Bremen-Liga schon entschieden?

Spaß statt Titel

Nach dem 0:4 gegen den BSV sind die Meister-Hoffnungen kräftig gesunken, in Schwachhausen regiert trotzdem der Optimismus. Jetzt gegen den FC Oberneuland.
25.02.2020, 06:00
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Von Stefan Freye
Spaß statt Titel

Immer engagiert, beim 0:4 gegen den Bremer SV aber machtlos: Schwachhausens Trainer Benjamin Eta. In der kommenden Saison ist Eta für den BSV als Cheftrainer tätig.

MARIO NAGEL

Man könnte sagen, Christof Frankowski hatte Glück im Unglück. Weil er mit einer Mandelentzündung zu Hause bleiben musste, wurde der Abteilungsleiter des TuS Schwachhausen nicht Augenzeuge des Bremen-Liga-Auftakts beim Bremer SV – und so blieb ihm auch die überraschende 0:4-Niederlage erspart. „Aber ich verliere lieber beim BSV und gewinne dann gegen den FC Oberneuland“, sagt Frankowski. Es geht ihm jeden Tag besser, und deshalb kann man schon mal einen Scherz machen.

Denn eigentlich hatte der Schwachhauser Plan anders ausgesehen: Angesichts einer starken Vorbereitung waren die Verantwortlichen des Tabellenzweiten schon davon ausgegangen, dass sie selbst gegen einen starken BSV gewinnen würden. In diesem Fall hätte der Rückstand auf den Spitzenreiter aus Oberneuland weiterhin drei Punkte betragen. Das wäre eine gute Voraussetzung für das Spitzenspiel am kommenden Sonntag (13 Uhr) in Schwachhausen gewesen. Nun trennen den TuS wieder stolze sechs Punkte vom FCO. Er muss das direkte Duell schon gewinnen, um wenigstens dranzubleiben. „Aber wenn wir gewinnen, dann haben wir wieder die gleiche Situation wie vor dem BSV-Spiel“, sagt Benjamin Eta.

Der Trainer des TuS Schwachhausen spricht seine Gleichung recht gelassen aus. Das passt ganz gut zur Haltung des Vereins: In Schwachhausen muss man nicht Meister werden. Man möchte. So lassen sich auch die launigen Worte von Christof Frankowski erklären. „Wir hauen alles rein, und dann sehen wir, ob es reicht“, unterstreicht der Abteilungsleiter die allgemeine Lockerheit. Allerdings: Im Spiel beim BSV war das Team doch recht weit entfernt davon, alles reinzuhauen. Auf dem Kunstrasen am Hohweg fiel dem TuS sehr lange rein gar nichts ein, was er dem Engagement des Gegners hätte entgegensetzen können. „Wir hatten überhaupt keine Mittel“, bestätigt Abwehrspieler Sven Waldschmidt. So etwas solle sich besser nicht wiederholen.

Insofern drängt sich die Frage nach den Gründen für die schwache Leistung auf. „Ich hatte bis zur letzten Einheit nie das Gefühl, dass uns die Situation hemmt, aber im Spiel wirkten manche Jungs nicht so befreit“, sagt Waldschmidt. Christian Schwarz sieht es ähnlich: „Du kannst schlecht in die Köpfe schauen, aber offensichtlich waren einige unserer Jungs überfordert mit diesem Spiel.“ Der Angreifer findet, es gäbe in den kommenden Tagen „ordentlich etwas aufzuarbeiten“, denn gegen den FC Oberneuland würde es ja nicht leichter werden. „Die Vorbereitung ist vorbei. Wenn man denkt, es wird schon irgendwie gehen, reicht es eben nicht“, unterstreicht Schwarz. Andererseits weist der erfahrene Spieler auf die an sich sehr angenehme Ausgangslage hin: Der zweite Platz ist für den TuS Schwachhausen bereits ein Erfolg. Einen Titel erwartet niemand. „Wir sind mit Spaß bei der Sache, zumal der Verein seit jeher keine Gehälter zahlt“, so Schwarz.

Derzeit klafft offenbar eine Lücke zwischen der Gelassenheit der Verantwortlichen und der Anspannung unter den Spielern. Aber vielleicht sorgt ausgerechnet die Niederlage beim BSV für eine Befreiung – ein direkter Konkurrent ist der TuS ja gerade eigentlich nicht. Bleibt die Frage nach der Austragung des Duells gegen den FCO. Klar ist, dass aus Sicherheitsgründen nicht auf dem Kunstrasen gespielt wird. Das Spiel findet also nur statt, wenn der Rasenplatz die aktuellen Regenfälle verarbeiten kann. Das ist ungewiss. „Aber wenn wir spielen, können wir es nur besser machen“, sagt Christian Schwarz.

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