Eisbären Bremerhaven

Team verliert mit 53:79 gegen Frankfurt Skyliners

Bremerhaven. Die Eisbären Bremerhaven haben gestern Abend klar gegen die Frankfurt Skyliners verloren. Zur zweiten Halbzeit hätten die Eisbären einen 29:45-Rückstand im dritten Playoff-Halbfinalspiel gegen die Frankfurt Skyliners aufholen müssen - sie schafften es nicht.
29.05.2010, 21:53
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Marc Hagedorn

Bremerhaven. Der Trainer ging mit gutem Beispiel voran. Als die Eisbären zur zweiten Halbzeit in die Halle zurückkehrten, hatte Douglas Spradley das feine Sakko abgelegt und die Ärmel hochgekrempelt. Es war ein klares Zeichen, es gab viel zu tun: Die Eisbären Bremerhaven mussten einen 29:45-Rückstand im dritten Playoff-Halbfinalspiel gegen die Frankfurt Skyliners aufholen - sie schafften es nicht.

Die deutliche Bremerhavener 53:79-Niederlage bringt Frankfurt in der Serie 'Best of 5' mit 2:1 in Führung. Den Skyliners fehlt damit nur noch ein Sieg zum Einzug ins Endspiel. Die Möglichkeit dazu haben sie am Dienstag in eigener Halle. Ob die Eisbären dann ein ebenbürtiger Gegner sein werden? Gestern waren sie es vor 3650 Zuschauern nur im ersten Viertel (20:20).

Playoffs sind nicht allein eine Frage der Klasse. Playoffs sind auch ein Kräftemessen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Für die Eisbären war die gestrige Partie das achte Spiel binnen drei Wochen. Wie haushaltet man da am besten mit den Kräften? Spradley versuchte es, indem er den Akteuren von der Ersatzbank mehr Spielanteile gab. 'Ich habe früh gemerkt, dass der eine oder andere platt war', sagte Spradley. Deshalb hatten die Eisbären zu Beginn des zweiten Viertels ihre zweite Fünf mit Jan Lipke, Brandon Brooks, Kevin Lyde, Norman Richardson und Bryan Lucas auf dem Feld. Zu keiner Zeit als in dieser Phase wurde deutlicher, dass Frankfurt personell über mehr Möglichkeiten verfügt. Die Skyliners zogen von 20:20 auf 30:20 davon und machten auch weiter, als Spradley seine erste Fünf fast komplett wieder zurückgebracht hatte. Es dauerte gut fünf Minuten, ehe Brooks erstmals im zweiten Viertel für die Eisbären traf - zum 22:35 (15.).

Die Unterschiede waren frappierend: Frankfurt spielte strukturiert, Bremerhaven Wildwest. Zur Pause hatten die Skyliners fünf Mal den Ball verloren, die Eisbären zehn Mal. Die Skyliners hatten unter den Körben die Hoheit, griffen bis zur Pause 20 Rebounds ab, Bremerhaven 13. Das setzte sich bis zum Ende fort, so dass überhaupt kein Fünkchen Spannung mehr ins Spiel kam. Die einzigen Bremerhavener, die sich gestern ein dickes Kompliment verdient hatten, waren die Fans, die Lärm machten bis zum bitteren Ende.

Aber da feierten schon die schier übermächtigen Gäste. Ihnen fehlte Spielmacher Aubrey Reese. Kein Problem: Ex-Nationalspieler Pascal Roller übernahm. Auch Frankfurts Trainer Gordon Herbert musste die Kräfte seiner Leistungsträger schonen. Kein Problem: Dominik Bahiense de Mello, Mitglied im erweiterten Kader der deutschen Nationalmannschaft, und Kurzarbeiter Grayson Moyer spielten stark auf. Auch auf den langen Positionen konnte Herbert durchwechseln, und egal ob Seth Doliboa und Dragan Labovic oder Derrick Allen und Greg Jenkins auf dem Feld waren, sie dominierten ihre Gegner.

41:60 hieß es aus Bremerhavener Sicht nach dem dritten Viertel, 53:79 bei der Schlusssirene, als für Frankfurt längst die Edelreservisten Marius Nolte und Fabian Franke, ein Ex-Bremer, auf dem Feld standen. Immerhin: So wie das Spiel dahin plätscherte, hatte Spradley die Gelegenheit, weitere Ruhepausen an seine Leistungsträger zu verteilen. Damit Spiel vier in Frankfurt nicht das letzte dieser Saison wird.

Eisbären Bremerhaven: Campbell (10), Gibbs (7), Martin (7), Drevo (7), Schwethelm (6), Lipke (5), Brooks (4), Richardson (3), Lyde (2), Lucas (2), Canty

Frankfurt Skyliners: Allen (11), Roller (11), Labovic (11), Bahiense de Mello (8), Jenkins (8), Robertson (8), McKinney (7), Moyer (6), Doliboa (4), Franke (3), Nolte (2)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+