Tischtennis-Bundesliga

Beeindruckende Vorstellung

Nach zwei Auswärtsniederlagen in den ersten beiden Saisonpartien brauchte der SV Werder gegen den TSV Bad Königshofen unbedingt einen Sieg. Zum Glück spielten Mattias Falck und Kirill Gerassimenko in Topform.
03.10.2020, 19:33
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Beeindruckende Vorstellung
Von Jörg Niemeyer
Beeindruckende Vorstellung

Hat mit großem Kämpferherz für das 2:1 für Werder und damit für die Vorentscheidung gegen den TSV Bad Königshofen gesorgt: Kirill Gerassimenko.

Christina Kuhaupt

Fünf Jahre, von 2014 bis 2019, war Bastian Steger der Frontmann des Tischtennis-Bundesligisten SV Werder gewesen. Er hatte so manche Schlacht für die Bremer geschlagen – nicht immer gewonnen, war aber wohl nie so chancenlos in einer Partie gewesen wie am Freitag, jetzt allerdings im Trikot des TSV Bad Königshofen. Steger, bei Werders Fans und den Klubverantwortlichen immer noch höchst beliebt, hatte gegen seinen Nachfolger als Nummer eins, den Schweden Mattias Falck, gerade eine 5:11, 7:11 und 6:11-Niederlage kassiert und fand keine richtigen Worte für das, was da gerade passiert war.

Naturgemäß sah das auf der Gegenseite anders aus. „Diesen Sieg haben wir unbedingt gebraucht, sehr gut fürs Selbstvertrauen“, sagte der 29-jährige Falck. Er meinte in diesem Moment eigentlich den Sieg des Teams, den der Schwede mit seinem zweiten Punkt an diesem Tag gesichert hatte. Doch dann präzisierte Falck auch, wie bedeutend seine Leistung für ihn selbst war. An den ersten beiden Spieltagen, bei den Niederlagen in Bergneustadt und in Fulda, hatte er von drei Partien zwei verloren – in Fulda zuletzt eine nach klarer Führung. „Wir brauchen einfach mehr Spiele“, sagte Falck. Und es scheint, dass der Vizeweltmeister nach monatelanger Corona-Zwangspause seiner besten Form allmählich wieder näher kommt. „Überragend, wie er sich heute gezeigt hat“, lobte Trainer Cristian Tamas seine Nummer eins.

Unter der Woche hatte Tamas viel Wert auch auf mentale Aufbauarbeit des Schweden gelegt – das hatte offensichtlich geholfen. Denn schon das Eröffnungseinzel gegen Bad Königshofen war für Falck kein ganz einfaches: In der Vorsaison hatte er gegen den Franzosen Abdel-Kader Salifou, der damals noch für Neu-Ulm spielte, zweimal verloren. Im ersten Satz tat sich der Werderaner auch noch schwer, ging erst beim 9:8 erstmals in Führung, um danach aber seine ganze Klasse zu demonstrieren. Nach dem 11:8 ließ er seinem Gegner mit 11:5 und 11:4 keine Chance mehr. Damit hatte sich Falck offensichtlich auch eingespielt für das Duell gegen Steger, das bei allem Respekt vor dem fast 40-Jährigen diesmal recht einseitig verlief. Nur im dritten Satz, zwischen dem 5:0 und 6:5, wackelte Falck kurzzeitig, doch eine Auszeit von Tamas brachte den Schweden zurück in die Erfolgsspur.

Ein großes Verdienst am ersten Werder-Erfolg der neuen Saison hatte Kirill Gerassimenko. Nachdem Marcelo Aguirre verletzungsbedingt das zweite Einzel gegen Steger sang- und klanglos verloren hatte, zeigte Werders Kasache eine beeindruckende Vorstellung gegen Kilian Ort. Beide lieferten sich vor 80 Zuschauern ein hochklassiges Match, das Gerassimenko auch deshalb verdient gewann, weil er den drei vergebenen Matchbällen im dritten Satz keine Sekunde nachtrauerte. Auch das 8:9 im vierten Durchgang beeindruckte ihn nicht. Im Gegenteil: Mit drei Klassebällen belohnte er sich für eine großartige Leistung. „Mattias hat heute perfekt gespielt“, sagte Teamchef Sascha Greber, „und auf Kirill können wir uns einfach verlassen.“

Nach der Verletzung von Aguirre wäre Gerassimenko bei einem möglichen Stand von 2:2 der Doppelpartner von Hunor Szöcs geworden. Diese Premiere blieb allen erspart – zumindest vorerst. Doch schon an diesem Sonntag um 15 Uhr tritt Werder erneut an, dann im deutschen Pokal-Achtelfinale gegen Angstgegner TTC Bergneustadt, der vor Kurzem ein 3:0 über Werder gefeiert hat. Wer noch keine Karte hat, braucht sich aber nicht auf den Weg zu machen: Auch für dieses Heimspiel gibt es keine Tageskasse. Immerhin: So gut das sportliche Konzept gegen Bad Königshofen gegriffen hatte, so gut war auch das Hygienekonzept wegen der Corona-Pandemie. Die 72 Tribünen-Gäste saßen in gebührendem Abstand voneinander entfernt, auch beim Einlass hatte alles bestens geklappt.

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