1. Squash-Bundesliga

Nichts los auf dem Court

Erst hieß es September, dann Dezember: Wann geht die Saison endlich los? Auch die Akteure des 1. Bremer SC verharren im Lockdown. Und ihre Mannschaftskameraden aus dem Ausland könnten nicht einmal anreisen.
17.11.2020, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Willi Eickworth findet: „Die Situation ist nicht so erfreulich.“ Dem Macher des 1. Bremer Squash-Clubs geht es gerade wie den meisten anderen Verantwortlichen im Sport. Es steht lediglich fest, dass nichts geht. Es ist kein Training erlaubt, von einem geregelten Spielbetrieb ganz zu schweigen. Aber wie es weitergeht, das weiß niemand so genau. Auch Willi Eickworth nicht. Obwohl der Bremer nun über einige Jahrzehnte bundesweit im Squash vernetzt ist und sein Wort gerade in schwierigen Situationen gehört wird. „Es wird eng“, sagt Eickworth mit Blick auf den Start der 1. Bundesliga.

Sie hatte eigentlich bereits im September den Spielbetrieb aufnehmen sollen, war dann aber in den Dezember verschoben worden. Dabei ist es bislang geblieben. Also würde der Bremer SC am 12. Dezember beim SC Hasbergen antreten. Es wäre eines von insgesamt vier Duellen der acht Teams umfassenden Staffel Nord. Aber wie gesagt: Es wird eng. Gerade erst wurde die fürs Wochenende geplante Endrunde um die Deutsche Meisterschaft in Hamburg abgesagt – sie hätte die vergangene Saison abschließen sollen. „Ich bin Optimist, aber ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob wir dieses Jahr noch spielen“, sagt Willi Eickworth. Dabei bereiten ihm nicht nur die aktuellen Zahlen Sorgen. Obwohl allein sie eine Prognose über den Start im kommenden Monat ziemlich schwer machen.

Für den Präsidenten des Bremer SC spielt auch die Situation im eigenen Team eine wesentliche Rolle – es ist derzeit nämlich nicht vollzählig. „Die Ausländer können nicht reisen“, sagt Willi Eickworth. Dabei sind „die Ausländer“ ein großes Thema in der 1. Bundesliga. Bis auf wenige Ausnahmen – wie etwa beim absoluten Topteam in Paderborn – setzen die Teilnehmer der höchsten Spielklasse auf ausländische Spieler auf den ersten beiden Positionen. Auch der Bremer SC. „Aber allein die beiden Argentinier warten seit August auf die Einreise“, so Eickworth. Auf die Brüder Rodrigo und Francisco Obregón muss er deshalb ebenso verzichten wie auf die anderen Ausländer. Dabei vermochten die Bremer all die bekannten Namen der Vorjahre auch für die aktuelle Saison zu verpflichten. Auf der offiziellen Spielerliste stehen also auch Miko Äijänen, Oliver Pett und Patrick Rooney.

Dabei waren gerade bei Letzterem im Sommer noch Zweifel angebracht. Schließlich zählt Patrick Rooney zu den aufstrebenden Talenten des internationalen Squash, er verbesserte sich gerade erst auf den 52. Platz der Weltrangliste. Also hatte Eickworth vor Monaten noch befürchtet, dass ein Klub kommt, der „das Doppelte bietet“. Nun hat sich Rooney aber einmal mehr für den BSC entschieden. Willi Eichworth: „Er fühlt sich bei uns eben wie Zuhause.“ Ein Wunder ist das nicht, bezieht der Engländer bei seinen Aufenthalten in Bremen doch regelmäßig ein eigenes Zimmer im Hause Eickworth. Für Patrick Rooney ist also gesorgt. Jetzt muss es nur noch losgehen, trotz der aktuellen Fragezeichen.

Dabei sollte es an einer möglichen Ansteckungsgefahr der Spieler auf dem Court allerdings nicht scheitern. Findet jedenfalls der Bremer Verantwortliche. „Davon habe ich im Squash noch gar nichts gehört, wir sind ja auch auf 65 Quadratmetern und fallen uns nicht andauernd um den Hals“, sagt Eickworth. Er sieht ein viel größeres Problem in möglichen Geisterspielen: „Wir sind zwar nicht auf Zuschauer angewiesen, aber ohne sie macht es einfach keinen Sinn.“

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