früher, aber eben disziplinierter und geduldiger', erklärt Laesch die zwölf Siege in der BSV-Bilanz.

Sogar dreizehn Mal war der aktuelle Tabellenführer erfolgreich. Der OSC Bremerhaven (41 Punkte/17 Spiele) ist mit 59 erzielten Toren zudem die torgefährlichste Mannschaft aller Bremen-Ligisten. Für Andreas Laesch war der Höhenflug der Seestädter keine Überraschung, er hatte den OSC in den vergangenen Jahren regelmäßig als Favoriten bezeichnet, 'weil sie schon immer sehr guten Fußball gespielt haben'. Dem BSV-Coach war allerdings auch klar, dass der Konkurrent nicht von einem Einbruch verschont bleiben würde. Im November war es soweit: Nach einer Serie mit elf siegreichen Spielen in Folge - der OSC hatte den amtierenden Meister aus Brinkum am zweiten Spieltag mit 4:2 nach Hause geschickt - folgte eine 0:1-Auswärtsniederlage beim heimstarken Habenhauser FV.

Diese erste Saisonniederlage blieb nicht ohne Folgen: Gleich anschließend verlor der OSC gegen den Bremer SV mit 2:4, und auch beim 2:2 in Wulsdorf gab es keinen Sieg für das Team vom Trainer-Neueinsteiger Sasa Pinter. Zuletzt fing sich der OSC wieder, gewann deutlich gegen Blumenthal (4:0) und OT (6:0) und holte einen Punkt in Brinkum (1:1). Damit rettete er die Tabellenführung doch noch hauchdünn vor Werder III (40 Punkte/17 Spiele).

Die Grün-Weißen gelten als Bremer Pendant der Seestädter: Eine junge, spielstarke Mannschaft, die regelmäßig drei, vier Tore erzielt. Mit neun siegreichen Spielen in Folge gelang der Mannschaft um Trainer Andreas Ernst zudem eine ähnlich imposante Serie wie dem OSC - das war nach der 3:4-Auftaktniederlage gegen den TSV Wulsdorf nicht zu erwarten gewesen. Doch der ersten Überraschung für Werder III folgte nur noch eine weitere: Beim Favoritenschreck Habenhauser FV gab es am 14. Spieltag ebenfalls nichts zu holen (2:3). Ansonsten lief nahezu alles nach Plan, und die Hallenmeisterschaft im Dezember sowie der Titel des Bremer Amateurfußballers des Jahres für Mittelfeldkicker Firas Tayari rundeten eine gelungenen Hinrunde ab.

Schließlich verfügt die Mannschaft nach wie vor über ein Alleinstellungsmerkmal: Wenn überhaupt eine Mannschaft aus der Bremen-Liga die Voraussetzungen für die Regionalliga erfüllt, dann Werder III. Aufgrund der Strukturen wäre wohl nur dieses Team in der Lage, die Auflagen der vierten Spielklasse zu stemmen. Doch der Verein erwartet die sportliche Qualifikation, um sich überhaupt zu beschäftigen mit dem Aufstieg. Die Meisterschaft sollte es also schon sein. Andreas Laesch traut sie dem Stadtrivalen zu, er hält Werder III im Vergleich zum OSC sogar für den 'ärgsten Konkurrenten'.

Aber auch den Brinkumer SV (32 Punkte/17 Spiele) sollte man nach Ansicht des Trainers trotz eines Rückstands von neun Punkten zur Tabellenspitze nicht vergessen. 'Man darf sie nie abschreiben', sagt Laesch. Seine Begründung für diese These ist ebenso einfach wie einleuchtend: 'Der Brinkumer SV ist nicht schlechter als die anderen drei Teams an der Spitze, die waren nur konstanter.' Der amtierende Meister fand während der gesamten Hinrunde nicht zur Form des Vorjahres, eine richtige Serie gelang dem Brinkumer SV deshalb auch nicht. Statt dessen waren unerwartete Punktverluste an der Tagesordnung: Eine Niederlage beim SV Türkspor oder die Unentschieden gegen Wulsdorf (1:1) und den FCO II (4:4) hatte man nicht unbedingt eingeplant. In den Spitzenspielen deutete das Team von Klaus Gelsdorf dagegen an, was drin wäre bei konstanterer Ausnutzung der Leistungsstärke. Zwar verlor Brinkum die Partie bei Werder III mit 1:3, doch gegen den BSV (1:0) und den OSC (1:1) blieb man ungeschlagen.

Für den Tabellenvierten gilt nach Ansicht von Andreas Laesch also, was auch für die eigene Mannschaft spricht: Spielerisch sind die jungen Teams von Werder und dem OSC ihrer Konkurrenz vielleicht überlegen. 'Vom Gesamtpaket her, was Ordnung und Disziplin angeht, haben wir ihnen etwas voraus', sagt Laesch. Er sieht seine Mannschaft entsprechend mit den 'besten Chancen' auf die Meisterschaft versehen. Die Nachholspiele auf der einen sowie das Heimrecht gegen die unmittelbaren Konkurrenten auf der anderen Seite sprächen für den Bremer SV.

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