Voller Terminplan in den 3. Handball-Ligen

ATSV Habenhausen vor strapaziöser Dauerbelastung

Für Anfang Oktober hat der Deutsche Handballbund den Saisonstart angesetzt. 34 Punktspiele bis zum 6. Juni 2021 werden auch den Männern des Aufsteigers aus Bremen kaum Zeit zum Verschnaufen lassen.
22.07.2020, 05:10
Lesedauer: 4 Min
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ATSV Habenhausen vor strapaziöser Dauerbelastung
Von Jörg Niemeyer
ATSV Habenhausen vor strapaziöser Dauerbelastung

Felix Meier (am Ball) ist im Kader des ATSV Habenhausen derzeit der einzige Rechtsaußen und dürfte entsprechend viele Spielanteile bekommen.

Frank Thomas Koch

Geduld ist angesichts der Corona-Pandemie seit Monaten in allen gesellschaftlichen Bereichen gefordert – natürlich auch im Sport. Die Handballer des ATSV Habenhausen werden aber auch einen langen Atem benötigen, um die kommende Saison durchzustehen. „Wir werden dafür eine verdammt gute Grundlage benötigen“, sagt ihr Trainer Matthias Ruckh.

Der Deutsche Handballbund (DHB) hat jetzt die Rahmentermine für die vier 3. Ligen der Männer festgelegt. Vor den 72 deutschen Drittligisten, in Blöcken zu jeweils 18 Mannschaften verteilt auf die Staffeln Nord-Ost, Nord-West, Mitte und Süd, liegen zwischen dem Start am ersten Oktober-Wochenende und der Schlussrunde am 6. Juni 2021 34 Spieltage. Der Aufsteiger aus Bremen gehört zur Nord-West-Staffel (s. nebenstehenden Text) und trifft nicht nur auf die „alten Bekannten“ aus Oberliga-Nordsee-Zeiten, OHV Aurich und TV Cloppenburg, sondern auch auf den finanziell herausragend dastehenden TuS Vinnhorst Handball. Dessen Hauptsponsor ist der Gründer der Zeitarbeits-Gesellschaft (ZAG), Martin Weiß, mit dessen Geld der Verein in den vergangenen drei Jahren drei Aufstiege feierte und mit dem er nun gleich durchstarten möchte in die 2. Bundesliga.

„Vinnhorst ist einer der Topfavoriten“, sagt Matthias Ruckh. Mittelfristig, das haben er und Teammanager Thomas Hasselmann mehrfach betont, streben ja auch die Habenhauser die 2. Bundesliga an. Doch erst einmal wären sie froh, wenn sie im ersten Jahr der Zugehörigkeit die 3. Liga halten könnten. „Vier Absteiger sind hart“, sagt der ATSV-Coach. Der DHB hatte frühzeitig angekündigt, dass er nach der Aufstockung der 3. Ligen wegen Corona die Spielklassenstärke so schnell wie möglich wieder reduzieren wolle. So wartet auf die Teams nicht nur eine besonders lange Saison, sondern auch ein besonders schwerer Kampf um den Klassenerhalt.

Felix Meier als Rechtsaußen gesetzt

Als Trainer eines Aufsteigers muss man wohl ein Ziel wie den Klassenerhalt ausgeben. Das ist auch keine falsche Bescheidenheit, zumal die Habenhauser sich bei ihren bisherigen drei Drittliga-Aufenthalten nach nur einem Jahr wieder verabschieden mussten. Doch zur Wahrheit gehört, dass sich auch der ATSV Habenhausen mit Martin Vulic, Bjarne Budelmann und Dennis Summa hochkarätig verstärkt hat. So besteht für den Klub keine Notwendigkeit mehr, sich um weitere Spieler zu kümmern. Selbst auf der Rechtsaußenposition nicht, wo der ATSV mit Felix Meier derzeit nur über einen „gelernten“ Rechtsaußen verfügt. „Ihm trauen wir zu, dort allein zu spielen“, sagt sein Trainer. Und bei Bedarf dürfte Linkshänder Martin Vulic, der vor allem für den halbrechten Rückraum vorgesehen ist, wohl eine ziemlich gute Alternative zu Felix Meier sein.

