Tischtennis-Bundesliga

Vorsichtige Rückkehr in den Liga-Alltag – mit Zuschauern

Die zwölf Vereine der Tischtennis-Bundesliga und der Liga-Verband sind sich einig: Allen wollen, dass vor Publikum gespielt wird. Entsprechend umfangreich werden die Maßnahmen in den Sporthallen sein.
07.08.2020, 20:09
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Vorsichtige Rückkehr in den Liga-Alltag – mit Zuschauern
Von Jörg Niemeyer
Vorsichtige Rückkehr in den Liga-Alltag – mit Zuschauern

Topspieler Mattias Falck wird als letzter Werder-Akteur zur Vorbereitung nach Bremen kommen. Der Schwede wird in der letzten August-Woche erwartet.

Frank Koch

Die Frage, ob die Tischtennis-Bundesliga (TTBL) mit oder ohne Zuschauer spielt, scheint keine bewegende gewesen zu sein. „Wie blöd sich das ohne Zuschauer anfühlt, haben wir im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft im Juni ja kennengelernt“, sagt Werders Teammanager Sascha Greber. Kein Wunder daher, dass sich letztlich alle Bundesliga-Klubs und die TTBL einig gewesen sind. „Natürlich haben wir das Thema mit den Vereinen erörtert, aber alle Klubs wollen am Ende auch möglich machen, was möglich ist“, sagt TTBL-Sprecher Patrick Wichmann.

Dass sich die Werder-Fans dennoch etwas länger gedulden müssen, bis sie ihre Mannschaft wieder live erleben dürfen, liegt am Spielplan der Saison 2020/21. In die startet das Quartett von Trainer Cristian Tamas nämlich mit zwei Auswärtspartien: am 6. September beim TTC Bergneustadt und am 27. September beim TTC Fulda-Maberzell. Stand jetzt, ist das erste Heimspiel für den 2. Oktober um 19 Uhr gegen den TSV Bad Königshofen angesetzt. An einem Freitag, weil zwei Tage später das Erstrundenspiel im Pokalwettbewerb stattfinden wird. Werders Gegner in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle ist dann zum zweiten Mal in der neuen Saison Bergneustadt.

Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass schon am 13. oder 20. September ein Bundesliga-Spieltag eingeschoben wird. Das könnte passieren, wenn die EM vom 15. bis 20. September in Polen abgesagt wird. Flexibilität bei allen Beteiligten ist also angesagt – keine neue Erkenntnis in Corona-Zeiten. Und wer weiß schon, ob die TTBL ihren Betrieb so durchbekommt wie sie ihn jetzt geplant hat. Das sogenannte Final Four im Pokal ist jedenfalls noch nicht terminiert. Normalerweise findet es kurz vor oder kurz nach der Jahreswende statt, aber diesmal könne es sein, sagt TTBL-Sprecher Wichmann, dass der Weltverband die nationalen Gedankenspiele mit der Ansetzung eines Turniers durchkreuzt. Kurios, aber vor diesem Hintergrund logisch, dass die TTBL zunächst nur einen Hinrunden-Spielplan erstellt hat, der mit dem elften Spieltag am 20. Dezember – Werder erwartet dann den Post SV Mühlhausen – enden soll.

Auch in der TTBL dreht sich alles um Corona. Die Vereinsverantwortlichen kommen ganz schön ins Schwitzen, wenn sie die verbandsseitigen und behördlichen Auflagen umsetzen wollen. Es gebe zwei Konzepte, sagt Sascha Greber: Ein sportliches der TTBL, das sich im Juni in der DM-Endrunde bereits bewährt hat; und ein Veranstaltungskonzept des jeweiligen Heimvereins, das die Werderaner gerade ausarbeiten. Weil noch nichts abschließend geklärt ist, hält sich Werders Teammanager mit Aussagen noch sehr zurück. Nur so viel sagt er: „Es wird bei unseren Heimspielen Zuschauer geben, aber deutlich weniger als normalerweise.“ Den Klubs droht wegen der Auflagen möglicherweise nicht nur die namentliche Registrierung aller Anwesenden in der Halle, sondern sogar die verbindliche Zuweisung eines Sitzplatzes an den dazugehörigen Karteninhaber. Endgültig ist noch nichts, aber es zeichnet sich ab, dass die Vereine einen riesigen Aufwand werden betreiben müssen, um wenigstens einigen Fans das Live-Erlebnis Bundesliga zu bieten.

„Es ist schon gewaltig, was da auf uns zukommt“, sagt Sascha Greber. Und dann sei die Liga auch noch stärker geworden als in der Vorsaison. Mit Mattias Falck, Kirill Gerassimenko, Hunor Szöcs und Marcelo Aguirre waren die Bremer in der Hauptrunde der Saison 2019/20 Vierter geworden und danach im DM-Halbfinale am späteren Meister 1. FC Saarbrücken gescheitert. Mit unveränderter und daher eingespielter Mannschaft sollten die Bremer aber erneut ein ernsthafter Anwärter auf die Endrunden-Teilnahme sein.

Doch neben den üblichen Verdächtigen Borussia Düsseldorf, TTF Ochsenhausen, Saarbrücken und Bergneustadt dürfte auch mit dem TTC Neu-Ulm, dem TTC Grünwettersbach, Fulda und Bad Königshofen, dem jetzigen Klub von Werders langjähriger Nummer eins Bastian Steger, zu rechnen sein. Diese Vereine haben namhafte Spieler verpflichtet, sodass der Kampf an der Liga-Spitze noch mehr Spannung verspricht. Gut für Werder, dass im Gegensatz zur DM-Endrunde in der kommenden Saison wieder mit dem Abschlussdoppel gespielt wird. 2019/20 stellte der Klub mit Hunor Szöcs und Marcelo Aguirre bekanntlich das erfolgreichste Liga-Duo.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+