Formationstanzen Die Weltmeisterschaft findet statt

Die Behörde sagt ja – und der Grün-Gold-Club Bremen atmet auf: Die für den 18. Dezember in der ÖVB-Arena geplante Weltmeisterschaft der Lateinformationen darf stattfinden.
07.12.2021, 14:48
Lesedauer: 3 Min
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Die Weltmeisterschaft findet statt
Von Frank Büter

Der Grün-Gold-Club Bremen atmet auf: Die für den 18. Dezember in der ÖVB-Arena geplante Weltmeisterschaft der Lateinformationen darf stattfinden. Am Dienstagmittag erhielt GGC-Vereinspräsident Jens Steinmann per E-Mail vom Ordnungsamt der Stadt Bremen vorab die Information, dass dem Klub die Erlaubnis für die beantragte Veranstaltung mit mehr als 1000 Personen erteilt wird. Details dazu sollen an diesem Mittwoch in einer weiteren E-Mail folgen. "Das ist erst einmal eine gute Nachricht", sagt Steinmann, auch wenn man noch nicht wisse, mit welchen Auflagen diese Erlaubnis womöglich noch verbunden sei. "Da müssen wir uns jetzt noch einen Tag länger in Geduld üben."

Diese "gute Nachricht" beendet zugleich einen Schwebezustand, der aus Sicht des Veranstalters auch keinen Tag länger hätte andauern dürfen. Schließlich wird die Formation aus der Mongolei schon an diesem Donnerstag als erstes von insgesamt 16 teilnehmenden Teams in Bremen einfliegen und sich vor Ort weiter auf die WM vorbereiten. Das mongolische Team nebst Coaches und Funktionären womöglich unverrichteter Dinge wieder auf die Heimreise schicken zu müssen, hätte immense Kosten verursacht.

Am Montag starten die Vorbereitungen in der ÖVB-Arena

Das gilt indes auch für alle vorbereitenden Maßnahmen rund um diese Meisterschaft, schließlich beginnt jetzt die heiße Phase. Ab Montag etwa wird die Lichttechnik in der Arena installiert. Hallenmiete, Catering, Sicherheitsdienst, Blumenschmuck, Hotelzimmer, all das sind Dinge, die in Summe Kosten von mehr als 120.000 Euro verursachen – und die bei einer Absage der Veranstaltung schwerlich komplett auszugleichen gewesen wären. Umso mehr war also das Organisationsteam gefordert, für alle Eventualitäten gewappnet zu sein, um finanziellen Schaden vom Verein fernzuhalten.

"Wir wollen unter Beweis stellen, dass eine solche Veranstaltung auch unter diesen Corona-Bedingungen möglich ist", sagt Jens Steinmann. Im Interesse der Aktiven wolle man dies tun, im Interesse der weltbesten Formationen. Für dieses Ziel hatten sich die Klubverantwortlichen in den vergangenen Tagen und Wochen mächtig ins Zeug gelegt und sich dabei immer wieder neuen organisatorischen Hürden und Herausforderungen stellen müssen.

Für WM-Besucher gilt die 2G-Regel – auch 2G plus denkbar

Vor dem Hintergrund steigender Inzidenzen hatte auch das Land Bremen zwischenzeitlich einmal mehr die Corona-Verordnung aktualisiert. Aus den Neuerungen ergaben sich dann auch Folgen für den Sport und vor allem für sportliche Großveranstaltungen wie diese Weltmeisterschaft der Lateinformationen.

Für Besucher wird bei der WM in der ÖVB-Arena nun aktuell die 2G-Regelung gelten, je nach Warnstufe ist allerdings auch noch ein kurzfristiger Wechsel in 2G plus denkbar. Zudem sehen die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen in Hallen eine Auslastung zwischen 30 und 50 Prozent und eine Begrenzung der Zuschauerzahl auf höchstens 5000 Besucher vor.

„Wir waren darauf vorbereitet, dass es so kommen könnte“, sagt Präsident Jens Steinmann im Gespräch mit dem WESER-KURIER. So habe man das Hygienekonzept von vornherein auf eine Personenzahl unter 5000 ausgerichtet und nur 4000 Eintrittskarten in den Verkauf gegeben. Zudem habe man die personalisierten Tickets im Schachbrettmuster verkauft und so auf den Tribünen für ausreichende Abstände gesorgt. „Alle Besucher werden am Einlass kontrolliert. Bei 2G plus käme eine Kontrolle hinzu, das lässt sich organisieren“, betont Steinmann.

Bislang wurden etwa 2600 Eintrittskarten verkauft. Sollte es seitens der Behörde eine 30-Prozent-Vorgabe für die WM geben, würde der Vorverkauf laut Steinmann umgehend gestoppt und diese Vorgabe dann auch erfüllt werden. "Am Mittwoch wissen wir mehr."

Für Unruhe hatte beim Ausrichter zwischenzeitlich auch die Tatsache gesorgt, dass die Hotels im Land laut Senatsverordnung derzeit nur noch geimpfte oder genesene Gäste beherbergen dürfen. Ein Umstand, der teilnehmende Formationen sprengen könnte, so die Aktiven nicht komplett durchgeimpft sind. Ein Umstand, der in Grün-Gold-Reihen aber vor allem mit Blick auf die beiden russischen Formationen für Alarmstimmung sorgte, weil der in Russland verabreichte Impfstoff Sputnik von der Europäischen Arzneimittel-­Agentur EMA in Europa nicht anerkannt ist. Die Russen hätten also nicht in ein Hotel ziehen dürfen. Und sie hätten womöglich als Sportler auch nicht starten dürfen, wenn das Ordnungsamt dem GGC-Antrag nicht zustimmen sollte, dass für die Aktiven bei dieser WM die 3G-Regel gilt.

Unabhängig von der im Detail erst an diesem Mittwoch bekannt werdenden Entscheidung ist aber nun auch dieses Problem gelöst und damit wohl auch eine kurzfristig avisierte Unterbringung der russischen Formationen in einem Schullandheim im Bremer Umland vom Tisch: "Wir haben eine Lösung gefunden", sagt Jens Steinmann, der sich inzwischen auch mit Visa und Bundeseinreisegenehmigungen gut auskennt. Der GGC-Vorsitzende ist froh, dass sich die Mühen gelohnt haben und der Druck jetzt etwas abfällt. Apropos: Das Programmheft für die Veranstaltung ist längst vorbereitet, an diesem Mittwoch wird es nun in den Druck gehen – auch das geschieht quasi auf den letzten Drücker.

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