Handball - DHB Pokal - TSV Hannover-Burgdorf vs. ATSV Habenhausen (Blau) - Trainer Matthias Ruckh

Der Trainer des ATSV Habenhausen, Matthias Ruckh, ist gespannt, wie seine Spieler die lange Vorbereitungszeit bis zum Saisonstart überstehen werden.

Foto: Frank Thomas Koch

Seit Anfang Juni befinden sich die Habenhauser in der Vorbereitung auf ihre vierte Drittliga-Spielzeit. Beim Start wusste niemand, wann es losgehen würde – nun ist klar, dass sich die Vorbereitung über vier Monate erstrecken wird. „Eine spannende Phase bis zum ersten Spiel“, sagt Matthias Ruckh. Spannend sei sie auch deshalb, weil er nicht weiß, ob die lange Pause vielleicht zum Problem werden und ob der Spannungsbogen innerhalb des Teams möglicherweise reißen könnte. „Eine so lange Pause habe ich noch nie gehabt“, sagt der 38-Jährige und lacht.

Bis Juni nur vier freie Wochenenden

Gut sei der frühe Beginn auf jeden Fall, um die Spieler körperlich fit zu machen. Denn bis zum 6. Juni 2021 werden alle Drittliga-Handballer lediglich vier freie Wochenenden haben – zwei zu Weihnachten und zum Jahreswechsel, eins Mitte Februar und eins zu Ostern. Dieser eng getaktete Spielplan lässt den Trainern keine Zeit, um während der Saison noch an den körperlichen Grundlagen der Akteure zu arbeiten. Nach anderthalbwöchiger Pause werden die Habenhauser an diesem Donnerstag wieder ins Training einsteigen. Vier Einheiten während der Woche und eine am Wochenende stehen dann an, eventuell mal ein Trainingsspiel, im August außerdem vier Tage mit Training von morgens bis abends. Abgesagt hat der ATSV das Trainingslager in Kiel vom 30. Juli bis 2. August wegen Beschränkungen in Schleswig-Holstein.

Info

Zur Sache

Drittliga-Aufsteiger ATSV Habenhausen spielt in der Staffel Nord-West

Das nennt man wohl perfektes Timing: Am 6. Juni 2020 ist der ATSV Habenhausen in die Vorbereitung auf die kommende Saison in der 3. Liga gestartet – angesichts der Folgen der Corona-Pandemie noch nicht wissend, wann die Spielzeit überhaupt losgeht. Seit ein paar Tagen steht fest, dass der Deutsche Handball-Bund einen Rahmenterminplan erstellt hat mit dem Start am Wochenende 3./4. Oktober. Und wann soll die Saison 2020/21 enden? Am 6. Juni 2021, also auf den Tag genau ein Jahr nach dem Auftakt der ATSV-Vorbereitung. Zwölf Monate Handball am Stück: Eine derart lange Saison hat es noch nie gegeben. Sie wird speziell den Männer-Drittligisten alles abfordern, denn die vier deutschen Staffeln spielen mit jeweils 18 Teams.

In der Nord-West-Staffel treffen die Bremer auf: OHV Aurich, HSV Hannover, Handball Hannover-Burgwedel, TuS Vinnhorst, SG Menden Sauerland, ASV Hamm-Westfalen II, SGSH Dragons, TuS Spenge, VfL Eintracht Hagen, TuS Volmetal, Team Handball Lippe II, TSV GWD Minden II, Ahlener SG, ESG Gensungen/Felsberg, LIT 1912 II, TV Cloppenburg, GSV Eintracht Baunatal.

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