Special Olympics World Games

Bremen möchte Teil der Special-Olympics-Weltspiele werden

Im Juni 2023 werden in Berlin die World Games der Menschen mit geistiger Behinderung ausgetragen. Wahrscheinlich werden sich Bremen und Bremerhaven als sogenannte Host Town, als Gastgeberpartnerstadt, bewerben.
11.05.2021, 12:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Jörg Niemeyer

In gut zwei Jahren, vom 17. bis 24. Juni 2023, werden in Berlin die Special Olympics World Games ausgetragen – zum ersten Mal in Deutschland. Und die Organisatoren haben sich zur Aufgabe gemacht, das ganze Land in die Weltspiele der Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung einzubinden. Eine Idee, die auch in Bremen und Bremerhaven gut ankommt. Denn beide Städte haben signalisiert, dass sie als sogenannte Host Town, also als Gastgeberpartnerstadt der Spiele, dabei sein möchten.

"Beide Veranstaltungen werden sehr viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen", sagt Christine Nienaber. Sie ist die Geschäftsstellenleiterin von Special Olympics Bremen (SOB) und bezieht in ihre Vorfreude nicht nur die weltweiten, sondern auch die nationalen Spiele mit ein, die im kommenden Jahr ebenfalls in Berlin über die Bühne gehen sollen. Als sogenannte Pre-Games und demnach als eine Art Generalprobe für 2023. Die World-Games-Organisatoren erwarten nicht nur etwa 7000 aktive, behinderte und nicht-behinderte Teilnehmer (Unified Partners) in der Hauptstadt, sondern insgesamt 170 Delegationen aus aller Welt.

Einige dieser 170 Nationenteams werden nur aus wenigen Personen bestehen, andere aus einigen Hundert. Und dabei kommen Deutschlands Städte und Kommunen ins Spiel: Die Veranstalter suchen 170 von ihnen, die die internationalen Delegationen vor dem Beginn der sportlichen Vergleiche in ihrer Heimat empfangen. Die Idee: Ganz Deutschland soll Gastgeber der Weltspiele sein. Das Bewerbungsverfahren läuft zwar noch bis Ende Oktober, doch schon jetzt haben Bremen und Bremerhaven separat ihr Interesse bekundet.

Wie zu hören ist, stehen die Chancen nicht schlecht, dass das kleinste Bundesland auch zwei Städte ins Rennen schicken darf. Noch seien zwar nicht alle finanziellen Details geklärt, sagt Sportamtsleiter Christian Zeyfang, der die Deputationssitzungen mit vorbereitet. Doch da der Senat sich bereits im März für eine Bewerbung Bremens ausgesprochen hat, wird aus der Sportdeputation als zweiter Instanz im Entscheidungsprozess kein großer Widerstand erwartet. An diesem Dienstag wird Christine Nienaber das Projekt den Mitgliedern der Sportdeputation vorstellen.

"Wir erhoffen uns von den Weltspielen und unserer Teilnahme eine große Nachhaltigkeit auch für Bremen", sagt Christine Nienaber, "wir wollen allen die Augen öffnen, dass die Hürde nicht so groß ist, um Menschen mit geistiger Behinderung in Sportvereinen aufzunehmen." Die große Vision der Veranstalter in Berlin: Menschen mit und ohne
Behinderung, aus verschiedenen Nationen und Kulturen kommend, treffen sich und überwinden Vorurteile durch die Kraft des Sports. "Wir wollen Barrieren abbauen", sagt Christine Nienaber. Nun eben über den Umweg Berlin, weil die alle vier Jahre geplanten Landesspiele in Bremen wegen Corona in diesem Jahr ausfallen müssen und nur ein deutlich abgespecktes Ersatzprogramm möglich ist.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+